Landau
Gasthaus der Gaumenfreunde im Null41 hat vorerst ein Ende
Rekordverdächtige Inflation und gestiegene Energiekosten hin oder her – die Menschen wollen es sich gut gehen lassen und kehren deshalb auch in Restaurants ein. Dies bekommt auch der Edenkobener Unternehmer Alexander Kurz zu spüren, sei es mit seinem Cateringunternehmen Gaumenfreunde Event GmbH oder im Restaurant Null41 an Landauer Landesgartenschaugelände (LGS), das die Firma die vergangenen vier Monate betrieben hat.
Noch bis Ostern hat das Restaurant im ehemaligen Militärbau geöffnet. Wobei bis auf wenige freie Plätze am Ostersonntag an den verbliebenen fünf Tagen, an dem die Lokalität noch Gäste empfängt, alle Tische reserviert sind. Wohlgemerkt in einem Gastraum, die für bis zu 80 Besuchern einen Sitzplatz bietet, exklusive jenen an der langen Theke.
„Wir hätten gerne weitergemacht“
Ihr Konzept sei aufgegangen, sagt Alexander Kurz. Von der bodenständigen, gutbürgerlichen Küche, die sie in ihrem als Gasthaus bezeichneten Lokal bis auf wenige freie Wochenenden donnerstags bis samstags servierten, fühlten sich die Gäste angesprochen. Wobei die Gaumenfreunde schon zum Start im Januar angekündigt hatten, dass es für sie zunächst ein viermonatiges Gastspiel sein werde, neudeutsch auch Pop-up genannt. Wenn also Räume für eine gewisse Zeit bespielt werden. „Wir hätten gerne weitergemacht“, betont Geschäftführer Alexander Kurz im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Doch wenn wir etwas machen, dann auch richtig.“ Und genau dafür fehle es ihm an Personal. Um solch einen Laden länger oder gar dauerhaft geöffnet zu können, brauche es Kräfte in der Küche und im Service, die es derzeit auf dem Arbeitsmarkt nicht gebe.
Bei den Gaumenfreunden hinzukommt aber auch noch das Geschäft auf Messen, Festen und Firmenleitern, die sie als Caterer begleiten. Eben noch auf der Weinfachmesse Prowein in Düsseldorf, das zweite Mandelmeilen-Wochenende in Edenkoben vor Augen, den Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Ems im Hinterkopf – den Edenkobener Betrieb erwartet ein volles Programm. Der Terminkalender ist voll, da die Gaumenfreunde seit der Fusion mit dem Billigheimer Betrieb Jester Audio im vergangenen Jahr als Volldienstleister im Eventbereich auftreten können, da sie seitdem auch die Licht, Ton- und Bühnentechnik liefern können. „Die wenigen freien Tage, die wir dieses Jahr, vor allem im Sommer haben, brauchen wir zum Regenerieren“, betont Alexander Kurz, der zugleich auch Chef des Edenkobener Hotels Das Prinzregent ist.
Wiedersehen nicht ausgeschlossen
Dabei bestehe gerade in Landau ein Bedarf an gastronomischen Betrieben. Auch vor dem Hintergrund, dass manche Restaurants mangels Personal dicht gemacht oder die Öffnungszeiten reduziert haben. In einer Zeit, in der sich ein „Nach-Corona-Effekt“ bemerkbar machte, der Drang bestehe, raus zu gehen und was zu erleben. Und weil er das Potenzial am Standort sehe und die Zusammenarbeit mit der benachbarten Vinothek Par Terre gut geklappt habe, hinterlässt Alexander Kurz seine Visitenkarte: sei es für ein erneutes Gastspiel Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres. „Wir sind in lockeren Gesprächen mit den Eigentümern des Gebäudes.“ Nicht ausgeschlossen sei ein langfristiger Aufenthalt in Landau. Er können sich gut vorstellen, die Lokalität gerade für besondere Anlässe zu vermarkten, also als Eventlocation zu betreiben. Kurz denkt dabei beispielsweise an Hochzeiten. Sollte es auf diese Schiene gehen, bedürfe es aber ausreichend Vorlaufzeit. Denn die ganzen Feiern für kommendes Jahr seien bereits jetzt organisiert, die Restaurants, die Caterer und Lokalitäten gebucht. Spannend würde das Geschäft also in Hinblick auf das Jahr 2025 werden.
Peter Sebastian von der Projektentwicklung Null41 bestätigt, dass man mit Alexander Kurz hinsichtlich eines Wiedersehens in Gesprächen ist. „Wir haben großes Interesse, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten und ihm eine Vorlaufzeit gewähren würden.“ Schließlich habe sein Konzept gut funktioniert, die Resonanz sei positiv. Und es sei in ihrem Sinne, die Lichter in der Lokalität möglichst bald wieder anzuschalten. Deshalb sei man offen für ein weiteres Pop-up, mögllicherweise noch im Frühjahr. „Die Türen stehen offen“, betont Peter Sebastian.