Handball
Dicke Luft in Hochdorf
Die Halle hatte sich weitestgehend geleert. Die ersten Akteure der gastgebenden HG Oftersheim-Schwetzingen genossen die letzten belegten Brötchen, die für die VIP-Gäste in der Nordstadthalle vorgesehen waren und einige Akteure der Hochdorfer warteten schon auf die Heimfahrt.
Der neue HSG-Cheftrainer Gabriel Schmiedt und sein Assistent Steffen Christmann saßen nach der Niederlage auf der Tribüne und hatten Gesprächsbedarf. Bei ihrer Premiere mussten sie eine vermeidbare Niederlage hinnehmen. „Wir haben heute taktisch nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Christmann: „Die Niederlage tut weh, weil es möglich war, zu punkten.“
Auffällig war, dass die HSG nur bei hohem Tempo im Spiel nach vorne die Gastgeber in Bedrängnis bringen konnte. „In der zweiten Hälfte sind uns die Kräfte geschwunden“, sagte Cheftrainer Gabriel Schmiedt. Bis am vergangenen Sonntag war der komplette Rückraum des HSG aufgrund Corona in Quarantäne. Trotzdem blieb die Partie bis sieben Minuten vor dem Ende beim Stande von 22:22 noch offen. Dann zog die HG, die inzwischen von Axel Buschsieper, dem Bruder des Sportlichen Leiters der HSG Hochdorf-Friesenheim, Martin Buschsieper, trainiert wird, davon. Begünstigt wurde dies, nachdem Dymal Kernaja einen Siebenmeter verwarf und im Gegenzug Jonas Böckly wegen Foulspiels eine Zeitstrafe bekam. Als dann Böckly, der in den letzten zehn Minuten für Kapitän Nikolas Sorda – Rote Karte nach der dritten Zeitstrafe – kam und nach Zuspiel von Eisel den Ball verlor, war die Niederlage nicht mehr zu vermeiden. Denn Florian Buhrmeister traf zum 26:23. „Entscheidend war, dass wir das Tempo über 60 Minuten hochhalten konnten“, sagte Axel Buschsieper.
Harte Worte von Meddeb und Eisel
Die Niederlage der HSG war trotzdem vermeidbar. In der Defensive überzeugte nur Torhüter Roko Peribonio. „In der Abwehr hat die Bereitschaft gefehlt, einen Schritt mehr zu machen“, sagte Yessine Meddeb. Er sieht die Mannschaft in keiner Drucksituation. „Wenn man Dritte Liga spielt, muss man damit umgehen können. Da gibt es keine Ausreden. Es gibt keine leichten Spiele.“
Der 21-Jährige schüttelte, wie viele seine Kollegen, den Kopf. „Die Niederlage ist ärgerlich, weil wir es nie geschafft haben, uns mal abzusetzen“, klagte Marc-Robin Eisel. Er sei enttäuscht, weil Dinge gespielt wurden, die nicht effektiv waren. „Da hat plötzlich jeder seine eigene Idee“, schimpfte Eisel. In der Tat: Es fehlte die Plantreue im Spiel. Eine wesentliche Eigenschaft, um erfolgreich eine Partie bestreiten zu können. Dieser Begriff gerät wohl in Vergessenheit – oder einige kennen ihn nicht. Auch ist es eine mentale Frage. „Da muss man einfach kühlen Kopf bewahren“, sagte Eisel: „Es kann nicht sein, dass in der zweiten Hälfte das Spiel fast nur noch über Yessine und mich gelaufen ist.“
Während die HG mit dem dritten Sieg in dieser Saison den letzten Tabellenplatz verließ, sieht die Situation bei der HSG düster aus. Letztmals gab es am 23. Oktober einen Sieg.
So spielten Sie
HSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio – Corazolla (3), Eisel (8/2), Gerdon (1) – Wieland, Polifka – Sorda (3) – Winkler (1), Kernaja (1), Meddeb (7), Lenz (1), Böckly, Dora
Spielfilm: 3:1 (5.), 4:4 (17.), 9:9 (24.), 12:10 (27.), 13:12 (Hz.), 17:18 (45.), 21:20 (51.), 24:22 (55.), 26:23 (59.), 27:25 (Ende) - Siebenmeter: 3/3 – 5/2 - Zeitstrafen: 4:7 – Rote Karte: Sorda (50., dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: Buhrmeister, Suschlick, Barthelmeß – Meddeb, Eisel, Peribonio - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Geiss/Kretzler (Mühlhausen/Bruchsal).