Landau / SÜW
Nachwuchs von Hilfsorganisationen zeigt bei Queichtal-Challenge sein Können
Am Ende gab es keine Wertung, es wurden weder Punkte vergeben noch war eine Klassifizierung entscheidend. Vielmehr waren alle Mitwirkenden Gewinner. Alle Kinder und Jugendliche der Hilfs- und Rettungsorganisationen aus dem Landkreis SÜW und der Stadt Landau, die zeigten, was sie zu leisten im Stande sind. 30 Mannschaften mit rund 270 Teilnehmern waren am Samstagmorgen an den Start gegangen, das letzte Team hatte die zehn Stationen kurz vor 17 Uhr hinter sich gebracht.
Kreisjugendfeuerwehrwart Roland Götz, der bei seiner Begrüßung an den mittlerweile verstorbenen Mitinitiator Peter Stockmann erinnerte, freute sich, dass nach der coronabedingten Absage der Challenge im Jahr 2021 es wieder gelungen war, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wobei er anmerkte: „Vor der Pandemie haben wir jeweils zwei Jahre in die Vorbereitungen gesteckt. Da die Abläufe zum Großteil bekannt waren, dachten wir, dass diesmal neun Monate ausreichen würden.“ Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das doch fast etwas zu kurz war.
Bürgermeister legt sich ins Zeug
Landrat Dietmar Seefeldt eröffnete die Veranstaltung mit den Worten „Lasset die Spiele beginnen“ und stellte fest, dass diese auch wichtig dafür sei, um Nachwuchskräfte zu gewinnen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler, Christian Burkhart, ging mit gutem Beispiel voran und war bei einigen Stationen selbst im Einsatz.
Die Stationen hatten die Feuerwehren, die Bundespolizei, die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Wasserwacht des DRK Südliche Weinstraße und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) entlang der Queich von Annweiler bis Landau-Queichheim aufgebaut. Die Teilnehmer kamen aus den Bambini- und Jugendfeuerwehren, dem THW, dem DLRG, dem DRK und der Wasserwacht SÜW.
Raus aus dem Wald
Gleich die erste Station zeigte auf, worum es bei dem Ganzen geht. Dort mussten Kinder verunfallte Kinder retten. Unterstützt wurden sie von Soldaten des Kreisverbindungskommandos SÜW der Bundeswehr. Sie gaben Hilfestellungen und demonstrierten, wie sich die Mädchen und Jungen im Gelände orientieren und wie sie mit Hilfe der Sonne und einer Armbanduhr aus einem Wald herausfinden, wenn es gilt, einen Verunfallten zu retten.
Anspruchsvoll war die Rettung eines Nichtschwimmers aus der Queich. Dort legte sich das Team des Jugendrotkreuzes Rohrbach/Insheim ins Zeug. Es rettete das Opfer, wohlgemerkt „nur“ ein Dummy, rechtzeitig aus dem Fluss und brachte es in ein Rettungsboot. Die 13 Jahre junge Hanna aus Rohrbach gehört seit drei Jahren zur Gruppe. „Ein Freund von mir ist schon länger dabei und er schwärmte mir immer vor, wie toll das beim Jugendrotkreuz ist. So kam ich dann auch dazu und es macht mir viel Spaß.“
Herausfordernder Hindernisparcours
An der Station der Feuerwehr Godramstein wurde gezeigt, wie man brennende Ziele bekämpft. Dabei galt es, einen Fußball mit einem Strahlrohr auf einem Parcours entlang zu befördern. Stolz kamen die Jungs der Jugendfeuerwehr St. Martin von der Station Magnetfischen zurück, welche in der Nähe der Stadtbücherei Landau aufgebaut war. „Wir haben alle sechs Bälle aus dem Wasser geangelt“, riefen sie fast unisono. Sie hatten mittels eines Seils, an dessen Ende ein Magnet befestigt war, ebenfalls mit Magneten versehene Bälle aus dem Wasser gezogen. Der achtjährige Noah berichtete stolz, dass er in der Schule gerne anderen Kindern hilft. Zur Bambini-Feuerwehr kam er durch seine gleichaltrige Freundin Lea, die wie der zehnjährige Jasha mit Erfolg ihr Glück beim Fischen versuchte.
Etwas exotisch anmutend war die historische Übung am Wasgau-Markt in der Landauer Straße in Annweiler. Dort forderte die Jugendfeuerwehr Offenbach die Teams bei Aufgaben heraus, die an Zeiten erinnerte, als die Technik noch nicht so weit fortgeschritten war. Herausfordernd war außerdem der Hindernisparcours, den die Bundespolizei an der Sparkasse in Albersweiler aufgebaut hatte. Nicht leichter war die Aufgabe, die der THW Bad Bergzabern an der Gräfenhausener Brücke stellte. Dort sollte eine Schwimmbrücke überquert werden. An Station sieben, an der Kreisverwaltung SÜW in Landau, mussten Erste Hilfe-Aufgaben und eine Rettungsübung absolviert werden. So bekamen die Helfer gezeigt, wie eine Herz-Druck-Massage durchzuführen ist.
Beim THW kann man wie bei den Bambini-Feuerwehren schon mit sechs Jahren dabei sein. Jason war schon mit 4 Jahren dabei, heute ist er 15 Jahre alt. Das Blaulicht soll auch künftig sein Leben bestimmen. Bei der Bundespolizei hat er ein Praktikum absolviert. Nach dem Schulabschluss möchte er erst eine Ausbildung machen und anschließend zur Polizei wechseln.
Wohl die beliebteste Station des Tages war das Kanufahren auf der Queich zwischen Albersweiler und Siebeldingen auf ungefähr 300 Metern Länge. Ein lautes Jauchzen und Lachen drangen ans Ohr, wenn sich die beiden Boote plötzlich ungewollt drehten. „Du musst dagegen paddeln“, wurde der Steuerfrau zugerufen. „Doch nicht nach links, nach rechts. Nein, das andere rechts.“
Roland Götz freut sich über den zuletzt großen Zulauf zu den Jugend- und Bambini-Feuerwehren. 300 Kinder in den Bambini- und 700 Mädchen und Jungen habe man in den Jugendfeuerwehren registriert. „Wir sind in dieser Beziehung im Landkreis aktuell wirklich sehr gut aufgestellt.“ Aber nicht nur die Feuerwehren, auch andere Hilfsorganisationen können derzeit über Nachwuchs nicht klagen. So hat die Wasserwacht SÜW in Herxheim zuletzt 45 Neuanmeldungen innerhalb von 14 Tagen verzeichnet.