Rieschweiler-Mühlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Adventskalender, für den man spazieren gehen muss

Weihnachtswichtel „Snorre“ verrät jeden Tag, an welcher Bank man suchen muss.
Weihnachtswichtel »Snorre« verrät jeden Tag, an welcher Bank man suchen muss.

Adventsfenster gibt es in diesem Jahr in Rieschweiler-Mühlbach nicht, dafür können die Einwohner jeden Tag im Dezember auf die Suche nach einem Weihnachtsmann gehen. Ein altbekanntes Fest soll es 2022 in einer Neuauflage geben.

„Egal, was mit Blick auf Corona noch so kommt, das können wir auf jeden Fall machen.“ Denise Florl, die Vorsitzende des Heimatvereins Rieschweiler-Mühlbach, berichtet von einer vorausschauenden Entscheidung in Sachen Adventsaktion im Ort. Dafür haben sich die Vereinsverantwortlichen eine Art Adventskalender ausgedacht.

Und der geht so: Jeden Tag im Dezember präsentiert der Weihnachtswichtel „Snorre“ – der steht in der Bäckerei Grunder in der Bahnhofstraße – ein Foto von einer der zahlreichen Bänke, die auf der Gemarkung der Doppelgemeinde stehen. Diese wurden unlängst von einem Bautrupp des Heimatvereins, bekannt als die „Bankräuber“, nahezu alle repariert und aufgehübscht. An der jeweiligen Bank befindet sich dann an dem Tag ein kleiner Holz-Weihnachtsmann. Wer diesen zur Bäckerei bringt, bekommt ein Geschenk. Früh aufstehen für einen Spaziergang ist also im Advent im Ort angesagt. „Mal schauen, wie viele mitmachen. Vielleicht verlängern wir die Aktion auch noch“, so die Vorsitzende, die darum bittet, dass die Tagessieger nur einmal bei der Aktion mitmachen, damit auch andere die Chance haben, eines der Adventstürchen zu öffnen.

Dieses Jahr sowieso keine Adventsfenster

Stichwort Adventsfenster: Die seit einigen Jahren im Ort etablierten Adventsfenster – Zusammenkünfte an wechselnden Orten im Dorf vor geschmückten Fenstern – fallen dieses Jahr aus. Im vergangenen Jahr gab es wegen des Lockdowns nur so genannte stille Adventsfenster – auf größere Zusammenkünfte mit Glühwein wurde verzichtet. „Wir haben ja eigentlich auch einen Zwei-Jahres-Rhythmus“, erklärt Florl, die vorm Engagement des Heimatvereins in Sachen Adventsfenster auch dem losen Zusammenschluss der Organisatoren angehörte, die die Fenster-Aktion zuvor planten. Von daher seien 2021 auch eigentlich keine Fenster geplant gewesen. Eine leise Hoffnung hegt Florl noch auf die traditionelle Zusammenkunft im Dorf am 23. Dezember. „Wir behalten aber die Zahlen im Auge.“

Bereits abgesagt ist der Weihnachtsmarkt im Ort, der in diesem Jahr eine Neuauflage erleben sollte. „Wir waren eigentlich auf Go, dann gingen aber die Zahlen schnell nach oben“, berichtet Norbert Semar, der Vorsitzende des Vereinsrings auf RHEINPFALZ-Anfrage. Mitte November sei im Vorstand und auch in Absprache mit den teilnehmenden Vereinen die Entscheidung gefallen, den Markt 2021 wegen der steigenden Corona-Neuinfektionen nicht neu zu starten und noch ein Jahr zu warten. 2018 fand der in den 1980er Jahren etablierte Weihnachtsmarkt – quasi das Dorffest der Doppelgemeinde – zum letzten Mal statt. 2019 fiel der Markt aus, die Organisatoren, federführend ist der Vereinsring, wollten das Konzept ändern. Über die Jahre waren Aufwand und Kosten immer weiter gestiegen. Ein großer Batzen floss in die aufwendigen Zelte, die in der Bahnhofstraße gestellt werden mussten und als Veranstaltungsräume dienten.

Neue Ideen für den Weihnachtsmarkt

Für den Neustart hatten die Verantwortlichen das Gelände rund um die Kirche in Rieschweiler ins Auge gefasst, berichtet Semar. „Von der Atmosphäre ist der Standort natürlich toll, von der Topografie aber anspruchsvoll“, spielt Semar auf die Steigungen im Gelände an, aber auch auf den kompakteren Ort, an dem die Stände näher hätten zusammen gerückt werden können.

Es habe noch andere Ideen gegeben, aber die Kirche und das nahe gelegene Martin-Luther-Haus eigneten sich hervorragend für Veranstaltungen. „Das Presbyterium und Pfarrerin Gundacker waren auch sehr angetan von der Idee“, so Semar. Vereinsring und die beteiligten Vereine (Semar: „Der Markt ist auch eine wichtige Einnahmequelle“) haben nun ein Jahr länger Zeit, um das Konzept weiter auszuarbeiten – und auch Alternativen zu prüfen. „Wir wollen alle Konzepte überprüfen und stehen auch im Austausch mit den Vereinen.“

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