Ramstein RHEINPFALZ Plus Artikel Woche der Chöre: Faszinierende Vielfalt

„Gracias a la vida“ hieß das große Chorkonzert n Ramstein.
»Gracias a la vida« hieß das große Chorkonzert n Ramstein.

Die neue Lust am Singen hat auch im Kreis-Chorverband Nordwestpfalz nicht halt gemacht. Augenscheinlich wurde dies beim Konzert „Gracias a la vida – Wir danken dir Leben“. Es war das vierte Konzert in der „Woche der Chöre“.

Zunächst betraten die Aktiven der Gesangvereine Ulmet (Leitung: Johannes Rutz), Hohenöllen (Leitung: Johannes Rutz) und des Westricher Madrigalchors Waldmohr (Leitung: Matthias Brill) die Bühne. Immer mehr Sänger und Sängerinnen folgten, bis mit rund 100 das Podium prall gefüllt war. Der Uhu-Projektchor hatte sich hinzugesellt. 2011 gegründet vereint er alle über 55-Jährigen, die Singen in Gemeinschaft mögen. Zu Singe-Camps treffen sie sich in unregelmäßigen Abständen auf Burg Lichtenberg. Gehörbildung, Bühnenpräsenz und Atemtechnik stehen dann auf der Agenda. Von überall her – Nordrhein-Westfalen, Hessen, dem Saarland, Bad Kreuznach, Neustadt und Bad Dürkheim – waren sie nach Ramstein angereist. Ein Herzensprojekt auch von Projektleiterin Angelika Rübel und ihrem Team.

Freude und Freundschaften standen im Mittelpunkt der Liedauswahl. Impulse vom Dirigentenpult gaben Angelika Rübel und Matthias Brill. Zusammen mit den Chören sang der Uhu-Projektchor, von Cello (Christine Rutz) und Klavier (Matthias Stoffel) eingeleitet, gefühlvoll Hannes Waders „Gut wieder hier zu sein“. Von Udo Jürgens getextet und Matthias Stoffel arrangiert, erklang mit Zug und auf den Punkt genau „Heute beginnt der Rest meines Lebens.“

Schlager und Madrigale

Als Solistin bereicherte Martina Veit das Programm. Die Sängerin und Musikpädagogin aus dem Saarland begeisterte mit angenehm timbrierter Sopran-Stimme. Filmmelodien von Friedrich Hollaender, Theo Mackeben und des Schlagerkomponisten Franz Doelle (1883-1965) waren ihr und der Band mit Matthias Stoffel, Christine Rutz, Steffen Bürthel (Schlagzeug) und Sven Sommer (E-Gitarre) wie auf den Leib geschrieben.

Mit unverkennbaren Madrigalen von Orlando di Lasso, Pierre Certon und Thomas Morley hielt der viersprachig und a-cappella singende Westricher Madrigalchor Waldmohr das Publikum gefangen. Aus dem puren Leben stammten dynamisch, effektvoll und mit klaren Basslinien dargebotene Sätze. Anspruchsvolle Literatur zu präsentieren ist gleichfalls das Bestreben des Uhu-Projektchors. Unter den Dirigenten Matthias Brill und Johannes Rutz drang man munter und wendig in das französische Volkslied „J’ai du bon tabac“ ein. Mit einer klangvoll dosierenden Band im Hintergrund wurde Peter Kreuders „Im Leben geht alles vorüber“ angestimmt.

Poetischer Liebreiz

Kathy Kellys „Engelsmensch“, das bekannte Finale aus „Night of the Proms“ (Der Freundschaft Band), und den immer währenden Popsong „You Raise Me Up“ hatte sich die große Chorgemeinschaft Ulmet/Hohenöllen ausgewählt. Ein harmonisches Wechselspiel der Stimmen verlieh Letzterem besonderen Reiz. Instrumentale Intermezzi, harmonisierende Männer- und Frauengruppen und poetischen Liebreiz barg das Finale aller Chöre mit Konstantin Weckers „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“. „Gracias a la vida – Danke an das Leben, danke an das Leben, das mir so viel gab“ war Stimmungsaufheller und Seelentröster zugleich.

Schon jetzt lässt sich sagen: das Impuls-Projekt „Missionen & Visionen“ gab genug Anstöße, um Vereine gestärkt aus der Corona-Krise herauszuführen.

Info

Das Abschlusskonzert „Mission to Grove“ mit dem Jugendensemble „AlBaSoTeSoCho“, vier Pop- und Jazzchören, der Band um Matthias Stoffel und Solist Manuel Lothschütz steigt am Sonntag, 25. Juni, ab 19 Uhr im Congress Center Ramstein.

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