Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen im Umbruch
Acht Spieler haben die Rheingönheimer verlassen. Keiner von ihnen war ein Hinterbänkler oder Ergänzungsspieler. Wenn diese Akteure nicht verletzt waren, zählte jeder von ihnen zu den Startelfkandidaten. „Ja, wir haben Qualität verloren, aber den Kern der Mannschaft gehalten. Ich bin sicher, dass wir wieder ein schlagkräftiges Team haben werden“, sagt Trainer Andreas Brill, der in seine zweite Runde als Chefcoach geht. Der FCA hat den Kader deutlich verjüngt, denn sieben der acht Abgänge waren 27 und älter. Von den neun Zugängen sind vier Akteure 20 und jünger. Somit stockt die Arminia ihr Kontingent an U23-Spielern auf neun auf. „Die Jungen verraten bisher viel Zug, bringen neuen Schwung und frisches Blut ins Team“, freut sich Brill.
Der Übungsleiter hat einen 24-köpfigen Kader zur Verfügung und kann jede Position mindestens doppelt besetzen. „Das ist auch nötig, denn es stehen allein 38 Punktspiele auf dem Programm. Wir müssen die jungen Spieler aber erst an den Oberligafußball heranführen“, verdeutlicht Brill. Dies muss nicht zwangsläufig so gut klappen wie in der vergangenen Runde, als die Abwehrspieler Daniel Fichtner (23) und Lukas Kebernik (20), Mittelfeldspieler Laurenz Graf (19) und die Offensivkräfte Bastian Hommrich (21) und Jonas Schäfer (20) prima eingeschlagen haben. „Ich glaube, wir haben eine gute Mischung von jungen, hungrigen Akteuren und welchen, die viel Erfahrung mitbringen“, betont Brill.
Junge und erfahrene Zugänge
Bei den Neuverpflichtungen sind einige Spieler dabei, die schon viel erlebt haben und als Führungsspieler sowie Leistungsträger eingeplant sind. Da ist einmal Ricardo Antonaci (28), der in der Vorrunde der Serie 2021/22 bereits das Arminia-Trikot trug. Der Deutsch-Italiener ist in Ludwigshafen aufgewachsen, hat Regionalligaerfahrung und ist für die rechte Seite oder bei Bedarf im Zentrum vorgesehen. Flügelstürmer Steffen Straub (29) gilt als Topverpflichtung. Der gebürtige Ludwigshafener hatte bei diversen Vereinen in der Ober- und Regionalliga gespielt. „Er ist beidfüßig, ein Standardspezialist und hat einen guten Abschluss“, beschreibt der Trainer die neue Nummer sieben.
Eine bewegte Vergangenheit hat Wal Fall (30) hinter sich. Der in Frankfurt geborene Innenverteidiger und Mittelfeldspieler hat unter anderem beim SV Waldhof, in Österreich und lange in den USA gespielt. „Er ist ruhig am Ball, organisiert gut und bringt viel Mentalität mit“, sagt Brill. Fall ist ein Cousin des früheren deutschen und amerikanischen Nationalspielers Jermaine Jones. In den USA war auch Nathaniel Esslinger (26) studienbedingt einige Zeit zu Hause. Zum Ende der vorigen Runde spielte er beim Verbandsligisten Fußgönheim. Der Außenverteidiger hinterfrage viel und habe eine gute Einstellung. Zu den Routiniers zählt Rückkehrer Tim Amberger (35). Ein dynamischer und abschlussstarker Stürmer, der der Mann für die Endphase werden dürfte, wenn Rückstände aufzuholen sind.
Viele Favoriten
Für ein Quartett ist die Oberliga absolutes Neuland. Torwart Robin Schneider (20), Verteidiger Robert Langer sowie die Stürmer Gianluca Gianetta und Noah Maier (alle 19) haben nach Brills Worten bislang einen guten Eindruck hinterlassen und sollen mit ihrer Unbekümmertheit und als unverbrauchte Kräfte den Etablierten einen heißen Kampf um die Stammplätze liefern. Sie alle haben eine gute Ausbildung genossen und könnten ebenso wie die Youngster der vergangenen Runde positiv überraschen. Sie sollen lernen und sich Schritt für Schritt an die Startformation heranarbeiten. Bis zum Saisonstart gehören auch die beiden im Ausland studierenden Marc Ehmann und Felix Jung der Trainingsgruppe an.
„Ich bin zufrieden mit dem Kader. Wir wollen taktisch flexibel bleiben, zwischen Vierer- und Dreierkette wechseln können“, blickt Brill nach vorne. Der Wunsch sei es, eine ordentliche Runde im ruhigen Fahrwasser zu absolvieren, unabhängig vom Tabellenplatz. Übersetzt heißt das wohl: Ein guter Mittelfeldrang. Zurecht verweist der Coach auf „mindestens sechs, sieben Mannschaften mit großen Namen und ambitionierten Zielen“. Wormatia Worms, Eintracht Trier und Rot-Weiss Koblenz kommen aus der Regionalliga. Dazu dürften auch Teams wie FK Pirmasens, SV Gonsenheim oder FV Engers dafür sorgen, dass es vielleicht die stärkste und Oberliga seit Jahren ist.
„Wieder eine eingleisige, noch dazu sehr attraktive Liga. Das ist es, was alle wollen. Auch wenn es 20 Mannschaften sind und es grade am Anfang viele englische Wochen gibt, freuen wir uns auf die Saison“, erklärt Brill. Bei 38 Begegnungen sei die Kadergröße richtig. Der FC Arminia werde jeden einzelnen Spieler benötigen, ist der Trainer sicher.