Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Bernhard: „Wollen wir Glasfaser oder nicht?“

Wie hier in Stambach müssen die Gehwege wieder ordnungsgemäß hergestellt werden.
Wie hier in Stambach müssen die Gehwege wieder ordnungsgemäß hergestellt werden.

Einen Tod muss man sterben. Das sagt – sinngemäß – Bürgermeister Bernhard zur Diskussion um die Arbeiten am Glasfasernetz in Contwig. Dort gebe es mehrere Besonderheiten.

Wer schnelles Internet möchte, der muss damit leben, dass Glasfaserkabel verlegt werden und dadurch auch Einschränkungen entstehen. Dieser Meinung ist Björn Bernhard, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Werkleiter Eckart Schwarz, zu dessen Bereich die Wasser- und Abwasserversorgung gehört, hatte die Glasfaserfirma UGG kritisiert, die in Contwig Leitungen fürs schnelle Internet verlegen lässt. Er monierte unter anderem, dass die Kabel nicht tief im Gehweg liegen, und befürchtete, dass die neuen Leitungen nicht korrekt dokumentiert werden. Seine Sorge: Wenn die Werke künftig an ihre Leitungen müssen, wird das schwieriger und womöglich teurer, weil sie aufpassen müssen, keine Glasfaserkabel zu beschädigen.

Es sei legitim, dass der Werkleiter seinen Bereich im Auge hat – und damit auch die Gebühren der Verbraucher, sagt Bürgermeister Bernhard. Aber die Frage sei: „Wollen wir Glasfaser, oder wollen wir kein Glasfaser?“ Natürlich beiße sich der Ausbau in Contwig mit den vorhandenen Leitungen, stimmt er Werkleiter Schwarz zu. Aber die Leute, vor allem die Stambacher, seien froh, „dass endlich was passiert“. Deshalb stehe er zwar hinter seinem Werkleiter, sei aber „nicht ganz seiner Meinung“. Die Firma UGG hatte ihre Arbeitsweise und die der beauftragten Firmen verteidigt. Auch Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette wies die Kritik zurück.

Am Anfang Schwierigkeiten

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard sagte am Freitag im Gespräch mit der RHEINPFALZ, es habe am Anfang Schwierigkeiten gegeben, etwa weil die Firma mit acht Kolonnen angerückt sei: „Die haben überall gewerkelt.“ Aber es habe immer Absprachen gegeben, die eingehalten worden seien. Es gebe durchaus Bauschäden, und vielleicht müsse die ein oder andere Stelle noch mal aufgerissen werden, aber auch hier habe er keine Sorge, dass dies ordnungsgemäß erledigt wird.

Dazu, dass die Glasfaserkabel nahe an der Oberfläche liegen werden, sagte Bernhard: „Die Tiefe ist natürlich nicht gut für uns.“ Aber sie sei gesetzlich in Ordnung. „Alles, was der Kreis gefordert hat, hat die UGG eingehalten“, versichert er. Auch das Bauamt sei eingebunden, weil es genehmigen musste, dass die Gehwege geöffnet werden. Die Firma Scharding habe bereits den Auftrag, in den nächsten Wochen Straßen wieder ordnungsgemäß zu asphaltieren, die aufgerissen wurden, um auf die andere Seite zu gelangen.

Contwig ist eine Besonderheit

„In den kleineren Orten wird das ganz anders ablaufen“, ist sich Bernhard sicher. Contwig sei eine Besonderheit. Wegen der vielen Straßen und weil hier die Gas- und Wasserleitungen oft im Gehweg liegen und nicht in der Straße. Viele andere Dörfer hätten auch gar keine Gasleitungen. In der Finken- und der Habichtstraße komme dazu, dass die Gehwege sehr schmal seien. Aber es gehe hier ums Neubaugebiet, und die Alternative sei gewesen, 500 Meter einer neuen Straße aufzureißen. Da habe man die Leitungen lieber mit zu wenig Abstand in den Gehweg gelegt.

„Natürlich müssen wir, wenn es hart auf hart kommt, Handschachtungen machen“, gibt der Bürgermeister seinem Werkleiter recht. Um keine Kabel zu beschädigen, müssen die Arbeiter dann auf den Bagger verzichten und zur Schaufel greifen, was teurer ist. Aber im Vertrag mit der UGG sei festgelegt, dass die Firma die Mehrkosten zahlt.

Bernhard: Manche Gerüchte schlicht falsch

Für Bernhard gibt es keine Alternative: „Glasfaser ist in vielen Orten essenziell.“ Selbst Dörfer, die derzeit gut angebunden seien, müssten sich für die Zukunft rüsten. Er erinnert auch daran, dass der Ausbau von Contwig gewollt und einstimmig beschlossen sei. Und einiges an Gerüchten, was die Runde gemacht habe, sei schlicht falsch. Zwar sei der Zoll einmal vor Ort gewesen, aber er habe nicht die Baustelle eingestellt. Im Gegenteil: Es habe keine Beanstandungen gegeben. Es stimme auch nicht, dass die Arbeiter, die bei Subunternehmen beschäftigt sind und unter anderem aus Spanien kommen, rund um die Uhr im Einsatz seien und in unwürdigen Behausungen leben müssten. Dass sie nicht nur acht Stunden arbeiten, sei aber klar: „Die kommen, weil sie Geld verdienen wollen. Die sind hier auf Montage.“

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