Adenbach / Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Werke Wasserrohrbrüche finden

Wasserstopp wegen Rohrbruch: Nichts hat auf dem alten Adenbacher Friedhof auf den Schaden hingedeutet.
Wasserstopp wegen Rohrbruch: Nichts hat auf dem alten Adenbacher Friedhof auf den Schaden hingedeutet.

Durchschnittlich etwa einmal pro Woche gibt es in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein einen Wasserrohrbruch. Manchmal ist ein solcher von außen überhaupt nicht zu sehen, wie kürzlich am Friedhof in Adenbach. Die Verbandsgemeindewerke haben die Stelle dennoch gefunden.

„Es hat langsam angefangen und ist in den vergangenen drei Wochen immer mehr geworden“, berichtet der Adenbacher Ortsbürgermeister Jürgen Klein. Schließlich stellten die Verbandsgemeindewerke einen Wasserverlust von zehn Kubikmetern pro Tag fest. Das sind 10.000 Liter, die der Ort Adenbach über seinem Durchschnittsverbrauch lag. Mitarbeiter der Werke begaben sich auf die Suche nach der schadhaften Stelle und fanden sie am Friedhof. Ein ausnahmsweise mal einfacher Fall für die Werke: Schieber des Hausanschlusses zu – fertig.

Die Ortsgemeinde hat den Schaden ihrer Versicherung gemeldet. Natürlich solle er repariert werden, sagt Klein. Doch bestehe kein Grund zur Eile, es müsse ja zurzeit kaum gegossen werden. „Das Wasser für die Geranien fahren wir runter“, sagt er. Außerdem naht der November, dann werde das Wasser sowieso abgeschaltet. Die alte Linde habe die Leitung abgedrückt, vermutet Klein. Sehen kann man den Schaden nicht: „Das ist alles unterirdisch weggeflossen.“

Wie mit Stethoskop

Wegen genau solcher Fälle haben die Verbandsgemeindewerke einen Plan: An jedem Abgang vom Hochbehälter, an jeder Gemeinde, sitzt ein Zähler. Diese Zähler werden jeden dritten Tag abgelesen, der Verbrauch mit dem durchschnittlichen Verbrauch des Ortes abgeglichen. Aktiv werden die Werke-Mitarbeiter, „wenn der Mehrverbrauch ein bestimmtes Niveau erreicht“, erklärt Patrick Bauer, stellvertretender Werke-Leiter. Das bedeutet nicht, dass sie schon handeln, wenn im Sommer der Wert einmal höher liegt. Es könnten ja auch gerade zwei Pools gefüllt worden sein, ein Bauer mehr Wasser gebraucht haben.

Erst wenn über einen gewissen Zeitraum größere Mengen Wasser abfließen, geht die Suche los. Es kann auch nur ein kleines Loch sein, häufig am Hausanschluss, weswegen große Wassermengen verschwinden. „Wir gehen das Netz ab. An jedem Kreuz, jedem Hydrant und Schieber hören wir die Leitung ab. Wie mit einem Stethoskop beim Arzt“, veranschaulicht Braun. „Das ist eine ganz alte Methode: Die Horchdose wird auf ein Metallteil aufgesetzt.“ Die Schwingungen übertragen die Wassergeräusche. So wird der Ort des Schadens eingegrenzt. „Wir tasten uns langsam ran.“

Wasseruhr ist Grenze

Das gehe gut, weil im Versorgungsbereich vor allem Gussleitungen verlegt sind. „Da hört man das Geräusch sehr gut.“ Schwieriger ist es bei PVC-Rohren: „Da schwingt nichts mit.“ Technische Hilfsmittel sind nötig. Entweder werden Schallwellen durch die Rohre geschickt, und ein Gerät berechnet, wo der Bruch ist. Oder eine Fremdfirma muss beauftragt werden, die sogenanntes Formiergas in die Rohre pustet und an der Oberfläche misst, wo das Gas austritt. Ein aufwendiges Verfahren.

Früher hätten Bürger Schäden von Rohrleitungen, die unterhalb ihrer Grundstücke verlaufen, selbst zahlen müssen, erklärt der stellvertretende Werke-Leiter. Das sei mit der neuen Satzung geändert worden: Die Verbandsgemeinde ist bis zum Wasserzähler zuständig. Allerdings: Muss die Leitung ganz erneuert werden, muss wiederum der Besitzer zahlen. Das werde nötig, wenn das Rohr zwei- bis dreimal einen Schaden hatte und es absehbar sei, dass noch mehr Schäden nachkommen. In Adenbach muss sich in jedem Fall die Gemeinde kümmern: Der Schaden liegt hinter der Wasseruhr.

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