HANDBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Die rote Wand als Faustpfand beim Kraftakt

Alexander Falk spielte auf Rechtsaußen wie entfesselt und steuerte zwölf Tore zum Sieg der Eulen bei.
Alexander Falk spielte auf Rechtsaußen wie entfesselt und steuerte zwölf Tore zum Sieg der Eulen bei.

Die Heimspielstätte der Eulen Ludwigshafen machte am Freitagabend ihrem Namen als bei den Gegnern gefürchtete „Eberthölle“ wieder einmal alle Ehre. Die 2270 Zuschauer, die zu beiden Seiten des Spielfeldes eindrucksvoll wie eine rote Wand hinter ihrem Team standen, hatten ihren Anteil daran, dass die Hausherren den kampfstarken TV Hüttenberg in einem wahren Geduldsspiel mit 34:31 (16:16) niedergerungen haben.

Die Verantwortlichen hatten unter dem Motto „Alle in Rot“ zum von zahlreichen Werbepartnern gesponserten Ein-Euro-Spiel in der Eberthalle gerufen, und die Eulenfans – fast ausnahmslos in rote Oberbekleidung gehüllt – waren dieser Einladung in Scharen gefolgt. Die Atmosphäre war prächtig, was auch Trainer Michel Abt nach dem Kraftakt gegen die Hessen gerne konstatierte: „Meine Jungs sind heute richtig erleichtert, sie sitzen in der Kabine und freuen sich. Sie schwärmen von der geilen Stimmung. Es war richtig geil. Es lohnt sich, wieder zu kommen.“

Alexander Falk spielt und trifft wie entfesselt

Auch Alexander Falk, mit zwölf Toren der alles überragende Scorer des Abends, zollte dem Publikum ein begeistertes Lob: „Vielen Dank für die geile Unterstützung. Das war fantastisch, was ihr da abgezogen habt.“ Den Faktor Fans brauchte es auch, um den nie aufsteckenden TVH letztlich doch noch in die Schranken zu verweisen und den vierten Sieg in Folge einzufahren.

Bis weit in die zweite Halbzeit hinein erwiesen sich die Gäste als die erwartet harte Nuss. Die aggressive 3-2-1-Abwehr der Hüttenberger stellte die Ludwigshafener wie schon im Hinspiel vor schwerwiegende Probleme. Durch die Mitte ging vor der Pause kaum etwas. Vor allem über die Außenpositionen, allen voran in Person von Alexander Falk, hielten die Eulen den Anschluss.

„Fünf kopflose Minuten“

Der taktische Kniff von Coach Michel Abt, zeitweise wieder mit sieben Feldspielern anzugreifen, sowie die Tatsache, dass die gekonnten Zuspiele von Pascal Bührer und Co. nun ein ums andere Mal in Kapitän Max Heider (acht Tore bei acht Wurfversuchen) einen äußerst effizienten Abnehmer am Kreis fanden, sorgten ab der 40. Minute dafür, dass die Partie in Richtung der Pfälzer kippte. „Fünf kopflose Minuten“ in dieser Phase und die vielen machte Gegentreffer über die Außen waren für Gästetrainer Johannes Wohlrab für die Niederlage verantwortlich.

Die Eulen erarbeiteten sich bis zur 48. Minute eine Vier-Tore-Führung (27:23) und verteidigten diesen in der Folge mit Zähnen und Klauen und der Unterstützung der prächtig gefüllten Halle. Näher als bis auf zwei Tore kamen die Gäste nicht mehr heran. Aufgrund der Leistungssteigerung und den taktischen Finessen in der zweiten Halbzeit ging das 34:31 gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden und unangenehm zu bespielenden Gegner unter dem Strich in Ordnung.

Team und Fans feiern im Anschluss zusammen

Das Team von Michel Abt surft weiter auf der Welle des Erfolges. Vier Siege in Folge sind ein Wort und sorgen dafür, dass die Eulen als Tabellenachter mit jetzt 37:23 Punkten bis auf einen Zähler an die fünftplatzierte SG BBM Bietigheim herangerückt sind. Es durfte also kräftig gefeiert werden nach dem gewonnenen Kraftakt, und das tat die Mannschaft dann auch gebührend zusammen mit den Fans. Im Foyer der Friedrich-Ebert-Halle, war eigens ein Stand aufgebaut, an dem Teile des Teams als Barkeeper eine gute Figur machten und den Anhängern Aperol Spritz, Gin Tonic oder Cuba Libre reichten. Die Cocktailbar wurde entsprechend rege frequentiert und spülte obendrein einiges an Geld in die Mannschaftskasse.

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