Ludwigshafen
Hallenbad Süd: Sanierung läuft bis Ende Oktober
Die neue Fassadenkonstruktion wird aus Aluminium bestehen. Bis Ende Oktober sollen alle Arbeiten fertig sein, damit das Hallenbad wieder öffnen kann. Beim Betreten des Bads bietet sich ein ungewohntes Bild. Auf dem Boden sind alle Fliesen weg, ebenso an den Wänden. Das große Schwimmerbecken ist leer, der Fliesenboden dort zum Schutz mit Spanplatten und Vliesstoff ausgelegt. Die Wärmebänke entlang der Außenwände wurden entfernt, der Cafeteria-Bereich wurde zurückgebaut. Auch die riesigen Glasfassaden an zwei Gebäudeseiten sind vollständig abgebaut, die Öffnungen mit Plastikplanen abgedeckt.
Fliesenleger emsig bei der Arbeit
Im Bereich des Nichtschwimmerbeckens sind die Fliesenleger emsig bei der Arbeit. Der gesamte Beckenkopf, also die geflieste Umrandung des Beckens mit der Überlaufrinne, wird gerade erneuert. Die 2,80 Meter hohen Glasscheiben an der Außenwand des Nichtschwimmerbeckens sind bereits neu und erlauben erstmals seit Längerem wieder einen klaren Blick auf das Außengelände. „Im August gibt es hier im Becken eine Probefüllung. Dann geht es an der großen Fassade weiter“, erläutert Architektin Anka Degott, die im gemeinsamen Architekturbüro mit ihrem Ehemann die Sanierung des Hallenbads plant und leitet. „Wir sind sehr gut im Zeitplan. Unsere Fliesenlegerfirma ist erfahren im Bäderbau“, sagt die 36-jährige Architektin.
Am 9. August soll der Einbau der neuen großen Fassaden beginnen. Sechs Wochen werde dies sicher dauern, heißt es. Mit Überraschungen und Änderungen im Zeitplan rechnen die Architekten nicht mehr. Bis zur Fertigstellung Ende Oktober werden dann auch Böden und Wände wieder passend verfliest sein.
„Rutschhemmung nicht mehr gegeben“
„Die 40 Jahre alten Bodenfliesen mussten raus, weil die Rutschhemmung nicht mehr gegeben war“, erläutert Thomas Gerling, Leiter des städtischen Sportbereichs. Wie er sagt, sind die Arbeiten an den Beckenköpfen in zwei Etappen geplant, damit das Bad Ende Oktober wieder öffnen kann. Die umfangreiche Erneuerung des Beckenkopfs im Schwimmerbecken hätte noch Wochen in Anspruch genommen. Sie soll während der Schließungszeit im Sommer 2022 erledigt werden.
Begonnen haben die Sanierungen im Hallenbad Süd bereits 2014 mit dem Umkleidebereich. Im Sommer 2017 kam dann die Generalsanierung der Duschräume für Frauen und für Männer hinzu. Mit Beginn der Sommersaison 2021 und der Eröffnung des Willersinn-Freibads hat sich die Stadt nun die energetische Sanierung vorgenommen, insbesondere die Glasfassade muss erneuert werden.
Die rund 420 Quadratmeter großen gläsernen Wände sorgen für große Helligkeit und angenehme Atmosphäre. Allerdings war nach fast 50 Jahren die Lebensdauer der alten Scheiben überschritten. An vielen Stellen zeigten sich altersbedingte Schäden wie „blinde Scheiben“ durch Undichtigkeit und Kondensatbildung oder gar Risse. Die bisherigen Scheiben waren zwar doppelverglast und zum Zeitpunkt ihres Einbaus 1973 auf dem neuesten Stand. „In puncto Wärmedämmung besitzen heutige Fensterscheiben jedoch ein vielfach besseres Energieeinsparpotenzial“, macht der städtische Bauexperte Joachim Kazik klar.
Hochwertige Dreifachverglasung
Bei der Sanierung soll der offene Charakter beibehalten werden, es wird wieder eine Glasfassade eingebaut. Allerdings werden die einzelnen Scheibenelemente nicht mehr quadratisch, sondern rechteckig, etwas kleiner und einfacher auszutauschen sein, erläutert Anka Degott. Für die „Pfosten-Riegel-Fassade“ aus Aluminium wird eine hochwertige Dreifachverglasung mit Sonnenschutz verwendet, damit sich das Badeinnere künftig bei Sonne nicht mehr so stark aufheizen kann oder Wärme verliert.
„99 Prozent der UV-Strahlen werden von den Gläsern ausgefiltert. Die Lichtdurchlässigkeit wird bei 71 Prozent liegen, die Wärmedurchlässigkeit nur noch bei 37 Prozent“, macht Yann Philipp Degott auf den Energie-Einspareffekt aufmerksam. Mit der neuen UV-Verglasung werde in jedem Fall das Problem der Algen gelöst, die sich wegen der Sonneneinstrahlung auf dem Beckenboden gebildet hatten.
Die mit 1,4 Millionen Euro kalkulierte Sanierung sei auch von den Kosten her im Plan, meint Kazik.
„Zwei Sanierungsschritte auf einmal“
„Ich freue mich sehr, dass wir diese Maßnahme umsetzen können“, erinnerte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) auf die Bedeutung des Förderprogramms des Bundes, der 90 Prozent der Kosten trägt. Nur so sei es möglich gewesen, hier „zwei Sanierungsschritte auf einmal zu machen“.