Rhodt / Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Schleiereule von Eisdiele zurückgekehrt

Diese Schleiereule wurde in der Greifvogelstation wieder aufgepäppelt.
Diese Schleiereule wurde in der Greifvogelstation wieder aufgepäppelt.

Von der Eisdiele mit einer jungen Schleiereule zurückgekehrt ist Adelheid Entzminger. Die Frau aus Rhodt hatte den geschwächten Vogel in ihre Obhut genommen und danach zur Greifvogelstation nach Haßloch gebracht. Bald gibt es ein Wiedersehen.

Dass kürzlich der Besuch der Eisdiele in ihrem Wohnort so enden würde, hatte sich Adelheid Entzminger nicht ausmalen können. Eine junge, etwas geschwächte Schleiereule kam auf sie zugeflogen. „Sie war so süß“, sagt die Rhodterin. Sie kümmerte sich um den Vogel, der anfangen wollte, dort herumzuspazieren. Sie nahm ihn in Schutz, damit er auf der vielbefahrenen Weinstraße nicht überfahren wird. Dank eines glücklichen Zufalls befand sich zu dem Zeitpunkt eine befreundete Tierärztin in der Nähe. Die beiden Frauen packten das Jungtier und verständigten Maik Heublein von der Greifvogelstation in Haßloch.

Es war allerdings schon Abend. Sie sollten die Schleiereule daher am besten in einen Karton packen, damit sie darin zur Ruhe kommt, und sie am darauffolgenden Tag zu ihm bringen, habe er ihnen erklärt. So kam es, dass das Jungtier die Nacht im Keller von Adelheid Entzminger verbrachte, wo es etwas kühler und somit angenehmer war. Heublein gab Entzminger auch den Tipp, die Schleiereule nur mit rohem Fleisch – am besten Rind, Huhn oder Pute – zu füttern. Das Fleisch sollte zudem ein wenig befeuchtet sein, weil der Vogel die Flüssigkeit über die Nahrung zu sich nimmt.

Schleiereulen kommen selten vor

In Haßloch angekommen, nahm sich Heublein der Schleiereule an. „Sie hätte vielleicht noch ein wenig mehr auf den Rippen haben können, zudem war sie wegen der Hitze etwas dehydriert, aber ansonsten ging es ihr gut“, berichtet der Leiter der Greifvogelstation.

Wenn Jungvögel ihre ersten Flugversuche haben oder das erste Mal auf Jagd gehen und sich dabei etwas überschätzen beziehungsweise längere Zeit nichts zu fressen finden, könne es schon passieren, dass sie fremde Hilfe benötigen. Dass es sich bei dem Fall um eine Schleiereule handelt, war für Maik Heublein aber schon etwas Besonderes. Nicht nur, weil der Vogel in der Region seltener vorkommt. Sondern auch, weil er nachtaktiv ist und somit nicht so häufig gesehen und im Zweifelsfall gerettet wird. „Im Jahr werden bei uns im Schnitt etwa fünf Schleiereulen abgegeben“, berichtet Heublein. Am häufigsten zu ihm gebracht werden Turmfalken.

Spenden für Greifvogelstation

Die Schleiereule aus Rhodt sei wieder aufgepäppelt, weshalb sie in Kürze in die Freiheit entlassen werden soll. Die Auswilderung soll wieder an ihrem Fundort sein. „Dort befindet sich eine Kirche, wo die Eltern brüten dürften. Sie wird den Weg zu ihnen finden“, ist Heublein überzeugt. Um Gewissheit darüber zu haben, dass die Vogel-Familie tatsächlich im Gotteshaus lebt, möchte Entzminger zuvor noch einen Blick in den Kirchturm werfen.

Die Rhodterin ist jedenfalls dankbar über den Einsatz des Leiters der Greifvogelstation. Er habe sich sehr viel Zeit genommen, um über die Schleiereule aufzuklären. Er habe sich zudem „sehr rührend und aufopfernd“ um das Tier gekümmert. Deswegen habe sie die Greifvogelstation finanziell unterstützt. Die Einrichtung sei schließlich auf Spenden angewiesen. Und wie Heublein gegenüber der RHEINPFALZ berichtet, werden immer mehr Vögel bei ihm abgegeben. Waren es früher um die 100, waren es im vergangenen Jahr schon rund 330. Dieses Jahr hat er bereits 170 Tiere aufgenommen, die in der Regel aus einem Umkreis von 50 Kilometern stammen.

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