Landau
Gärtnerei-Areal wird bebaut
Bauherr Denis Baumann, der zurzeit auch das Freizeitcenter in Bornheim abreißen lässt und das Gelände unter anderem mit 60 Wohnungen neu bebaut, investiert mit seiner DB Wohnbau GmbH 20 Millionen Euro in den Bau von vier Mehrfamilienhäusern und sechs kleineren Bauten mit je einer Wohnung in Erdgeschoss und Obergeschoss. Sie sollen im Sommer 2023 bezugsfertig sein. Die Wohnungen werden zwischen 45 und 135 Quadratmeter groß und überwiegend als Eigentumswohnungen vermarktet. Der Großteil sei bereits verkauft, zehn bis elf Wohnungen seien noch zu haben. Gebaut wird nach dem energiesparenden KfW-55-Standard und mit begrünten Flachdächern.
Nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Hirsch entstehen auch 13 geförderte Wohnungen. Das entspreche der 25-Prozent-Quote, die zu Beginn der Planungen gegolten habe, die aber inzwischen auf 33 Prozent angehoben wurde. Diese Wohnungen will Baumann im Bestand behalten und selbst vermieten. Für Hirsch ist das Projekt ein wertvoller Beitrag zur Innenentwicklung und zur Umnutzung aufgegebener Flächen. Diese Innenentwicklung werde auch weitergehen. Dass auch altengerecht konzipierte Kleinstwohnungen geplant sind, stelle einen Beitrag dar, möglichst unterschiedliche Bedarfe abzudecken. „Wir brauchen diese Wohnungen“, sagte Hirsch.
Unliebsame Vorgeschichte
„Das ist ein junger Kerl von gerade mal 35 Jahren“, sagte Bernd Jung, der stellvertretende Vorsitzende der Sparkasse Südpfalz, über Baumann, der inzwischen viel in der Region gebaut habe. Die Sparkasse habe Baumann von Anfang an begleitet; sie vermarktet das auf den Namen Jardin 23 getaufte Projekt. Das französische Wort für Garten nimmt Bezug auf die angrenzende ehemalige Franzosensiedlung und das Gärtnereigelände sowie auf die Hausnummer.
Das Großprojekt hat eine längere Vorgeschichte: Im März 2018 war bekanntgeworden, dass für das rund 5500 Quadratmeter große Areal der Gärtnerei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden sollte, weil ein Investor aus Ludwigshafen dort eine Neubebauung mit rund 70 Wohnungen plante. Die Pläne konkretisierten sich nach und nach; schließlich war von einer vergleichsweise dichten Bebauung mit vier Mehrfamilien- und sechs Doppelhäusern die Rede, die über einer gemeinsamen großen Tiefgarage mit Zufahrt von der Zweibrücker Straße aus errichtet werden sollten. Beides war seinerzeit auch im Bauausschuss als zumindest problematisch thematisiert worden.
Nachbarn waren besorgt
Zunächst dominierte noch die Zustimmung, weil Nachverdichtung besser sei, als neue Baugebiete auszuweisen. Doch dann formierte sich Protest aus der Nachbarschaft, weil die Bebauungsdichte und die Gebäudehöhen deutlich höher als in der Umgebung ausgefallen wären. Die Nachbarn sorgten sich insbesondere wegen der Errichtung der Häuser auf der Tiefgarage. Sie fürchteten, es könne so ausgehen wie in der Schlettstadter Straße, wo derselbe Bauträger zwei Mehrfamilienhäuser in Hanglage errichtet hatte und dabei beide Keller nicht ausreichend im Untergrund versenkt hatte. Baurechtlich war dadurch ein Stockwerk mehr entstanden als genehmigt, optisch fühlte sich die dortige Nachbarschaft massiv bedrängt. Am Ende eines längeren Rechtsstreits hat der Bauherr den Keller komplett verfüllt. Der war damit nicht mehr nutzbar und zählte nicht mehr als Vollgeschoss, aber den Nachbarn half das nicht. Bauausschuss und Stadtrat waren zutiefst verärgert, dass kein anderer Kompromiss gefunden worden war.
Ob es wegen dieser unliebsamen Vorgeschichte war oder weil ihn die Verzögerung viel Geld gekostet hatte, wie der Investor wiederholt geklagt hatte, ist unbekannt. Jedenfalls wurde im Juni 2020 bekannt, dass der vormalige Eigentümer das Gelände verkauft und ein neuer Bauträger – Denis Baumann – die Umsetzung des Vorhabens übernommen hat. Der hat zwar mit ähnlich vielen Wohnungen geplant, aber mit deutlich niedrigeren Maßen und unter Verzicht auf die ursprünglich vorgesehenen Staffelgeschosse (Penthäuser).