Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso im Ort bald eine Rikscha unterwegs ist

Probefahrt auf der Rikscha: Christoph Schäfer tritt in die Pedale, Leon Bayer und Inga Wolf vom Presbyterium der protestantische
Probefahrt auf der Rikscha: Christoph Schäfer tritt in die Pedale, Leon Bayer und Inga Wolf vom Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde haben es sich als Passagiere bequem gemacht.

In Enkenbach-Alsenborn sollen Senioren auch im Alter mobil bleiben. Deshalb können sich dort künftig ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, per Fahrrad-Rikscha transportieren lassen – und das ganz umsonst.

„Ich fahre selbst gerne Rad und dachte gleich, dass das auch eine schöne Sache für uns wäre“, erzählt Inga Wolf vom Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde in Enkenbach. Während eines Fernsehbeitrags über ein Rikscha-Projekt, initiiert vom Förderverein des Altenzentrums Herxheim (Landkreis Südliche Weinstraße), sprang bei Wolf direkt der Funke über. Denn in Enkenbach-Alsenborn gibt es zwei Seniorenheime der Protestantischen Altenhilfe Westpfalz (PAW), eines in der Heidestraße und ein weiteres, etwas außerhalb, an den Schwarzweihern. „Mein Gedanke war, dass wir mit dem Rikscha-Angebot als Kirchengemeinde ein schöne Verbindung zu den Seniorenheimen knüpfen könnten“, meint Wolf. „Wir haben sonst eher wenige Berührungspunkte.“ Dann fügt sie schmunzelnd an: „Rikscha fahren macht vielleicht auch mehr Spaß als ,Mensch ärgere dich nicht’ spielen.“

Bei einem E-Bike-Fachgeschäft in Kaiserslautern wurde die Presbyterin fündig. Das Geschäft wirbt mit Spezialrädern und konnte über den Vertragspartner aus Holland das passende Modell beziehen. Rund 12.000 Euro kostete das gute Stück. Die zweckgebundene Spende einer Privatperson aus der Kirchengemeinde machte den Kauf möglich. Es gebe nur wenige Rikscha-Modelle mit einem Sitz vor dem Piloten, dem Fahrer also. Dadurch können sich der Pilot und seine Passagiere während der Fahrt mühelos unterhalten, ohne dass der Fahrer seine Augen von der Straße nehmen muss.

Mit Sitzgurten und Haube

Die weiteren Vorteile der Radeln-ohne-Alter-Rikschas liegen auf der Hand. Fahrkomfort und Stabilität sorgen für ein gutes Fahrgefühl, Sitzgurte bieten zusätzliche Sicherheit, ein elektrischer Motor unterstützt die Fahrer, eine flexible Haube schützt vor Wind, Regen und Sonne . Die Passagiere bräuchten keinen Helm, lediglich der Fahrer sollte einen tragen, so das Enkenbacher Presbyterteam. Drei bis vier Stunden Fahrleistung seien technisch möglich, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, Christoph Schäfer. Doch in der hügeligen Umgebung Enkenbach-Alsenborns könne der Motor schnell an seine Grenzen stoßen. Künftige Fahrer sollten deshalb über eine gewisse Grundfitness verfügen, um gegebenenfalls richtig in die Pedale treten zu können.

Noch sei die Frage der Versicherung im Falle von Unfällen oder Verletzungen für die Passagiere nicht geklärt. Man sei jedoch bemüht, schnell eine Lösung zu finden, um den Fahrbetrieb aufnehmen zu können, stellt Inga Wolf in Aussicht. Die Rikscha-Fahrer selbst seien in ihrer ehrenamtlichen Ausübung des Fahrdienstes über die Evangelische Kirche der Pfalz versichert. Angedacht sei, Fahrten unter der Woche den Bewohnern der Seniorenheime und an den Wochenenden den älteren, nicht mehr mobilen Einwohnern der Ortsgemeinde anzubieten. „Die Rikscha kann nicht kippen“, will Christoph Schäfer Mut zum Mitmachen wecken. Ansonsten sei die Rikscha ein ganz normales Fahrrad, das nach Möglichkeit auf dem Radweg gefahren wird. Mit einer Tragkraft von 200 Kilogramm vorne und 120 Kilogramm hinten unterstützt der Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern in der Stunde. Welche Touren im Angebot sein werden, werde noch geplant und ausprobiert. Denkbar sei die Strecke entlang der Alsenzstraße bis hinauf zum Labyrinth des Alsenborner Lebenspfads. Auch der Radweg von Enkenbach nach Mehlingen und zurück zu den Schwarzweihern sei möglich.

Fahrer fehlen noch

Am Pfingstsonntag wurde die Rikscha zunächst der protestantischen Enkenbacher Kirchengemeinde vorgestellt. Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes an den Schwarzweihern am Pfingstmontag sollte der Bekanntheitsradius für das Projekt bereits erweitert werden. Noch fehle es an Fahrern. Wer sich vorstellen kann, als Rikscha-Pilot tätig zu sein, werde natürlich im Vorfeld geschult, so Inga Wolf.

Info

Interessenten können sich bei der Presbyterin Inga Wolf per E-Mail melden: i.e.wolf@web.de.

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