BOWLING RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Meisterschaft in Ludwigshafen

Über 200 Starter auf 36 Bahnen: Deutsche Bowling-Meisterschaft in Ludwigshafen.
Über 200 Starter auf 36 Bahnen: Deutsche Bowling-Meisterschaft in Ludwigshafen.

Ludwigshafen liegt nun vorübergehend auf der anderen Rheinseite. Die deutschen Meisterschaften machen das möglich. Auf den Bahnen gibt es perfekte Spiele. Ob das mit rechten Dingen zugeht? Etwas ist bei diesem Spiel verboten.

„Halbzeit“ bei den deutschen Bowling-Meisterschaften in Ludwigshafen. Nach den ersten drei Turniertagen auf den 36 Bahnen in Ludwigshafen stehen die deutschen Meister in Doppel- und Mixed-Wettbewerben fest. Die Einzelmeisterschaften haben hingegen gerade erst begonnen. Die Sieger stehen am Samstag fest.

Im Bowling wird kurzerhand der Rhein verschoben. Denn auch wenn die Deutsche Bowling Union (DBU) offizieller Veranstalter der Titelkämpfe ist, so hat der badische Landesverband die Ausrichtung vor Ort übernommen. Und weil es in Mannheim seit Jahren keine wettkampftaugliche Bahn mehr gibt, wurde Ludwigshafen kurzerhand zumindest für eine Woche sportlich badisch.

Bedingungen hervorragend

Kein Problem für die Verantwortlichen und erst recht nicht für die rund 200 Teilnehmer in den unterschiedlichen Disziplinen. Denen geht es in erster Linie um die sportlichen Bedingungen. „Und die sind hier in Ludwigshafen hervorragend“, lobte Harry Conrad, Spielleiter der DBU und verwies zum Beweis auf die Bahnen 29 und 30.

„Dort wurden in diesen Tagen schon zwei perfekte Spiele gemacht. Bei einem weiteren müssen die Bahnen eventuell zur Dopingkontrolle“, scherzte Conrad. Ebenso wie die offensichtlich perfekten Bahnen waren die jeweils 300 erzielten Punkte, mehr sind bei zehn Wurf nicht zu erreichen, außerdem Beleg für das hohe Leistungsniveau der nationalen Titelkämpfe, auch wenn sich in der Spitze kaum Akteure aus der Region tummelten – und zwar weder rechts noch links des Rheins.

Titelträger starten

Kaum. Im Doppel ging Platz zwei an Tim Lindacher und Stefan Wallner, die beide für den USC Viernheim starten – der ebenfalls eine badische Enklave des Sports ist. Deutsche Doppel-Meister wurden Frank Drevenstedt und Lars Tangermann vom Landesverband Brandenburg. Im Mixed ging der Titel an die Berliner Birgit Noreiks und Patrick Weichert.

Stefanie Rose und Florentine Burmeister aus Mecklenburg-Vorpommern sind die neuen deutschen Meister im Damen-Doppel. Die meisten Titelträger sind auch im Einzel am Start, in dem am Donnerstag die Vorrunden begonnen haben, in denen es um die Qualifikation und die Position für die Finalrunden am Samstag geht.

Die Stars

„Bei den Herren muss man dafür etwa einen Durchschnitt von 210 Pins werfen. Bei den Damen ist es ein Schnitt von 200“, so Conrad. Favoriten seien nach den ersten gespielten Runden noch nicht auszumachen. Auch Stefanie Blaesing-Oellien vom BC Royal Viernheim darf sich noch Chancen ausrechnen, auch wenn mit Janine Ribguth (VfL Wolfsburg) und Martina Schütz (BC Ingelheim) zwei amtierende Weltmeisterinnen das Feld anführen.

Blaesing-Oellien hat hier mit einem geworfenen Schnitt von 183 noch reichlich Luft nach oben. DBU-Spielleiter Conrad verweist gerne auf die amtierenden Weltmeisterinnen sowie den Brandenburger Paul Purps als aktuellem Weltcupsieger. „Deutschland ist auch im internationalen Vergleich durchaus eine Bowling-Nation“, betont er.

Alkohol tabu

Gearbeitet müsse weniger an der sportlichen Leistungsfähigkeit, als am Ruf Sportart werden. „Alkohol ist bei uns streng verboten. Bowling ist ein Sport, der den gesamten Körper fordert. In Schweden ist es sogar Schulsport.“ Ganz so weit sei es in Deutschland leider noch nicht.

Immerhin gebe es aber schon hervorragende Sportstätten und damit Trainingsmöglichkeiten. So wie bei Felix-Bowling in Ludwigshafen, auch wenn das dafür kurzfristig nach Baden ausquartiert werden muss. Die Viertelfinals der Einzelmeisterschaften beginnen am Samstag um 9 Uhr. Gegen 13.30 Uhr sind die Halbfinals angesetzt. Wer sich also Bowling auf Weltniveau ansehen möchte: Der Eintritt zu den Titelkämpfen ist frei.

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