Waldfischbach-Burgalben
Hochwasserkatastrophe: Feuerwehr will gezielt Hilfe leisten
Jede Hilfsmaßnahme sei wichtig. Man habe sich bewusst entschieden, auf diese Weise zu helfen. „Die Menschen vor Ort, die wissen, was wirklich fehlt, können das Geld gezielt für die benötigte Hilfe einsetzen“, informierte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) im Feuerwehrausschuss. Durch den stellvertretenden Wehrleiter Dominik Klingel aus Schmalenberg, dessen Schwester bei der Kreisverwaltung Ahrweiler arbeitet – die Verbandsgemeinde Adenau liegt im Kreis Ahrweiler –, sei die konkrete Hilfsaktion angeregt worden.
In ersten Gesprächen hätten die Verantwortlichen in der Verbandsgemeinde Adenau aufgezeigt, dass die Schäden an den Wasserver- und -entsorgungseinrichtungen mit hoher Priorität gelöst werden sollen. Die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben selbst verfügt über keine Trinkwasseraufbereitungsanlagen. „Wir haben sofort Kontakt zur WVE in Kaiserslautern aufgenommen“, berichtete Weber. Die WVE kümmert sich als Betriebsführer um die entsprechenden Einrichtungen in der Verbandsgemeinde. Von dort sei sofort Bereitschaft signalisiert worden, zu helfen. „Mittlerweile steht die Verbandsgemeinde Adenau mit der WVE im Kontakt“, sagte Weber.
Auch Partnergemeinde will helfen
Die Verbandsgemeinde plant Geld aus ihren Verfügungsmitteln zu nehmen, um in der Verbandsgemeinde Adenau zu helfen. Der Bürgermeister der thüringischen Partnerstadt der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, Schleiz, habe sich gemeldet. Schleiz sei selbst schon von Hochwasser betroffen gewesen, der Gemeinde sei damals geholfen worden. Jetzt signalisiere sie, selbst helfen zu wollen, teilte Weber mit. „Für viele unserer Bürger, die spenden wollen, ist es wichtig, dass sie wissen, wo geholfen wird, dass sie einen Bezug haben. Den stellen wir mit dieser Maßnahme her“, sagte Weber. Eine wichtige und richtige Entscheidung, sagte Felix Leidecker (CDU), der beruflich bedingt im Katastrophengebiet war und feststellte, dass man sich absolut nicht vorstellen könne, wie es dort aussehe.
Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben hat, wie andere Feuerwehren in der Region auch, Spenden gesammelt. Es sei sehr viel gespendet worden, sagte Wehrleiter Harald Bohl. Am Samstag wird es einen Hilfstransport in die vom Hochwasser betroffene Region geben. Was nicht mehr gebraucht werde, sind zum Beispiel Kleiderspenden. Die Zentren vor Ort im Krisengebiet, in denen gespendete Artikel sortiert und verteilt werden, seien voll. Dringend benötigt würden dagegen Hygieneartikel und vor allem Werkzeug wie Schaufeln, Hacken und Schubkarren. Das soll am Samstag zusammen mit der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Landstuhl an die Ahr gefahren werden. Die Landstuhler hatten angefragt, ob Waldfischbach-Burgalben Transportkapazitäten hat. Denn auch in Landstuhl wurde gespendet. „Die Kapazitäten haben wir“, sagte Bohl.
Bohl: „Wir stehen bereit“
Er teilte mit, dass die Verbandsgemeinde-Feuerwehr auch vom Kreis angefragt worden sei, ob sie mit Personal und Ausrüstung im Krisengebiet helfen kann. Das sei entsprechend gemeldet worden. Bislang sei die Wehr, für die diese gemeldete Bereitschaft weiter gilt, noch nicht angefordert worden. Aktuell seien im Krisengebiet vor allem das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr im Einsatz, um mit schwerem Gerät zu arbeiten. Sollten anschließend verstärkt wieder Feuerwehrleute für Hilfsmaßnahmen benötigt werden, „stehen wir bereit“, sagte Bohl.