Ludwigshafen
Andrang an der Infektionsambulanz: So reagiert das Klinikum
Szene an einem Vormittag in dieser Woche: Die Mitarbeiter der Infektionsambulanz (gegenüber dem Klinikum-Haupteingang) haben alle Hände voll zu tun. Überall sind Wartende zu sehen. Rund um den eigentlichen Eingangsbereich der Ambulanz, aber die Schlange zieht sich auch etliche Meter weit in die Bremserstraße. Dass es nicht überall Markierungen gibt, die für einen Mindestabstand zwischen den Wartenden sorgen, verwundert einige. Ihr Argument: „Gerade dort möchte man ja, dass Abstände eingehalten werden.“
Genau das sei auch die richtige Einstellung, betont Klinikum-Pressesprecherin Yasemin Böhnke auf Anfrage: „Abstand halten ist wie Maske tragen eins der effektivsten und einfachsten Mittel, um die unkontrollierte Verbreitung des Virus zu verhindern.“ Im Bereich der Infektionsambulanz sei täglich ein Sicherheitsdienst im Einsatz, der das Einhalten der Abstandsregel kontrolliere und die Wartenden entsprechend sensibilisiere. Allerdings herrsche in der Ambulanz seit gut zwei Wochen „eine erhebliche Mehrbelastung“ und eine „deutlich gestiegene Besucherzahl“ wegen der Reiserückkehrer, daher sei auch die Aufgabe für den Sicherheitsdienst schwieriger geworden.
Sicherheitsdienst vor Ort
Wichtig sei daher die Mithilfe aller, die wegen eines Tests zur Ambulanz kommen. Denn laut Böhnke stoßen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes „nicht immer auf Verständnis und der Sicherheitsabstand wird unterschritten“. In den Bereichen, die zum Klinikum-Gelände zählen, seien Markierungen vorhanden. Doch auch diese „helfen nur bedingt“. Für den Gehweg in der Bremserstraße gelte: „Das ist öffentliches Gelände und kann nicht ohne weiteres von uns markiert werden beziehungsweise mit Regeln belegt werden.“ Allerdings habe das Klinikum Gespräche geführt, weil es die Notwendigkeit weiterer Markierungen schon erkannt: Die entsprechenden Arbeiten sollen bis Freitag erledigt werden.
Manche Bürger sind zudem verwundert, weil sie erst bei einer Hotline anrufen, dort eine Nummer bekommen und diese an der Infektionsambulanz dann keine Rolle spielt. Dies führt Böhnke auf die Organisationsstrukturen zurück. Eine solche Nummer werde bei einer Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vergeben und gelte nur bei Fieberambulanzen der KV. Doch die Infektionsambulanz sei keine KV-Ambulanz, sondern ein Ableger der Zentralen Notaufnahme des Klinikums. Sie sei Anlaufstelle „für alle Patienten, die unter unklaren Erkältungssymptomen leiden. Daher ist die KV-Nummer irrelevant für einen Besuch in unserer Ambulanz“. Geöffnet ist die Ambulanz täglich von 8 bis 18 Uhr. Eine Voranmeldung sei nicht nötig.
Abläufe werden täglich geprüft
Positiv ist Patienten die Bestuhlung in einem Wartebereich der Ambulanz aufgefallen. Allerdings wunderten sich manche, dass die Stühle nicht immer gleich desinfiziert werden. Böhnke sagt dazu, dass die Stühle „gemäß einem aus Hygienesicht sinnhaften Intervall gereinigt und desinfiziert“ werden. Patienten müssten sich keine Sorgen machen, da eine Übertragung des Coronavirus über Kontaktflächen „infektiologisch eine deutlich untergeordnete Rolle“ spiele. Man werde das Thema aber noch einmal im Klinikum besprechen, um Verunsicherungen bei Patienten zu vermeiden.
Mit Blick auf die Warteschlange an der Ambulanz gelte: Wer krank und somit schwach sei „muss nicht warten“. Solche Patienten sollten sich immer gleich vorne melden und sich nicht „aus Pflichtbewusstsein am Ende der Schlange“ anstellen. Am Eingang zur Infektionsambulanz stehe medizinisches Personal, das über die Dringlichkeit der Abstriche unterscheide und sich den Allgemeinzustand der Wartenden ansehe. Generell verweist Böhnke auf die hohe Belastung in der Ambulanz. Daher prüfe das Klinikum „nahezu täglich“ die Prozesse dort und hinterfrage Abläufe.