Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Bauern bekommen Entschädigung für Wolfsrisse

ür seine vom Wolf getöten Lämmer bekommt Schafbauer Stefan Burgard jetzt eine Entschädigung.
ür seine vom Wolf getöten Lämmer bekommt Schafbauer Stefan Burgard jetzt eine Entschädigung.

Nach den Fällen in Schmitshausen und Martinshöhe gehen die Experten nun auch davon aus, dass die Schafe bei Rosenkopf von einem Wolf gerissen wurden. Dort wurde er jedoch nicht durch DNA, sondern durch etwas anderes überführt.

Auch in Rosenkopf hat ein Wolf Weidetiere gerissen. Davon geht das Koordinationszentrum Luchs und Wolf aus. Anders als in Martinshöhe und Schmitshausen konnte der Wolf jedoch nicht aufgrund einer DNA-Analyse am gerissenen Tier identifiziert werden. Stattdessen wurden wenige Meter weiter an einem Zaun Haare des Wolfes entdeckt. Julian Sandrini vom Koordinationszentrum Luchs und Wolf bestätigt, dass ein Wolf am Riss in Rosenkopf beteiligt gewesen sein muss. Damit habe der betroffene Bauer die Möglichkeit, finanzielle Entschädigung zu bekommen. Zudem besteht weiterhin die Möglichkeit, dass der Pfälzer Wald zum Wolfs-Präventionsgebiet ernannt wird. Dann könnten Bauern sogar Geld vom Land, etwa für Elektrozäune, bekommen.

Die Individualisierung des Tieres steht noch aus, es könnte der gleiche sein wie beim Wolfsriss in Schmitshausen, dann würde er die Kennung „GW2886m“ tragen und der alpenländisch-italienischen Population angehören. Weitere Risse, die noch analysiert werden müssten, sind laut Michael Back vom Koordinationszentrum Wolf und Luchs derzeit nicht bekannt.

Schafbauer bringt Tiere in den Stall

Der betroffene Schafbauer in Rosenkopf ist Stefan Burgard. Ihm wurden zwei Lämmer vom Wolf getötet, eines lag zerfetzt auf der Weide, es hatte ein gebrochenes Genick. Der andere Lammkadaver lag tot in einem nahegelegen Bachlauf, die Rippen des Tieres waren durchgebissen. Schon damals war Burgard klar: Das Lamm musste von etwas Größerem angegriffen worden sein. „Was soll es sonst gewesen sein?“, fragt er sich.

Burgard bestätigt, dass er für seine getöteten Tiere eine finanzielle Entschädigung vom Land bekommt. Wie hoch diese ausfällt, kann er nicht sagen. Dennoch: Der Schock sitzt beim Hobby-Schafbauern tief: „In 15 Jahren Schafhaltung habe ich so etwas noch nie erlebt.“ Seine Tiere hat Burgard nun vorzeitig in den Stall gebracht. Dort sollen sie bis kommendes Frühjahr auch bleiben. Die Stallhaltung wird für den Schafbauer aber teurer, er muss zusätzliches Futter kaufen. Normalerweise würden sich die Schafe zu dieser Jahreszeit noch von dem Gras auf der Weide ernähren. Die Weide anders landwirtschaftlich zu nutzen, sei aufgrund der topographischen Lage nicht möglich: „Heu machen ist dort nicht möglich.“ Einen neuen Zaun zu ziehen sei wegen des Bachlaufs auch nicht so einfach. Sollte sich tatsächlich ein Rudel in der Südwestpfalz ansiedeln und sich die Wolfsrisse vermehren, will Burgard seine Schafhaltung aufgeben. „Das ist ein Hobby, ich mache das im Nebenerwerb“, begründet der Rosenkopfer. Burgard hat weiterhin die Hoffnung, dass der Wolf weiterzieht und nicht in der Südwestpfalz seinen neuen Lebensraum findet.

Im Saarland bisher keine Wolfssichtungen

Es sieht derzeit so aus, als sei der Wolf nicht über die Landesgrenze ins Saarland weitergewandert. Matthias Weber vom saarländischen Umweltministerium erklärt gegenüber der RHEINPFALZ, dass es bislang keine Hinweise auf Wolfsrisse in seinem Bundesland gibt. Sollte es Verdachtsfälle geben, so wird wie in Rheinland-Pfalz eine DNA-Analyse veranlasst. Das Vorgehen hierbei ist analog zu dem in Rheinland-Pfalz.

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