Landau / Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkasse: Zinsen gibt’s bei Kontowechsel

Lange bekamen Sparen gar keine Zinsen auf ihre Guthaben. Bei neuen Abschlüssen ist die Lage besser.
Lange bekamen Sparen gar keine Zinsen auf ihre Guthaben. Bei neuen Abschlüssen ist die Lage besser.

Die Sparkasse Südpfalz hat neue Tagesgeldkonten eingeführt. Dort werden Zinsen gezahlt. Aber was ist mit den Leuten, die schon ein Tagesgeldkonto haben? Das Geldinstitut will alle Kunden anschreiben.

Georg Stankewitz aus Kandel ist nicht begeistert vom Gebaren „seiner“ Sparkasse. Stankewitz hat seit Jahren ein Tagesgeldkonto bei der früheren Sparkasse Germersheim-Kandel gehabt, und er hat eine Beobachtung gemacht: Die Zinsen aufs Tagesgeld sind über die Jahre stetig gesunken, bis sie auf Null waren. Und da blieben sie. Auch dann noch, als die Nullzinsphase vorbei war und allgemein wieder von Zinssteigerungen berichtet wurde. Auch bei der Sparkasse Südpfalz sind die Zinsen gestiegen, wenn man beispielsweise einen Kredit wollte. Beim Tagesgeld tat sich hingegen nichts.

Aber was genau ist Tagesgeld? Tagesgeld ist laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine „Geldanlage ohne feste Laufzeit mit variabler Verzinsung“, das steht auf der Homepage. „Das heißt“, so die Bafin weiter, „dass die Bank den Zinssatz jederzeit erhöhen oder senken darf. Die Verzinsung orientiert sich unter anderem am jeweiligen Marktzins.“

Kunde macht seinem Ärger Luft

Also ruft der Kandeler in der vergangenen Woche seinen Berater bei der Sparkasse an und befragt ihn dazu, berichtet er. Dieser habe ihm erzählt, dass die Sparkasse tatsächlich auf die „alten“ Tagesgeldkonten keine Zinsen bezahlen werde, erzählt Stankewitz der RHEINPFALZ. „Der Kunde müsse von sich aus tätig werden. Falls ich Zinsen haben wollte, müsste ich ein neues Tagesgeldkonto eröffnen und dazu persönlich in der Filiale erscheinen.“ Für Stankewitz heißt das im Klartext: Die Sparkasse unterschlage allen Bestandskunden den Zins so lange, bis der Kunde sich beschwere.

Danach habe Stankewitz in einem zweiten Gespräch mit der Bank seinem Ärger Luft gemacht. Da sei ihm dann versichert worden, dass „die Geschäftsleitung nunmehr intern angeordnet habe, alle betroffenen Kunden anzuschreiben und nicht darauf zu warten, dass die Kunden es von sich aus merken“. Ihm habe man angeboten, den entgangenen Zins gutzuschreiben. Inhaltlich sei die Sache für ihn nun erledigt, auch wenn er vom Verhalten des Geldinstituts, das ja einem alten Slogan zufolge „südlich“ spricht, nicht begeistert ist.

Ein Brief soll kommen

Bei der Sparkasse heißt es, eine Aufregung seitens des Kunden sei nicht bekannt. Man biete „doch, wie auf Anfrage im August bereits angekündigt und in Ihrer Zeitung erschienen, unser neues Südpfalz-Tagesgeldkonto mit attraktiver Verzinsung an“, schreibt Sprecher Philipp Schneider. In der damaligen Ankündigung war nicht die Rede davon, was mit den alten Tagesgeldkonten der Bestandskunden passiert.

Bernd Jung, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, versichert im Gespräch mit der RHEINPFALZ, es stehe schon lange fest, dass alle Kunden angeschrieben werden sollen. Der Beschluss im Vorstand datiere vom August. Wegen des hohen Aufwands sei es nicht gelungen, alle Kunden gleichzeitig anzuschreiben. Seit der Fusion mit der Sparkasse Germersheim-Kandel gebe es elf verschiedene Kontomodelle, das habe es nicht leichter gemacht. Im Oktober sollen alle bestehenden Tagesgeld-Kunden per Brief informiert werden, dass sie mit der Umstellung auf das neue „Südpfalz-Tagesgeldkonto“ Zinsen erhalten werden. Laut Schneider ist die Eröffnung des neuen Kontos sowohl digital über den Internetauftritt als auch stationär über die Geschäftsstellen möglich.

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