Waldfischbach-Burgalben
Wann die Brandruine abgerissen wird, steht in den Sternen
Die Schenk-Gruppe aus Pirmasens hat die Genehmigung dieses zu bauen. Für mehr Freude hätte im Ort sicher gesorgt, wenn zunächst das ehemalige Hotel Martin abgerissen worden wäre, das in den Seniorenwohnheimplänen eine Rolle spielt.
Ob und wann die Ruine abgerissen wird, steht nach wie vor in den Sternen. Es habe sich nichts geändert, sagte Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael Oestreicher (BWB). Verbandsbürgermeister Felix Leidecker (CDU) wollte sich von Investor Manfred Schenk auf den aktuellen Stand bringen lassen und hatte für sich und Oestreicher einen Termin bei Schenk vereinbart. Erkenntnis aus diesem Gespräch, die Brandruine des ehemaligen Hotels betreffend: Es tut sich nichts und es könnte noch Jahre dauern, fasste Oestreicher zusammen. Nach wie vor sei die Sache rechtlich nicht geklärt. Offen ist, wer für die Kosten aufkommt, die in Folge des Brandes entstanden sind. Der bisherige Eigentümer aus der Südpfalz möchte nicht zahlen, keine Versicherung will zahlen und auch die Schenk-Gruppe will nicht zahlen respektive nicht den vor dem Brand vereinbarten Kaufpreis zahlen, wenn sie für die Kosten aufkommen müsste.
Für die ist derzeit der Steuerzahler über die Kreisverwaltung in Vorlage gegangen. Es geht zum Beispiel um die Kosten für die im August 2020 notwendige, mehrere Tage dauernde aufwändige Asbestreinigung im Umfeld des abgebrannten Hotels. Die Hauptstraße war lange gesperrt, der Gehweg ist es bis heute, weil aufwändigere Sicherungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Zum Beispiel wurde ein Notdach installiert.
Ärger über Bauamt
Vor diesem Hintergrund ärgerte sich Oestreicher sehr über das Bauamt des Kreises. Man habe zu Beginn des Jahres bereits um einen Termin gebeten, um über das Hotel Martin zu reden. Das müsse weg, zumindest die Sicherung müsse weg, der Gehweg solle wieder nutzbar werden, skizzierte Oestreicher, um was in dem Gespräch gehen soll. Problem aus seiner Sicht: Bis dato habe der Vertreter des Bauamtes keinen Termin gemacht. Das könne nicht sein.
Der Schandfleck in der Ortsmitte könnte also noch geraume Zeit einen Anblick zum Wegkucken bieten, der den Ort sicher nicht aufwertet. Denn, auch das habe Schenk im Gespräch mit ihm und Felix Leidecker erklärt, sagte Oestreicher am Mittwoch im Gemeinderat, „zur Not baut er das Seniorenheim hinter dem Alten Rathaus auch alleine“. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Schenk der Gemeinde mitgeteilt: „Vor Baubeginn müssen wir sicher sein, dass wir den Mietvertrag voll umfänglich erfüllen können, also alle Grundstücke müssen bei uns sein.“ Mit Alloheim hatte die Schenk-Gruppe einen Vertrag über beide Projekte – Seniorenheim hinter dem Alten Rathaus und betreutes Wohnen auf dem ehemaligen Hotel-Gelände – abgeschlossen. „Sollte die Übernahme des Grundstücks scheitern, müssten wir zuerst neue rechtliche Voraussetzungen im Mietvertrag und in den Grundbüchern schaffen“, hatte Schenk der Gemeinde im Herbst erläutert. Die Rodungs- und Abrissarbeiten deuten darauf hin, dass an diesen Veränderungen parallel gearbeitet wird, um bauen zu können, wenn die Grundstücksübernahme Hotel Martin endgültig scheitern sollte.
Einen Zeitplan für den Bau des Seniorenheim gebe es aber noch nicht. Mit den Rodungs- und Abrissarbeiten wurde die erste Basis dafür geschaffen. Auch bei diesem Projekt – Betreiber des Seniorenheimes wird die Alloheim-Gruppe werden, einer der größten privaten Heimbetreiber in Deutschland – hatte es Verzögerungen gegeben. Unter anderem weil die Bundesregierung 2022 die Förderung für sogenannte Effizienzhäuser gestoppt hat. Fördergelder aus diesem Topf waren eingeplant gewesen. Das hatte Auswirkungen auf die geplante Finanzierung des Projektes. Die Baugenehmigung für ein vierstöckiges Gebäude in L-Form, das 105 Zimmer bieten soll, liegt vor.