Contwig
Werkleiter: Glasfaserfirma arbeitet unseriös
„Die Arbeiter machen viele Dinge, die seriöse Firmen im Tiefbau nicht machen würden“. So die klaren Worte des Werkleiters Eckart Schwarz zum UGG-Ausbau in Contwig. Schwarz macht deutlich, dass er dem Internetausbau im Landkreis nicht abgeneigt ist, allerdings erwarte er ein ordentliches Arbeitsbild. Er kritisiert zum Beispiel die Tiefe, in der die Leitungen liegen. Sie würden knapp unter die Pflastersteine gelegt. „Der Gehweg wird nicht aufgegraben, sondern eher aufgekratzt“, sagt Schwarz. Die Leitungen liegen nur zehn bis 20 Zentimeter in der Erde. Zum Vergleich: In Battweiler würden die Leitungen beim Straßenausbau rund 60 Zentimeter in den Boden hineingelegt. Knackpunkt an einer solche geringen Tiefe ist, dass bei jeder anstehenden Baustelle in Zukunft die Glasfaserkabel im Weg liegen könnten. Die Folge ist laut Schwarz wesentlich mehr Arbeit, womöglich sogar per Hand, und dementsprechend höhere Baukosten. „Wir würden unsere Leitungen so nicht verlegen. Es wird keine Rücksicht auf den Bestand genommen“, kritisiert er.
Zudem seien seitens der UGG bei den Werken keine Pläne zu bestehenden Versorgungsleitungen in Contwig und Stambach eingeholt worden. „Ich befürchte auch, dass die UGG keine Pläne machen wird, wo die Leitungen liegen“, ergänzt Schwarz. Auch das könnte für zukünftige Baustellen ein großes Problem sein, da immer wieder die Glasfaser-Leitungen getroffen werden könnten. Die Folge wäre ein Internetausfall.
Brinette: Gräben werden ordentlich verschlossen
Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette verteidigt gegenüber der RHEINPFALZ die Arbeit der UGG. Die Gräben in den Straßen, die derzeit noch mit Schotter oder Pflastersteinen verschlossen sind, sollen nach Ausbauende ordentlich mit Asphalt verschlossen werden. Die aktuelle Methode mit Pflastersteinen sei lediglich ein Provisorium, da noch nicht alle Hausanschlüsse gelegt werden. „Die wollen da auch nur wirtschaftlich arbeiten und nicht immer wieder den neuen Asphalt aufreißen“, sagt Brinette.
Ebenso ist laut der Bürgermeisterin die Verlegetiefe der Glasfaserkabel passend. In Straßen, in denen in den kommenden Jahren ein Ausbau stattfinden soll, habe die UGG die Kabel sogar in einer Tiefe zwischen 60 und 80 Zentimeter verlegt. „Damit ist dann beim Ausbau nichts im Weg“, kommentiert Brinette. Dennoch: Überall in Contwig und Stambach hat die UGG das nicht getan. Und natürlich könnten bei zukünftigen Baustellen die Glasfaser-Leitungen im Wege liegen. Aber, so Brinette: Auch die anderen Versorgungsleitungen würden dann stören. Und die UGG erstellt laut Brinette einen Ausbauplan, ebenso lägen Verdichtungsnachweise vor.
