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Landau: Kultur Regional

Zum Valentinstag: Shakespeare auf Pfälzisch

Michael Bauer (rechts) und der Gitarrist Benno Burkhart treten oft zusammen auf.

Michael Bauer (rechts) und der Gitarrist Benno Burkhart treten oft zusammen auf. ( Foto: Privat)

Der in Herxheim lebende Autor Michael Bauer, bekannt nicht zuletzt durch den „klääne Pälzer“, hat Sonnette von William Shakespeare ins Pfälzische übersetzt. Der heutige Tag der Liebe und Liebenden ist ideal zur Lektüre von Original und Nachdichtung.

1609 erschien in London ein Gedichtband mit 154 Sonetten unter dem Titel „Shake-Speares Sonnets“. Was die Trennung im Namen des Dichters soll, ist nicht ganz klar, auch nicht, an wen diese Liebesgedichte gerichtet sind, ein Mann oder eine Frau? Haben die Texte einen biografischen Hintergrund, oder sind sie rein literarische Fiktion? Wie auch immer, es ist großartige Liebeslyrik. Und dass wir diese nun auch in der Sprache unserer Region lesen können, verdanken wir dem vielfach ausgezeichneten Autor Michael Bauer, der in Herxheim lebt. 15 Sonette hat er schon aus dem Englischen ins Pfälzische übertragen. Zwei davon stellen wie heute als Gruß zum Valentinstag vor.

Shakespeares Sonnet Nr. 18:

Shall I compare thee to a summers day?/Thou art more lovely and more temperate:/Rough winds do shake the darling buds of May,/And summer`s lease hath all too short a date:/Sometime too hot the eye of heaven shines,/And often is his gold complexion dimm’d;/And every fair from fair sometime declines,/By chance, or nature`s changing course, untrimm’d;/But thy eternal summer shall not fade/Nor lose possession of that fair thou ow`st;/Nor shall Death brag thou wander’st in his shade,/When in eternal lines to time thou grow’st;/So long as men can breathe or eyes can see,/So long lives this and this gives life to thee.

 

Sonett Nr. 18, pfälzisch nachgedichtet von Michael Bauer:

„Du bischt wie’n Summerdaach’- soll ich des saa“?/Nää. Du bisch lieber. Un viel besser temperiert!/Friehsommerknoschpe wer’n oft abgeschlaa’ vum Sturm. Die Sunn im Herbscht ihr Kraft verliert./Die Wärm, die brennt als Hitz uf Köpp un Bää./Aus Gold werd schumm’riches Gewittergrau./Es Schääne is uf äämol nimmi schää./Zufall? Verschleiß? Ich wääß es net genau!/Die’ Summerg’sichtsche awwer strahlt un glänzt./Dei Charme – ich wett“!– is niemols abgewetzt/un werd aa nie vum Dod ’eweggesenst./In denne Reime is des feschtgesetzt./Solang e Mensch noch aus de Aue guckt,/besteht dei’ Zauber, do ins Blatt gedruckt.

 

Shakespeares Sonnet 102:

My love is strengthen`d, though more weak in seeming;/I love not less, though less the show appear;/That love is merchandized whose rich esteeming/The owner`s tongue doth publish everywhere./Our love was new, and then but in the spring/When I was wont to greet it with my lays;/As Philomel in summer’s front doth sing,/And stops her pipe in growth of riper days:/Not that the summer is less pleasant now/Than when her mournful hymns did hush the night,/But that wild music burthens every bough/And sweets grown common lose their dear delight./ Therefore like her, I sometime hold my tongue,/Because I would not dull you with my song.

 

Sonett Nr. 102, pfälzisch nachgedichtet von Michael Bauer:

Glaab mer’s: Mei Lieb werd stärker mit de Zeit./Aa wann ich’s net grad so eraus trumpet’./Mei Herz, des flüschtert mää als dass es schreit:/„Bei mir gebt’s 1A-Liebesqualität!“/Wo mer noch jung war’n hab ich laut getönt./Viel lauter wie im Mai die Nachtigall./Mit Lovesongs dir es Trummelfell verwöhnt/Inzwische is des nimmi so de Fall./Versteh mich richtich: Ich hätt schun noch Grund./Nur reizt mich’s – ehrlich g’sagt – nimmi so sehr./Es quallern heit aus jedem Teenee-Mund/die Liebesschnulze masseweis’ doher./Deswege bin ich manchmol ääfach still,/weil ich mei Lieb’ net runnernud’le will. |rhp

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