Ulmet
Verkauf der katholischen Kirche steht bevor
„Es ist nicht die erste Kirche, die wir verkaufen“, sagte Pfarrer Nils Schubert mit Blick auf Rammelsbach. Und es werde auch nicht die letzte sein, machte er die Finanznot deutlich. Im aktuellen Haushaltsplan klaffe ein Defizit von 50.000 Euro, Tendenz steigend, und die Zuweisungen des Bistums würden in den kommenden Jahren sukzessive halbiert. „Mit 100.000 Euro können wir keine 21 Gebäude in der Pfarrei finanzieren“, begründete der Pfarrer die Verkaufspläne. „Wir laufen auf die Zahlungsunfähigkeit zu“, warnte er und fügte hinzu: „Deswegen müssen wir handeln.“
Dabei sei Ulmet noch eine der „günstigsten“ Kirchen – eben, weil sie nicht mehr genutzt wird. Er habe darin nur einmal eine Taufe gefeiert, sagte der Pfarrer. Ansonsten war schon in der Corona-Zeit das Gottesdienstleben im Ort eingeschlafen, den letzten Gottesdienst hatte es dort im Advent gegeben. Schubert, der von Kusel aus für rund 6300 Katholiken in der Pfarrei zuständig ist, bezeichnete den geplanten Verkauf der Kirche samt Grundstück als „Tropfen auf den heißen Stein“. Das Geld bleibe zudem in der Kirchenstiftung und könne nicht einfach ausgegeben werden.
Kein 150. Geburtstag
Die kirchlichen Gremien erachten die Trennung von der Kirche zum jetzigen Zeitpunkt als sinnvoll. Einerseits gebe es mit Zahnarzt Ysbrand Hangx einen Interessenten, der in der Kirche eine Praxis eröffnen möchte. Andererseits müsse ansonsten jedes Jahr zur Instandhaltung viel Geld zurückgelegt werden, sagte Schubert. Dass nur wenige Personen zur Pfarrversammlung am Sonntag kamen, zeigte einmal mehr den Bedeutungsverlust kirchlichen Lebens. Gerade einmal eine Person aus Ulmet war anwesend, die Kirchendienerin. Weitere kamen aus den Nachbardörfern beziehungsweise waren Angehörige der Kirchengremien.
Kirche befinde sich im Umbruch, sagte der Vorsitzende des Gemeindeausschusses, Kurt Droll-Mosel. Der Rückgang der Kirchenmitglieder sorge für finanzielle Notlagen, gleichzeitig fehlten Hauptamtliche. Die Trennung sei schmerzlich, auch weil die Gemeinde für das 1875 geweihte und denkmalgeschützte Gebäude im kommenden Jahr dessen 150. Geburtstag feiern hätte können. „Religion steht nicht mehr im Mittelpunkt“, bedauerte die Vorsitzende des Pfarreirates, Christa Kuhn. Sorgen bereiten ihr auch die hohen Austrittszahlen. Vor einigen Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, dass sich die Gemeinde einmal zu einem solchen Anlass trifft, sagte sie. „Aber wir haben keine andere Wahl“, betonte Kuhn.
Endgültige Entscheidung im April
Jutta Schwarzmüller von der Gemeindeberatung des Bistums animierte die Besucher, Fragen zu stellen. Kritische Stimmen gab es nicht. Allerdings wurde Verwunderung geäußert, dass der Zahnarzt in die Kirche ziehen wolle, obwohl er doch erst vor einem Jahr eine neue Praxis in Ulmet eröffnet habe. Eine Frau sagte, sie könne sich keine Zahnarztpraxis in dem Gotteshaus vorstellen.
Die kirchlichen Gremien werden sich im April erneut mit dem Thema befassen, kündigte Schubert an. Anschließend werde beim Bistum ein Antrag auf Profanierung gestellt. Zudem werde die Kirche für potenzielle Käufer ausgeschrieben.