Haschbach RHEINPFALZ Plus Artikel Gastronomen-Familie Clos will die Alte Propstei „aus dem Dornröschenschlaf“ holen

Anja Clos mit Ehemann Jürgen und Sohn Tom auf dem Remigiusberg. Bei der Aussicht gerät die Gastronomin ins Schwärmen.
Anja Clos mit Ehemann Jürgen und Sohn Tom auf dem Remigiusberg. Bei der Aussicht gerät die Gastronomin ins Schwärmen.

Nach mehreren Monaten Leerstand wird die Alte Propstei auf dem Remigiusberg bei Haschbach wieder eröffnen. Das Konzept wird leicht verändert, die Pächter allerdings sind im Kuseler Land alte Bekannte. Deren langjährige Erfahrung lässt auf eine dauerhafte Öffnung des beliebten Ausflugslokals hoffen.

An einem sonnigen Wintermorgen steht Anja Clos mit Ehemann Jürgen und Sohn Tom am Rande des Biergartens vor der Alten Propstei. Was die neue Pächterin an der Übernahme des Lokals reizt, dazu braucht es tatsächlich keine Worte: Sie zeigt einfach nur auf die wunderschöne Landschaft und den exklusiven Blick ins Glantal, den man von hier oben genießen darf.

Ab 1. April will die 53-Jährige die Gastwirtschaft an der Michelsburg wiedereröffnen – mit bewährter, familiärer Hilfe: Ehemann Jürgen Clos (57) und Sohn Tom (24) werden in der Küche mithelfen. Damit zieht ein erfahrenes Köche-Trio in die alten Gemäuer.

Derzeit ist Anja Clos noch in der Weinbar Destino in Schönenberg-Kübelberg tätig. Jürgen Clos – aus dem früheren Reweschnier in Blaubach bekannt – behält seine Arbeit in der Mensa der Fachhochschule Kaiserslautern, ebenso wie Sohn Tom, der ebenfalls in einer Lauterer Mensa arbeitet. Beide werden allerdings auf dem Remigiusberg nach Kräften mitmischen.

Bis April gibt’s einiges zu tun

Bis zur Eröffnung sei noch allerhand zu tun, berichtet die neue Chefin. Die Küche müsse noch auf Vordermann gebracht werden, einige Profi-Geräte fehlen. Der Gastraum soll einen freundlich-hellen Anstrich erhalten, und auch der Außenbereich soll hergerichtet werden. „Ich möchte die Alte Propstei aus ihrem Dornröschenschlaf holen“, sagt Anja Clos. Genügend Erfahrung bringt die ausgebildete Köchin mit, hat sie doch unter anderem rund 30 Jahre lang im Reweschnier durchaus auch gehobene Küche gekocht, im Familienbetrieb zusammen mit ihrem Ehemann.

Kulinarisch wird die neue Pächterin auf gut-bürgerliche Küche setzen. Die Karte solle zum Biergarten passen, sagen Anja und Jürgen Clos. Darauf sollen sich auch Gerichte finden, „wie die Oma gekocht hat“, also auch mal Rouladen, Würstchen, Schmalzbrot oder Leberknödel. Unter anderem sollen Pizza sowie Vegetarisches und vegane Gerichte die Karte ergänzen. Beim Einkauf setzt Anja Clos auf regionale Produkte. „Man muss die Herzlichkeit im Essen spüren“, lautet ihr Credo. „Wir planen auch Grillabende, und der Weihnachtsmarkt soll auch wieder aufleben“, berichtet sie.

„Der Berg soll wieder aufleben“, sagt die Pächterin, die aus Haschbach stammt und zahlreiche Kindheitserinnerungen an Ausflüge auf den Remigiusberg mitbringt. Dass die Familie im Ort lebt, sei neben der langjährigen Erfahrung in der Gastrobranche ein klarer Standortvorteil. „Wir wollen den Ruf zurückholen, den der Berg verdient hat“, ergänzt Clos. Während im Gastraum 35 Personen Platz finden, können draußen 60 Besucher bewirtet werden.

Passend für Gottesdienstbesucher in der historischen Kirche soll sonntags schon um 10 Uhr geöffnet werden. „Wir planen auch für sonntags Kaffee und Kuchen anzubieten“, kündigt Anja Clos an. Donnerstags bis montags soll ab 12 Uhr geöffnet werden, Gerichte aus der Küche gebe es dann ab 14 Uhr. Abends sind die neuen Pächter bis 22 Uhr für ihre Gäste da, Dienstag und Mittwoch sollen Ruhetage sein.

Noch wird nach Personal gesucht

Noch werden Service- und Reinigungskräfte gesucht – was laut Clos nicht ganz einfach ist. „Köche-Mangel haben wir jedenfalls nicht“, sagen die drei Profis augenzwinkernd. Insgesamt stehe die Familie mit Herzblut hinter dem neuen Projekt, sie freue sich, wieder à la carte zu kochen, berichtet die Pächterin.

Der bisherige Pächter Ingo Schade hatte das Lokal im April 2021 übernommen. Bereits im vergangenen November hatte sich der aus Kassel stammende Quereinsteiger aus der Gastronomie zurückgezogen, seither war geschlossen. Die katholische Kirchenstiftung der Pfarrei St. Remigius Remigiusberg ist Eigentümerin des Restaurants. „Auf Wunsch des bisherigen Pächters haben wir den Vertrag aufgelöst“, berichtet Pfarrer Nils Schubert auf Nachfrage.

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