Annweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsmarkt-Absage in Annweiler schnell vom Tisch

Im Schlossinnenhof in Bad Bergzabern wird dieses Jahr keine Weihnachtsstimmung aufkommen.
Im Schlossinnenhof in Bad Bergzabern wird dieses Jahr keine Weihnachtsstimmung aufkommen.

Reihenweise wurden die Weihnachtsmärkte in der Region abgesagt. Zuletzt fiel auch der Karolinenmarkt in Bad Bergzabern dem Corona-Virus zum Opfer. Der Nikolausmarkt in Landau findet dagegen statt. Ebenso der Weihnachtsmarkt in Annweiler. Was ist dort anders?

Am Montagabend hat die Stadtspitze in Annweiler entschieden, dass am Freitag um 17.30 Uhr der Weihnachtsmarkt rund um den Rathausplatz eröffnet wird. Eine mögliche Absage war schnell vom Tisch. „Es bestand Einigkeit, den Markt durchzuführen“, sagt Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried. Ein paar Standbetreiber haben abgesagt, die überwiegende Mehrheit hält aber an ihrer Zusage fest. Sehr zur Freude Seyfrieds. „Für den Weihnachtsmarkt dürfen keine anderen Kriterien gelten wie für den Wochenmarkt“, meint Seyfried. Bereits vor Ankündigung der neuen 28. Coronabekämpfungsverordnung habe die Stadt mit einer Maskenpflicht und einen Abstandskonzept geplant, der Rathausplatz biete hierzu die idealen Voraussetzungen. Ergänzt wird das erstellte Hygienekonzept mit aufgestellten Desinfektionsspendern und Markierungen. Der Stadtbürgermeister verweist in diesem Zusammenhang auf die Aussage des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch (SPD), wonach es wesentlich weniger wahrscheinlich ist, sich im Freien anzustecken.

„Wir sind uns der momentanen schwierigen Lage sehr bewusst und appellieren daher an alle Besucherinnen und Besucher die notwendigen Regelungen konsequent umzusetzen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das Gebot der Stunde und ich bin froh und dankbar, dass wir den vielen Standbetreiben, welche bereits kostenintensive Vorbereitungen getroffen haben, somit eine klare Perspektive und Möglichkeit geben können“, so Seyfried.

Geöffnet hat der Weihnachtsmarkt am kommenden Freitag von 17.30 bis 22 Uhr, am Samstag von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Kein Karolinenmarkt in der Kurstadt

Etwas ander ist die Situation in der Kurstadt. In der am Mittwoch erschienen aktuellen Ausgabe des Südpfalz-Kuriers wird der Karolinenmarkt im Schlossinnenhof noch angekündigt, am Samstag hat sich Bad Bergzaberns Stadtbürgermeister Hermann Augspurger entschieden, den für das zweite und dritte Adventswochenende geplanten Weihnachtsmarkt abzusagen. „Mir ist die Sache aufgrund der hohen Infektionszahlen und der hohen Hospitalisierungsrate zu heiß geworden, die Gesundheit geht vor“, sagt Augspurger. Die Corona-Zahlen in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern seien noch höher als im Kreisdurchschnitt. Als der Karolinenmarkt Ende Oktober geplant worden sei, habe man noch gehofft, diesen einigermaßen normal feiern zu können. Doch das sei nun nicht mehr möglich. Er habe so lange wie möglich gewartet, so Augspurger. „Aber in dieser Woche beginnen die Standbetreiber damit, sich mit Waren einzudecken, deshalb musste jetzt die Entscheidung fallen“, sagt Augspurger.

Nicht generell abgesagt wird allerdings der verkaufsoffene Sonntag, der am 1. Advent im Terminkalender steht. „Das wollte ich den Geschäftsleuten nicht antun. Das liegt in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, ob er sich daran mit Aktionen macht oder es sein lässt“, stellt der Stadtbürgermeister klar.

Landauer Linke fordern Nikolausmarkt-Absage

Die Stadt Landau informiert am Dienstag über zusätzliche Beschränkungen für den Kunsthandwerklichen Thomas-Nast-Nikolausmarkt, um die verschärften Regeln des Landes erfüllen zu können. Der Markt wird am Donnerstag eröffnet und endet am 21. Dezember.

Derweil fordert die Fraktion der Linken im Landauer Stadtrat die Absage des Nikolausmarktes. „Wenn wir uns vergegenwärtigen, in welcher alarmierenden Infektionslage wir und befinden, dann sollte die Stadt Landau hier politische Verantwortung übernehmen und den Weihnachtsmarkt absagen“, teilen die Linken mit. Als Grund nennen sie die stetig steigenden Inzidenzen und Infektionszahlen. Wenn dieser Trend nicht sofort gestoppt oder verlangsamt werden, stehe das Gesundheitssystem vor dem Kollaps. Die Linke zeige sich solidarisch mit den Beschäftigten des Gesundheitswesens, die zeitweise eigenverantwortlich versucht hätten, die Fehlentscheidungen der Politik auszubaden. Das medizinische Personal in den Krankenhäusern sei überlastet. „In dieser Situation den Weihnachtsmarkt zu eröffnen, kann und darf nicht unsere solidarische Antwort in der momentanen Situationen sein“, meinen die Linken.

x