Hefersweiler / Lauterecken-Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel Personalnot in Kitas, eine Negativspirale und die schwierige Suche nach einer Lösung

In mehreren Kitas im Nordkreis werden händringend Erzieher gesucht.
In mehreren Kitas im Nordkreis werden händringend Erzieher gesucht.

Die Elterninitiative „Wir brauchen einen Kita-Platz“ machte zuletzt auf fehlende Betreuungsangebote in mehreren Nordkreis-Gemeinden aufmerksam. Während der Betreuungsbedarf steigt, sind die räumlichen Kapazitäten – auch durch das neue Kita-Gesetz – oft erschöpft. Zudem verschärft sich die Situation durch fehlendes Personal. Besonders groß ist die Not in Hefersweiler.

Etliche Kitas im Nordkreis suchen regelmäßig Personal. Es finden auch Vorstellungsgespräche statt, berichtet der Büroleiter der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, Christian Sauer, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Da das pädagogische Fachpersonal rar gesät ist, können Erzieher sich häufig aussuchen, wo sie tätig werden. Wenn die Bewerber sich dann gegen Einrichtungen im Nordkreis entscheiden, kann es dort mit dem Personal eng werden. Die Lage bei den „Nesthockern“ in Hefersweiler ist derzeit besonders angespannt. Rund 45 Prozent, konkret 137,5 Wochenstunden, von 308 Sollstunden können aktuell nicht geleistet werden.

Unbesetzte Stellen (42,5 Wochenstunden) sind dafür nicht die einzige Ursache. Hinzu kommen krankheitsbedingte Ausfälle, Schwangerschaft und Elternzeit. Das restliche Personal versuche, die Ausfälle bestmöglich zu kompensieren. Doch an diesem Punkt starte eine Spirale, „die nicht gerade glücklich ist“, sagt Sauer. Denn durch die Mehrbelastung gehe das restliche Personal auf dem Zahnfleisch. Zudem lasse sich gerade im U3-Bereich das Personal nicht so leicht wechseln oder ersetzen, da die jüngeren Kita-Kinder auch nach der Eingewöhnung feste Bezugspersonen benötigten.

Notgruppen und frühe Schließungen

Bei den Hefersweilerer Nesthockern, einer dreigruppigen Einrichtung, die auch Kinder aus Einöllen, Nußbach, Reipoltskirchen und Relsberg besuchen, gebe es häufiger Notgruppen und frühere Schließungen. Folge: Viele Eltern sind unglücklich mit der Situation. Eine Patentlösung, um das Personalproblem zu lösen, habe die Verwaltung nicht. „Es wird aber an jedem Faden gezogen. Beispielsweise soll getestet werden, ob über Leiharbeitsfirmen Personal gefunden werden kann“, erklärt Sauer.

Derweil ist die Lage in den beiden anderen Kitas, deren Träger die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein ist, deutlich entspannter. In Kreimbach-Kaulbach können aktuell acht und in Hinzweiler zehn Wochenstunden nicht geleistet werden – eine vom Betreuungsteam zu kompensierende Stundenanzahl, sodass dort keine größeren Probleme entstehen. Die Kita Odenbach erfülle ihr Soll sogar komplett.

Warten auf das Ergebnis der Machbarkeitsstudie

Kita-Leiterin Denise Gerhardt von den „Glantalstrolchen“ in Offenbach-Hundheim berichtet von Personalengpässen, die auch „von dem tollen Team, das viel Mehrarbeit und Überstunden leistet“, nicht immer aufgefangen werden können. Seit rund einem Jahr verschärfe sich die Situation, eine Besserung erwarte sie so schnell nicht. Verkürzte Öffnungszeiten kommen immer wieder mal vor, wenn die Entscheidung dazu auch schwerfalle. Gerhardt hat Verständnis für die Unzufriedenheit der Eltern, die viel Druck beim Versuch verspürten, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Das Problem gibt es im ganzen Kreis und müsste von oben gelöst werden.“

Doch nicht allein die Personalknappheit ist in Hefersweiler ein Problem. Die Kita stößt auch räumlich an ihre Grenzen, wie bereits im April im Ortsgemeinderat deutlich wurde - mit möglichen weiteren Einschränkungen. Das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie liegt noch nicht vor, wird allerdings erwartet, berichtet Sauer.

Die Stadt Lauterecken hat jüngst eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Kita in Auftrag gegeben. Dort ist das Problem rein räumlicher Natur, berichtet Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis. Ein an die Kita angrenzendes Grundstück hat die Stadt bereits gekauft. Die Personallage sei gut, „die Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Träger sehr gut, da gibt es nichts zu kritisieren“. Mit einer Erweiterung der Kita sei, trotz aller Dringlichkeit, erst in drei bis fünf Jahren zu rechnen, da das entsprechende Genehmigungsverfahren durchlaufen werden müsse.

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