Handball
Ratlosigkeit nach heftiger Niederlage der VTV-Damen
VTV-Trainer Thorsten Engert war frustriert. Eigentlich waren wir auf alles vorbereitet.“ Auf die 5-1-Deckung der Gäste ebenso, wie auf den torgefährlichen und spielstarken Rückraum der Gäste. „Ich habe für unsere Leistung keine Erklärung“, so der ratlose VTV-Coach. Genau wie die knapp 100 Zuschauer sah er eine VTV-Mannschaft, die im Angriff eine beispiellose Fehlerserie produzierte und in der Abwehr nie den richtigen Zugriff fand. Lediglich Torhüterin Selina Hoffmann, die vor allem die Würfe von den Außenpositionen immer wieder parierte, zeigte so etwas wie eine konstante Normalform.
Ansonsten blitzte das vorhandene Potenzial der Mundenheimerinnen immer nur für Sekunden auf. Etwa bei Sandra Reis und Lena Bringsken, die auf den Halbpositionen so etwas wie Gefahr ausstrahlten, mit jeweils sechs Treffern zumindest dafür sorgten, dass den VTV hin und wieder so etwas wie der Anschluss gelang – auch wenn schon im ersten Durchgang schnell drei, vier und sogar bis zu sechs Treffer zwischen beiden Mannschaften lagen. Beim 2:2 (Bringsken, 7.) stand die Partie zum letzten Mal auf der Kippe. Drei technische Fehler später hatten die Mainzerinnen das Ruder bereits zu ihren Gunsten herumgerissen. Eine Mischung aus Übermotivation, Zauderhaftigkeit und eben einem völlig gebrauchten Tag ließ den Vorsprung der Gäste bis zur Pause auf fünf Tore anwachsen.
Trainer Engert vermisst Engagement
Sinnbildlich für die schwachen Mundenheimerinnen stand Spielmacherin Marlen Wehr, die nie zu ihrem Leistungsvermögen fand, nach 49 Minuten mit ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah – und das betraf dabei lediglich die schlechten Entscheidungen in der Defensive. Die im Angriff waren ungleich größer. Ihr Trainer hielt die Kritik allerdings allgemein: „Wenn wir die Chance auf Abschlüsse haben, haben wir abgespielt und umgekehrt.“ Damit hatte Engert recht, denn auch wenn Wehr immer wieder im Mittelpunkt stand, so war sie doch nicht alleinschuldig, hatten auch ihre Nebenleute im ersten Heimspiel des Jahres komplett verwachst.
Eine Trendwende gelang auch in Halbzeit zwei nicht mehr. Auch weil der Zugriff auf Juliane Dold, (12/2), Julia Veeck (2) und Cindy Freischlader (4) im Rückraum der Mainzerinnen über die kompletten 60 Minuten fehlte. „Das war von allen und von allem zu wenig“, vermisste Engert das Engagement bei seiner Mannschaft. Einen Grund dafür glaubt er ausgemacht zu haben: „Letztlich hat das Spiel die Trainingsleistung in dieser Woche wiedergegeben.“ Eine Frage der richtigen Einstellung, bemängelte er nach der zweiten heftigen Klatsche innerhalb von nur sieben Tagen, nach der sich die Mundenheimerinnen nun erst einmal am unteren Tabellendrittel orientieren müssen.
Und leichter werden die Aufgaben nicht, denn einerseits wartet am kommenden Wochenende Schlusslicht Zweibrücken auf die VTV. Allerdings ist das ein Auswärtsspiel. Und bei denen haben sich die VTV-Damen bislang in dieser Spielzeit ausschließlich als Punktelieferant erwiesen. Ein Grund mehr für Trainer Engert, an die Einstellung seiner Mannschaft zu appellieren.