Bürgermeisterwahl Pirmasens-Land
Warum Klaus Weber die Stichwahl gewann
Weniger als die Hälfte der 10.095 Wahlberechtigten nutzten am Sonntag ihr Stimmrecht. Das ist die Enttäuschung des Stichwahltages in der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land. Im Vergleich zum ersten Wahlgang am 27. März wurden 431 Stimmen weniger abgegeben, die Wahlbeteiligung sank von 50,9 auf 46,7 Prozent.
2547 Stimmen (54,4 Prozent), und damit 359 mehr als im ersten Wahlgang, entfielen auf Klaus Weber (CDU). 2133-mal war der Name Harald Hatzfeld (SPD) auf dem Stimmzettel angekreuzt, 217 Kreuzchen mehr als vor zwei Wochen. Der Stimmen-Vorsprung von Weber auf Hatzfeld ist angewachsen. Waren es vor zwei Wochen noch 272 Stimmen, so sind es jetzt 414.
Viele Kupper-Wähler blieben daheim
Am 27. März war der Vinninger Einzelbewerber Felix Kupper als dritter Kandidat am Start, er hatte damals 1007 Stimmen auf sich vereint. Wären die zusammen 576 Stimmen Zugewinn, die Weber und Hatzfeld am Sonntag verbuchten, alleine dem Kupper-Lager zuzuordnen, dann wären von den damals 1007 Kupper-Wählern am Sonntag 431 zu Hause geblieben. Das entspricht im übrigen genau der Differenz der abgegebenen, gültigen Stimmen bei der Wahl Ende März und der Stichwahl am Sonntag (5111:4680).
In sieben der zehn Orte der Verbandsgemeinde hatte Weber die Nase vorne, nämlich in seinem Heimatort Bottenbach, in Eppenbrunn, Hilst, Obersimten, Ruppertsweiler, Schweix und Vinningen. Hatzfeld lag in Kröppen, Lemberg und seinem Heimatort Trulben vorne. Das war vor zwei Wochen noch anders, da hieß es 5:5. In der Stichwahl schob sich Weber in der eigentlichen SPD-Hochburg Eppenbrunn an Hatzfeld vorbei, holte dort 17 Stimmen mehr (277:260). Auch in Schweix drehte es sich, Weber lag mit 91 Stimmen deutlich vor Hatzfeld (69). Schweix ist der einzige Ort, in dem ein Bewerber weniger Stimmen verbuchen konnte, als im ersten Wahlgang. Vor zwei Wochen hatten noch 71 Schweixer Hatzfeld angekreuzt.
82 Prozentpunkte Differenz in Bottenbach
Den größten Vorsprung verbuchten beide Kandidaten in ihren Heimatorten, in denen sie Bürgermeister sind. Weber kam in Bottenbach auf 91,1 Prozent der Stimmen, 401-mal wurde sein Name angekreuzt. Hatzfeld erhielt 8,9 Prozent oder 39 Stimmen. 82,2 Prozentpunkte betrug die Differenz. Auch in Trulben war es eindeutig, aber nicht ganz so drastisch. 477 Trulber stimmten für ihren Ortsbürgermeister (74 Prozent), 168 für Weber (26 Prozent). 48 Prozentpunkte betrug die Differenz.
Deutlich gewann Weber in Ruppertsweiler (67,2 Prozent) und Vinningen (61,2 Prozent). Das waren zwei Orte, in denen im ersten Wahlgang Felix Kupper viele Stimmen erhielt. In Ruppertsweiler lag Kupper bei 25,4 Prozent/134 Stimmen, in Vinningen bei 35 Prozent/280 Stimmen. Weber legte in Ruppertsweiler um 62 Stimmen (Hatzfeld um elf) zu, in Vinningen um 70 (Hatzfeld um 57). In Vinningen waren es im Vergleich zum ersten Wahlgang aber 153 Wähler weniger, die Wahlbeteiligung war von 59 auf 48 Prozent gesunken.
Hatzfeld konnte sich in Kröppen deutlicher von Weber absetzen, 6,8 Prozentpunkte lagen zwischen den beiden Bewerbern.
13 Stimmen Unterschied in Lemberg
Am knappsten fiel die Entscheidung in Lemberg aus. 13 Stimmen mehr verbuchte Hatzfeld und kam auf 50,6 Prozent, Weber landete bei 49,4. Nur hier gab es das Kopf-an-Kopf-Rennen, von denen beide Kandidaten vor der Stichwahl gesprochen hatten. Erneut war Lemberg der Ort mit der niedrigsten Wahlbeteiligung, lediglich 34 Prozent der Wähler gingen zur Urne. Vor zwei Wochen waren es noch 37,5 Prozent. So konnte Hatzfeld hier keinen Boden auf Weber gutmachen.