Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Lebensmittel für Weihnachten an Bedürftige verteilt

Verteilung von Lebensmitteltüten an Bedürftige in der Flurstraße im „Haus der Begegnung“.
Verteilung von Lebensmitteltüten an Bedürftige in der Flurstraße im »Haus der Begegnung«.

In sozialen Brennpunkten der Stadt leben Menschen am Existenzminimum. Damit sie über die Feiertage genug zu essen und die Kinder auch etwas zu spielen haben, gibt es eine besondere Geschenkaktion. Der Auftakt war in Mundenheim-West, wo 100 Tüten mit Lebensmitteln an Bedürftige verteilt wurden.

Ungewohnt fröhliche Gesichter gab es am Dienstag im Ludwigshafener Notwohngebiet in Mundenheim-West. Gerade dort, wo es normalerweise wenig zu Lachen gibt, wo Geflüchtete, Wohnsitzlose und auch Hartz-IV-Empfänger um ihre tägliche Existenz kämpfen, verteilte die Ökumenische Fördergemeinschaft Lebensmitteltüten und frohe Weihnachtswünsche.

Nur kurz bildete sich auf der Rückseite am „Haus der Begegnung“ eine kleine Schlange. Die hatte sich aber innerhalb von fünf Minuten aufgelöst. Immerhin war der Ablauf bei der sechsten Verteilaktion mittlerweile eingeübt, standen die Tüten von den Mitarbeitern der Fördergemeinschaft und des Jugendzentrums Mundenheim gepackt bereit. „Wir haben Einladungszettel an die Sozialwohnungen und Notunterkünfte verteilt“, erläuterte Stefan Gabriel als Bereichsleiter der Quartiersarbeit die Vorbereitungen.

Familien bekommen zwei Pakete

Einladungen gingen an Einzelpersonen genau so wie an Familien im Bezirk. Größter Unterschied: „Einzelpersonen erhalten eine Tüte, Familien zwei“, sagte Gabriel. Alle Tüten sind prallvoll gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln und einem Laib Brot dazu als einzig verderbliche Ware. „Und Kinder erhielten jeweils noch ein kleines Spiel als Geschenk“, beschrieb Gabriel den Inhalt der Tüten. Diese waren so prallvoll, dass einer Frau die Tüte noch an der Ausgabetheke platzte. Die Laune ließ sich davon aber niemand verderben. Im Gegenteil. Nach einem kurzen Lacher erhielt sie eben eine neue, die Waren wurden aufgesammelt und die unversehrten Stücke einfach in eine neue Tüte gepackt.

Genau 14 einzelne Positionen enthielt jedes der Lebensmittelpakete: H-Milch, Nudeln, Mehl, Salz, Zucker, Tomatensoße. „Das haben wir am Freitag bei unserem Unterstützer Rewe Südwest abgeholt und heute Morgen in die Tüten gepackt“, sagte Gabriel. Dringend nötige Gaben im Wert von jeweils gerade einmal elf Euro, die auch mit Hilfe aus der „Aktion 72“ aufgebracht wurden.

Von Pandemie besonders getroffen

Denn gerade die Menschen im Notwohngebiet sind von der Pandemie besonders hart getroffen worden. „Wir wollen den Menschen Unterstützung in ihrer erschwerten Lebenssituation anbieten.“ Kindern, Erwachsenen und Jugendlichen, die in Wohnverhältnissen leben, die menschenwürdige Mindeststandards nur unzureichend erfüllen, wusste auch Uwe Frey vom „Haus der Begegnung“. Die Freude, mit der jeder der angeschriebenen Bewohner die gepackten Weihnachtsgaben entgegennahm, war förmlich greifbar. Der Gruß „Frohe Weihnachten“ klang echt.

Rund 100 Tüten gingen über den Tisch. Nach dem kurzen Andrang zu Beginn tröpfelten die Abholer rund zwei Stunden lang langsam, aber stetig ein. Sorgen, zu kurz zu kommen, musste niemand haben. Immerhin waren die Helfer durch die Einladungen ja einigermaßen vorbereitet. Und das gilt auch für die Fortsetzung, denn am 23. Dezember verteilt die Ökumenische Fördergemeinschaft im Emmi-Knauber-Hort in der Bayreuther Straße noch einmal Lebensmitteltüten. Hilfe wird an vielen Orten der Stadt gebraucht.

Zahlreiche Tüten wurden für die Bedürftigen gepackt.
Zahlreiche Tüten wurden für die Bedürftigen gepackt.
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