Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Einzelhandelskonzept: Norden der Gartenstadt unterversorgt

In der Gartenstadt fehle insbesondere ein Drogeriemarkt.
In der Gartenstadt fehle insbesondere ein Drogeriemarkt.

Die Einkaufssituation in der Gartenstadt ist nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blick erscheint, erklärte Fachmann Andreas Schuder im Ortsbeirat Gartenstadt. Zwar weist der Ortsbezirk mit 0,33 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohnern knapp vor Maudach (0,23) den zweittiefsten Wert der Stadt auf, das liege allerdings auch am Zuschnitt.

Aus der Gartenstadt wandert Kaufkraft ab, erklärte Schuder bei der Vorstellung des Entwurfs für die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes. Rund 118 Millionen Euro werden hier pro Jahr erwirtschaftet. Nur rund 30,3 Millionen davon landen im Ort. Das sei gleich aus zwei Gesichtspunkten nicht wirklich bedenklich, beruhigte Schuder.

Zum einen gebe es in der Gartenstadt keine ausgewiesenen Gewerbegebiete, und zum anderen sei die Nahversorgung nicht nur durch 43 ausgewiesene Betriebe gesichert, sondern auch durch zwei Vollsortimenter, die zwar am Rande der Gartenstadt liegen, aber durch die Ortsgrenzen jeweils Mundenheim (Aldi) und Rheingönheim (Rewe) zugerechnet werden. „Gerade der Rewe-Markt wäre nach den neuen Richtlinien mittlerweile nicht mehr genehmigungsfähig“, erklärte der Fachmann. Bestandsschutz bestehe allerdings. Der Aldi-Markt dürfe sich hingegen nicht weiter ausbreiten.

Drogeriemarkt fehlt

Schuder räumte ein, dass der Norden der Gartenstadt in Richtung Autobahn A650 unterversorgt sei. Außerdem fehlten im Ortsbezirk ein Drogerie- und auch ein Verbrauchermarkt, gebe es in den Ortsgrenzen lediglich einen Supermarkt und einen Discounter. In der Gesamtbewertung ergibt das die „Vorwarnstufe“ Gelb-Rot – und die Zusicherung, dass im Ortskern vieles denkbar sei.

Markus Lemberger (SPD) fasste die Lage knapp zusammen: „Im Zentrum wäre alles möglich, aber es fehlt uns die Fläche, und dort, wo wir Flächen hätten, ist leider nichts möglich“. Er gab zu bedenken, dass es an der Grenze zu Mundenheim durchaus weitere Flächen für mögliche Ansiedlungen geben könnte, und verwies auf das ehemalige Gelände einer Spedition im Bereich der Raschigstraße. Das eigne sich zwar möglicherweise nicht für die Nahversorgung, weise aber eine hervorragende Verkehrsanbindung auf.

„Genau für solche Vorschläge kommen wir in die Ortsbeiräte“, erklärte Schuder. Die Expertise von Fachleuten vor Ort könne auf Flächen verweisen, die Ortsfremde nicht im Blick haben. Insgesamt erfülle die Gartenstadt jedoch durchaus die Funktion als Quartierszentrum.

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