Ruppertsweiler Warum sich Bürgermeister Guido Hahn aus der Ortspolitik zurückzieht

Die Ruppertshalle muss dringend saniert werden. Die Finanzierung ist noch offen.
Die Ruppertshalle muss dringend saniert werden. Die Finanzierung ist noch offen.

Ruppertsweilers Ortsbürgermeister Guido Hahn tritt bei der nächsten Kommunalwahl am 9. Juni 2024 nicht mehr als Ortsbürgermeister an. Er werde auch nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren, verkündete der Ortsbürgermeister in der Ratssitzung am Montag.

Die Kritik einzelner Ratsmitglieder an seiner Amtsführung nannte Guido Hahn als Grund für seinen Rückzug, ohne näher darauf einzugehen. „Der Handlungsspielraum von Bund, Land und Kreis und meinen in der FWG-Fraktion angezweifelten Führungsstil haben mich zu diesem Entschluss bewegt“, sagte Hahn am Montag in der Sitzung des Gemeinderates.

Hahn wurde im Dezember 2017 als erster Beigeordneter unter Ortsbürgermeister Hans Föller gewählt, den er ab 2018 vertrat. Im Januar 2019 nominierte die FWG den damals 59-Jährigen als Bürgermeisterkandidaten. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er ohne Gegenkandidaten zum Ortsbürgermeister gewählt und in der Ratssitzung am 24. Juni 2019 ins Amt eingeführt.

Hahn: Bei Vereinsförderung kein Spielraum

Die Kritik von Peter Stumpf, dem ehemaligen Vorsitzenden des örtlichen Fußballclubs, in einem RHEINPFALZ-Bericht im Nachgang der diesjährigen Jahreshauptversammlung, wies Hahn zurück. Stumpf hatte damals die seiner Ansicht nach mangelnde Förderung des Fußballclubs durch die Gemeinde und mangelndes Engagement der Gemeinde für die Vereine allgemein kritisiert. Der Gemeinde zahle der FCR jährlich 5200 Euro für Strom und Wasser für die Nutzung der Ruppertshalle, der FCR erhalte dagegen jährlich nur 320 Euro Vereinsförderung. „Dass nur das Nötigste getan wird, liegt daran, dass wir keinen Spielraum haben – und das schon seit Jahren“, sagte Hahn. Die Kritik, andere Gemeinden täten mehr für die Vereine, sei sachlich falsch.

Die Ruppertshalle beschäftigte den Rat ebenfalls. Michael Becker wird ein „Beratergremium“ zusammenstellen, außerdem regte er erneut eine Einwohnerversammlung an, in der über die dringend notwendige Sanierung informiert wird: „Wenn wir jetzt keine Sanierung angehen, können wir die Halle bald abschließen“, so Becker. Viele Bürger sähen allerdings die Notwendigkeit einer Sanierung nicht. Dazu erklärte Hahn, es gebe noch keine Förderzusagen für die Sanierung und bevor die Finanzierung stehe, ergebe eine Einwohnerversammlung keinen Sinn.

Keine Mittel in Haushalt eingestellt

Kritik an der Kreisverwaltung gab es im Zusammenhang mit dem laufenden Haushalt. „Warum sind noch keine Mittel eingestellt für dringend notwendige Investitionen?“, wollte Michael Becker wissen. „Die Gelder sind von der Kreisverwaltung noch nicht freigegeben. Das liegt bei der Kreisverwaltung auf Eis, keiner weiß was“, sagte Ortsbürgermeister Hahn. „Eine Gemeinde handlungsunfähig zu machen, das kann doch nicht sein“, kritisierte Günter Ehrgott diesen Umstand.

Guido Hahn
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