Fußball Auch Tor der Marke „Hand Gottes“ reicht Arminia Ludwigshafen nicht

Duell der Großgewachsenen: Morlauterns Marc Knapp (links) gegen Arminias Laurenz Graf.
Duell der Großgewachsenen: Morlauterns Marc Knapp (links) gegen Arminias Laurenz Graf.

War da die „Hand Gottes“ im Spiel? Ein Tor von Oberligist Arminia Ludwigshafen beim SV Morlautern sorgte für Aufregung. Am Ende aber gab die gegnerische Luftüberlegenheit den Ausschlag.

Diese unangenehme Erfahrung blieb auch Arminia Ludwigshafen in dieser Saison nicht erspart. Wie zuvor schon drei andere Oberligateams musste sich die Mannschaft von Trainer Andreas Brill in einem Freitagabendspiel beim SV Morlautern geschlagen geben. In einem mit vielen Aufregern und packenden Szenen gespickten Duell unterlag sie 2:3 (2:1).

Die Arminen kassierten in dieser für beide Mannschaften in Sachen Klassenverbleib so wichtigen Partie drei Gegentreffer. Darüber ärgerte sich Nico Pantano und fand, dass das einfach „zu viele“ gewesen seien. Man konnte den Kapitän der Arminia verstehen; seinen Frust nach dieser so schmerzhaften Niederlage. Hatte er doch sein Team umsichtig dirigiert, eine starke Rolle im Mittelfeld gespielt und aufopferungsvoll gekämpft. Am Ende dann aber doch verloren.

Führung schon nach zwei Minuten

Dabei lief es für Pantano & Co. gut an. Bereits in der zweiten Minute gingen sie in Führung. Durch Ricardo Antonaci. Kurz vor dem Strafraum zog er ab. Und via linkem Innenpfosten landete der Ball im Morlauterer Tor. Gegen die verunsicherte Heimmannschaft bestimmten die Gäste zunächst das Geschehen. Zu Recht stellte Coach Brill später in seinem Resümee fest, dass seine Elf „in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft“ gewesen sei.

Doch in der 28. Minute zeigte sich zum ersten Mal die Luftüberlegenheit der Morlauterer. Nach einer Ecke köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Dennis Jander das 1:1. „Mit der ersten Torchance gelingt ihnen der Ausgleich“, kommentierte Brill leicht verbittert diesen Gegentreffer. Nach dem Seitenwechsel musste Brill noch zwei weitere Gegentore mitansehen, die nach demselben Strickmuster fielen.

Heftige Proteste nach dem 1:2

Aber zuerst war noch mal sein Team am Zug. Der schnelle und trickreiche Außenstürmer Steffen Straub flankte von der linken Seite in den Morlauterer Strafraum. Sein Mittelstürmerkollege Matteo Monetta kam an den Ball – und es stand 2:1 für die Arminia (30.). Dieser Treffer führte zu heftigen Protesten der Morlauterer. Monetta habe dieses Tor nicht mit dem Kopf erzielt. Sondern mit der Hand. „Er hat den Ball mit der Hand ins Tor geschlagen“, sagte der Morlauterer Keeper Bakary Sanyang nach der Partie. Und SVM-Trainer Daniel Graf spielte auf das legendäre WM-Tor Diego Maradonas gegen England an, als er nach dem Spiel von „der Hand Gottes“ sprach.

Der Schütze äußerte sich nicht dazu, sah auch keinen Grund, die Sache beim Schiedsrichter geradezurücken. Nico Pantano bemerkte zu dieser die Gemüter erhitzenden Szene. „Ich habe nicht gesehen, ob er mit der Hand am Ball war.“

Doppelte Überzahl hilft nicht

Solcherart Diskussionen gab's hingegen beim Ausgleichstreffer der Morlauterer zum 2:2 nicht (58.). Dass der baumlange Stürmer Marc Knapp Justin Smith' Flankenball mit dem Kopf ins Tor der Arminia befördert hatte, daran bestand nicht der geringste Zweifel.

Dass die Morlauterer den Luftraum im Sechzehner der Gäste beherrschten, zeigte sich auch in der 69. Minute. Da verwertete der gerade erst eingewechselte Bobby Edet einen Eckball zum 3:2. Danach wollten die Ludwigshafener mit aller Macht den Ausgleich erzielen. Doch der gelang ihnen nicht. Selbst als sie in der Nachspielzeit gegen durch zwei Platzverweise dezimierte Morlauterer spielten, blieb ihnen ein Treffer verwehrt.

Nach der Niederlage sind die Sorgen der Arminen in puncto Ligaverbleib größer geworden. Noch stehen sie auf einem Platz über der Abstiegszone. „Und dort“, erklärte Pantano im vollen Brustton der Überzeugung, „wollen wir auch bleiben.“

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