Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pandemie beschert Bliesverein hohes Defizit

Als Vorsitzender im Amt bestätigt: Hans-Jürgen Beringer.
Als Vorsitzender im Amt bestätigt: Hans-Jürgen Beringer.

Seit der Verbreitung der Corona-Pandemie und den folgenden Lockdown-Bestimmungen ab Frühjahr 2020 dürfen das Bliesbad keine Tagesgäste mehr, sondern nur noch Vereinsmitglieder besuchen. Dem Förderverein als Badbetreiber haben die fehlenden Ticketeinnahmen ein kräftiges Defizit von 48.000 Euro beschert. Der Bestand des finanziell gesunden Vereins sei jedoch nicht gefährdet, hieß es auf der Mitgliederversammlung am Dienstag.

„Mit so vielen Leuten habe ich nicht gerechnet“, zeigte sich Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Beringer bei der Begrüßung über die Zahl von 111 Mitgliedern überrascht, die sich auf dem Vereinsgelände zur Hauptversammlung des Jahres 2021 eingefunden hatten. Allerdings war das Interesse verständlich, gab es angesichts der bewegten Zeiten durch die Pandemie doch einiges zu berichten.

In seinem Rückblick auf 2020 begründete Beringer die Entscheidung des Vorstands, nur noch Mitglieder und keine Tagesgäste mehr einzulassen. Der vorgeschriebene Aufwand für die Kontaktnachverfolgung sei nicht zu leisten gewesen. Auch so hätten die Schutzmaßnahmen ab der Badöffnung am 29. Juni 2020 für Hygiene, Security und der Trennung von Bad und Biergarten etwa 22.000 Euro gekostet. „Unser Konzept hat aber funktioniert, wir hatten keinen Fall von Rückverfolgung“, berichtet Beringer. Durch die Einlassregeln seien die Einnahmen der Tageskasse von etwa 57.000 Euro weggebrochen. Dem gesamten Verlust von 71.000 Euro seien nur 22.300 Euro an Einnahmen gegenüber gestanden, was unter dem Strich ein Minus von rund 48.000 Euro zur Folge hatte.

Mitgliederzahl verdoppelt

Um mehr Menschen den Zugang zum Bad zu ermöglichen, habe der Vorstand deshalb beschlossen, in 2021 mehr Vereinsmitglieder aufzunehmen. In kürzester Zeit hat sich daraufhin die Mitgliederzahl auf 1200 verdoppelt. Die Warteschlange der Menschen für die Aufnahme im März soll sich vom Badeingang bis zur Wollstraße erstreckt haben. Vereinsmitglied Anke Simon (SPD), Mundenheimer Ortsvorsteherin, stellte dem Verein in ihrer Funktion als Kassenprüferin für das Jahr 2020 ein einwandfreies Zeugnis aus. Trotz der Verluste seien noch 70.000 Euro in der Kasse, die Existenz des Vereins sei nicht bedroht, betonte Simon.

Sie verteidigte die Vorgehensweise, nur Mitglieder einzulassen. „Einige waren sauer, dass sie nicht mehr hineingekommen sind“, räumte sie ein. Doch sei es damals wegen strengerer Regeln und noch fehlender technischer Möglichkeiten wie der Luca-App nicht anders machbar gewesen.

Bei der Neuwahl des Vorstands brachten die Mitglieder ihre Zufriedenheit zum Ausdruck, indem sie jeweils einstimmig den bisherigen Vorstand mit dem Vorsitzenden Beringer im Amt bestätigten. Seine Vertretung wird künftig Peter Behrens übernehmen, nachdem Klaus Gössle auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidiert hat. Großer Dank ging an die Mitglieder, die ehrenamtlich alle Aufgaben im Verein übernehmen. „Wir hoffen, dass wir das Bad im kommenden Mai wieder für alle öffnen können“, sagte Beringer. Das Bliesbad wolle ein soziales Bad sein für Familien, die in den Ferien nicht wegfahren können, betonte er.

Im Netz

www.blies-bad.de

x