Kreis Südwestpfalz Frühstück für Kinder in Ghana

Der Verein unterstützt eine Schule in Nord-Ghana, wo die Kinder zuvor kein Frühstück bekamen.
Der Verein unterstützt eine Schule in Nord-Ghana, wo die Kinder zuvor kein Frühstück bekamen.

Seit 2018 ermöglicht der Bechhofer Verein Te Bihi Kindern einer Schule in Ghana ein tägliches Porridge-Frühstück. Der Verein setzt dabei in Musidema auf Nachhaltigkeit. So müssen die Eltern unter anderem bei der Zubereitung des Frühstücks helfen.

Lisa Welcland kennt die Verhältnisse in Ghana. Sie arbeitete dort mehrfach als Hebamme. „Ich habe schon während meiner Ausbildung ein Praktikum in Ghana gemacht“, berichtet die in Bruchmühlbach-Miesau Aufgewachsene. „Ich war so von den Leuten fasziniert, dass ich 2006, nach meinen Examen, erneut nach Ghana gegangen bin, um meine Hebammenanerkennung zu bekommen. Ich habe da drei Jahre gearbeitet.“ Seit 2012 ist die Mutter eine Tochter zurück in Bechhofen. Zwischenzeitlich war sie in London, um in einer großen Klinik als Hebamme zu arbeiten. Und es zog Welcland erneut nach Ghana, um ein Masterstudium in Internationaler Kindergesundheit abzuschließen. Te Bihi hat sie gegründet, um Kindern an der Schule in Musidema ein tägliches Porridgefrühstück zu ermöglichen. Die Hilfe des Bechhofer Vereins vor Ort soll dabei nachhaltig sein. Deshalb hat er zusätzliche Vereinbarungen mit den Eltern getroffen. „Wir haben gefragt: Wenn wir euch den Porridge stellen, was stellt ihr uns? Die Gemeinde muss jetzt zum Beispiel Feuerholz besorgen. Einen Koch organisieren. Die Eltern haben Geld für Töpfe in der Schulküche gesammelt.“ Würde der Verein, wie viele andere, lediglich sein Geld nach Afrika verschicken, drohe der Effekt, dass es den Porridge nur so lange gibt, wie Geld in Musidema ankommt. Welcland und ihre Mitglieder denken aber weiter. „Unser Ziel ist, dass das Mehl für den Porridge eines Tages in der Gemeinde produziert werden kann. Dass zum Beispiel ein Mann mit einer Mühle ein Geschäft aufbauen kann. Oder dass die Schule ein Feld bekommt, wo sie Getreide selbst anbauen kann.“ Musidema liegt im Norden von Ghana. Dort befindet sich die Schule, „die am weitesten abgelegen ist, wo niemand nach den Kinder geguckt hat und wo die Schüler den größten Hunger hatten. Die Menschen in Musidema leben von Landwirtschaft, und die Frauen haben keine Jobs. Die Kinder gehen deshalb morgens ohne Frühstück aus dem Haus. Weil es keinen Kühlschrank gibt und nichts zu essen. Außerdem haben wir Leute vor Ort, die immer wieder nach dem Rechten sehen können. Weil wir mit dem Gesundheitsministerium und mit der Schule vernetzt sind. Unser Verein ist zu diesem Zweck auch in Ghana registriert.“ Welclands Ehemann hat im Ghanaer Gesundheitsministerium als Ernährungswissenschaftler gearbeitet. Im Rahmen einer Gesundheitsevaluation fand er heraus, dass das Mittagessen der Kinder in Ghana nicht ausreichend nahrhaft ist. Der Porridge für die Kinder in Musidema ist nahrhaft. Er setzt sich aus Mais, Sojabohnen und Erdnüssen zusammen. Der Porridge wird gemahlen, zu einem Mehl verarbeitet und etwas gesüßt. In der Küche wird er von den Müttern der Kinder zubereitet. Seine erste Spende generierte der Verein vor einem Jahr vom saarländischen Hebammenverband. Seit Dezember 2017 ist er tätig. Decken Kontrollen Fehler in der Spendenkette auf, handelt er. So fand Te Bihi heraus, dass die Kinder ihr Frühstück eine Zeit lang nicht um 7.30 Uhr, sondern erst nach 10 Uhr bekamen. Der Grund hierfür war, dass einige Mütter wegen der großen Entfernung zur Schule nicht früher kommen konnten. „Wir haben das abgestellt“, versichert die Vereinsvorsitzende. Konsequent handelte der Verein, nachdem die Schulküche nach einer Zerstörung durch einen Sturm nicht schnell genug wieder aufgebaut wurde. Die Zahlungen für den Porridge wurden für zwei Wochen eingestellt, weil eine Küche ja auch aus hygienischen Gründen benötigt wird. „Danach stand sie wieder“, erzählt Lisa Welcland.