Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Offenbach holt sich Schub für die Rückrunde

Zu großer Form aufgelaufen: Niklas Klein vom TV Offenbach, hier mit Yannik Jungblut (rechts) und Alexander Herzig.
Zu großer Form aufgelaufen: Niklas Klein vom TV Offenbach, hier mit Yannik Jungblut (rechts) und Alexander Herzig.

„Jetzt schalten wir mal alle einen Gang zurück.“ Mehrmals muss der Hallensprecher die Emotionen dämpfen. Der TV Offenbach gewinnt sein letztes Spiel vor der Weihnachtspause und rückt in der Oberliga auf Platz sechs vor.

Mit 30:27 (14:13) kann der TV Offenbach sein letztes Spiel vor der Weihnachtspause in der Handball-Oberliga vor 220 Zuschauern für sich entscheiden. Das Spiel gegen die HF Illtal steht lange auf des Messers Schneide. Der Hallensprecher muss die Gemüter mehrmals beruhigen.

„Keine Ahnung, warum das in der zweiten Halbzeit so gut lief. Das passiert immer mal wieder, dass ich in der Halbzeit den Schalter umlegen kann.“ So richtig konnte sich Niklas Klein auch nicht erklären, warum er nach durchwachsener erster Hälfte zu großer Form auflief. Er erzielte 10/4 Tore. Das war auch bitter nötig, denn die Gastgeber fanden anfangs überhaupt nicht ins Spiel. Gestützt auf den starken Torwart Yannic Klöckner, der freie Würfe sowie einen Siebenmeter unschädlich machte, kauften die Gäste mit aggressiver Abwehrarbeit den Offenbachern den Schneid ab. Nach 14 Minuten lagen sie mit 7:4 in Führung.

Kurze Deckung

Nach und nach berappelten sich die Gastgeber. Die Abwehr um den Innenblock mit Philipp Mohra und Lukas Klein ließ Max Mees, den besten Illtaler Torschützen, immer weniger zur Entfaltung kommen. Nach 23 Minuten glich Lukas Klein zum 10:10 aus. Niklas Klein und Sebastian Mohra sorgten für eine Zwei-Tore-Führung. Mit dem Pausenpfiff fiel das 14:13.

Beide Trainer schickten ihre Mannschaft mit taktischen Veränderungen in die zweite Hälfte. Den gewünschten Erfolg brachten sie nicht. Offenbach nahm Max Mees in kurze Deckung. Der war zwar aus dem Spiel, seine Mitspieler sprangen für ihn jedoch in die Bresche. Nach 37 Minuten erzielte Yannik Jungblut das 18:18.

Siebter Feldspieler

Die Gäste versuchten es mit dem siebten Feldspieler und fingen sich nach hektischem Wechsel prompt ein Kontertor von Sebastian Mohra. Derweil schlichen sich immer mehr Nickligkeiten ins Spiel, die Stimmung schaukelte sich allmählich hoch. Zunächst zeigte sich Offenbach unbeeindruckt. Niklas Klein erhöhte mit zwei Toren auf 22:19 (41.). Rechtsaußen Tino Gläßgen traf erst aus dem Rückraum und dann, unter drohendem Zeitspiel, nach klugem Zuspiel von Niklas Klein vom Kreis zum 24:22 (45.).

Die Offenbacher liefen Gefahr, sich von den wenigen, aber lautstarken Gästefans und teils derben Äußerungen anstecken zu lassen. Gefühlt jede Schiedsrichterentscheidung wurde diskutiert. Trainer Tobias Job nahm eine Auszeit, die der Hallensprecher zur Beschwichtigung nutzte: „Beruhigt euch. Jetzt schalten wir mal alle einen Gang zurück.“

Trainer Job stolz: Große Klasse

Lukas Klein erzielte das 25:22. Danach wurden jedoch klare Chancen vergeben. Illtal kam auf 25:26 heran (51.). Dies sollte das letzte Aufbäumen sein, denn Simon Gensheimer, Lukas und Niklas Klein mit seinem zehnten Tor sowie Tino Gläßgen ebneten den Weg zum fünften Heimsieg.

Tobias Job war sichtlich stolz: „Ich muss meiner Mannschaft ein dickes Kompliment machen. Wie sie hier den Kampf angenommen und auch in hektischen Phasen kühlen Kopf bewahrt hat, war große Klasse. Ein solch intensives Spiel zu gewinnen, wird uns einen dicken Schub für die Rückrunde geben.“ Mit dem vierten Sieg in Folge kletterte der TVO auf Rang sechs.

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