Bruchmühlbach-Miesau RHEINPFALZ Plus Artikel Wie es nach dem Großbrand um den Penny-Markt steht

Das Dach des ausgebrannten Penny-Markts in Bruchmühlbach ist teilweise zusammengebrochen. Die Einsturzgefahr behindert letzte Lö
Das Dach des ausgebrannten Penny-Markts in Bruchmühlbach ist teilweise zusammengebrochen. Die Einsturzgefahr behindert letzte Löscharbeiten und die Ermittlung der Brandursache.

Nach dem Großbrand in der Nacht von Samstag auf Sonntag ist der Penny-Markt in Bruchmühlbach-Miesau eine verkohlte Ruine, in der noch immer vereinzelt Glutnester schwelen. „Wir trauern um unseren Laden“, sagt Marktleiter Heiko Zapp. Wie es jetzt weitergeht.

Als am frühen Sonntagmorgen der Alarm losging, war Zapp gleich zur Stelle: „Ich konnte zwar nicht viel tun, habe aber Feuerwehr und Polizei als Ansprechpartner gedient“, berichtet der Bruchmühlbach-Miesauer, der nach eigener Aussage bis 13 Uhr am Brandort ausharrte. Dass sein Arbeitsplatz ein Raub der Flammen wurde, stimmt ihn und seine Kollegen traurig: „Der Markt war ein Stück weit unser Baby. Wir haben ihn ja mitaufgebaut“, erinnert er sich daran, wie der Neubau an der Kaiserstraße 2015 eröffnet wurde. Zapp und seine insgesamt 17 Mitarbeiter inklusive Putzhilfen und Azubi hoffen nun darauf, dass der gut frequentierte Markt bald wieder neu aufgebaut wird.

Wiederaufbau in Sicht?

Aus dem Umfeld des Discounters gibt es dazu zwar optimistische Stimmen, eine feste Zusage lässt sich Anne Behrendt, die Sprecherin der Rewe-Group, zu der Penny gehört, am Montag aber nicht entlocken: „Die weiteren baulichen Schritte sind noch in Prüfung“, sagt die Assistentin der Regionsleitung Südwest der Penny Markt GmbH auf RHEINPFALZ-Anfrage. Sicher ist jedoch eins: Keiner der Beschäftigen verliert seinen Job. Die Mitarbeiter aus Bruchmühlbach-Miesau werden laut Behrendt in umliegenden Penny-Filialen weiterbeschäftigt. Eine Aussage, die Marktleiter Zapp freut: „Es geht jetzt darum, Ängste herauszunehmen“, verweist er auf die Verunsicherung im Kreis der Mitarbeiter, die sich nun fragten, wohin sie versetzt werden. „Heute wird es dazu noch eine Besprechung geben“, berichtet Zapp am Montagmorgen.

Dass im Penny-Markt, unter dessen Dach es auch eine Filiale der Metzgerei Braun sowie ein kleines Bistro gab, so schnell niemand mehr einkaufen kann, ist offensichtlich. „Das Gebäude inklusive Einrichtung und Warenbestand ist verbrannt“, so die Unternehmenssprecherin. Nach einer groben Schätzung der Polizei beläuft sich der Sachschaden auf rund fünf Millionen Euro. Das verheerende Feuer hatte wohl im Bereich von Metzgerei und Bistro seinen Ursprung und breitete sich von dort in Richtung Discounter aus, berichtet Erik Emich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau, auf Anfrage. „Als die Feuerwehr kam, stand dort alles bereits in Vollbrand.“ Ein Übergreifen der Flammen auf den größeren Gebäudeteil, in dem der Penny-Markt untergebracht war, ließ sich nicht mehr verhindern, obwohl die Einsatzkräfte – insgesamt 170 aus sechs Wehren – mit drei Drehleitern versucht hätten, das Feuer von oben zu löschen. Das Dach, das aus Holzbinderelementen bestand, sei teilweise zusammengebrochen, berichtet der Bürgermeister, der durch die Tür auch einen Blick ins Innere geworfen hat: „Dort ist alles verkohlt. Nur die Metallregale stehen noch.“

Nach Emichs Einschätzung ist das Gebäude nicht mehr zu retten und muss wohl abgerissen werden. „Durch die Hitze sind auch die massiven Wände so beeinträchtigt, dass nicht mehr darauf aufgebaut werden kann.“

Noch immer Glutnester

Derweil ist die Brandursache noch völlig offen, auch weil das Gebäude als einsturzgefährdet gilt. Die Frage, ob es sich um Brandstiftung gehandelt haben könnte, kann die Polizei daher im Moment noch nicht beantworten. „Um das zu prüfen, müsste ein Brandsachverständiger ins Innere hinein und dies ist eben im Moment nicht möglich“, sagt Christiane Lautenschläger, Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz, das die Ermittlungen aufgenommen hat. Lautenschläger hofft, dass der Gutachter am Dienstag das Gebäude betreten und sich auf die Suche nach der Brandursache machen kann.

Zunächst müssen jedoch letzte Glutnester gelöscht werden. „Das Problem ist, dass diese unter dem eingestürzten Dach schwelen und die Feuerwehr nicht hinkommt“, berichtet Bürgermeister Emich. „Dort jemanden hineinzuschicken, kann man nicht verantworten, denn durch das Hantieren mit dem Schlauch könnten weitere Gebäudeteile zusammenbrechen.“ Daher soll nun ein Bagger die glimmenden Glutnester freiräumen.

Versorgung bleibt gesichert

Obwohl der Penny-Markt nun auf unbestimmte Zeit als Einkaufsmöglichkeit ausfällt, ist die Versorgung in der Gemeinde gesichert, denn neben dem Discounter gibt es noch einen Edeka-Markt in Miesau und einen Rewe-Markt in Bruchmühlbach. Aber der zentral an der Kaiserstraße und unweit der Autobahn gelegene Penny sei sehr gut besucht gewesen – nicht nur von Einheimischen, sondern auch von Handwerkern und Monteuren, die sich dort für die Mittagspause eindeckten. „Wie sich die Kundenströme nun entwickeln, bleibt abzuwarten“, sagt Erik Emich auch mit Blick auf die Preisstruktur, die bei der Discounterkette Penny im eher unteren Segment angesiedelt ist.

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