Trippstadt
Unterhammer: ADAC Deutschland Klassik lässt Herzen der Oldtimer-Fans höher schlagen
Angespanntes Warten liegt in der Luft rund um das historische Eisenhammerwerk. Fein gedeckte Tische unter weißen Sonnenschirmen stehen auf der Caféterrasse an diesem frühen Freitagnachmittag, bereit für die Oldtimer-Besatzungen, die jeden Moment erwartet werden. Die RHEINPFALZ hat sich unter die Wartenden gemischt.
Auch die Frauen und Männer vom ADAC stehen schon lange auf ihren Posten. An der Zufahrt zum benachbarten Parkplatz winken sie neugierige Autofahrer mit ihren Alltagsfahrzeugen vorbei. Der große Schotterplatz wird gebraucht für die wertvollen Blech-Raritäten der Auto-Wanderer von der Deutschland Klassik. „Eigentlich müssten sie längst da sein“, heißt es von Seiten der Insider. Immer wieder spähen sie auf die schmale Straße auf dem Karlstalgrund. Aber das Asphalt-Band verliert sich an der nächsten Biegung im dichten Blättergrün an den steilen Abhängen des Pfälzerwaldes.
Ein Auto wie aus dem Bilderbuch
„Jetzt aber“, wird plötzlich gerufen, „Da kommt der Erste!“ Ein ganzer Trupp rennt zum Straßenrand. Und tatsächlich, es scheint ein Auto zu sein wie aus dem Bilderbuch. Die cremefarbene Karosserie des Cabriolets ist vor der grünen Blätterwand schon zu erkennen. Unnachahmlich röhrt das Signalhorn. Die mächtigen, runden Scheinwerfer-Kulleraugen schauen herüber, als ob sie in erwartungsvoller Vorfreude wären. Fahrer und Beifahrer schwenken grüßend ihre roten Kappen. Es wäre reif für eine Filmszene: Die Speichenräder unter dem elegant geschwungenen, schwarzen Schutzblech schlagen scharf ein. Unter bedenklichem Nicken holpert das historische Fahrzeug über die Wellen der Platzeinfahrt. Bewundernder Beifall kommt auf. Und schon ächzt der alte Ford im Rückwärtsgang, schnauft noch einmal und steht.
Am zweiten Tag dieser geführten „Auto-Wanderung“ seien die Oldtimer in der Frühe in Landau aufgebrochen, erläutert Tilmann Kleber, der ADAC-Verantwortliche aus München, welche Rolle das Etappen-Ziel Unterhammer für den Korso spielt. Vor der Ankunft hier habe man zwei „Wanderpausen“ eingelegt. Eine am Biosphärenhaus in Fischbach und die zweite am Landhotel Weihermühle in Herschberg. Nach einer kleinen Prüfung und der Stärkung im Café Unterhammer werde die Fahrt bis nach Neustadt fortgesetzt. Inhaberin Judith Lambrecht ist kurz vor die Tür ihres Gastraumes getreten. „Schon vor längerer Zeit ist der ADAC auf mich zugekommen und hat wegen dieses Treffens angefragt“, erzählt sie. Der Unterhammer und die Umgebung hier hätten wohl Eindruck gemacht auf die Organisatoren.
Der alte Ford hatte einen großen Vorsprung
Der alte Ford, der als erstes Auto auf dem Parkplatz ankam, hatte wohl einen großen Vorsprung. Nachfolgende Fahrzeuge sind anscheinend noch auf der Strecke und treffen zunächst einmal nicht ein. Und während sich Bernhard und Dennis Jühe aus dem engen Cockpit ihres Ford Roadsters schälen, scharen sich die Bewunderer um das schöne, alte Blech. „Das Schönste bei dieser Hitze war die kühle Waldluft nach der Abfahrt in Herschberg“, resümieren die beiden übereinstimmend. Sich streckend machen sie sich auf den Weg zur Caféterrasse.
Und in diesem Moment biegen die nächsten Auto-Schätzchen auf den Parkplatz ein. Auf den offenen BMW aus dem Jahr 1939 folgt ein himmelblaues Mercedes-Cabriolet, dann ein 1930er Chevrolet Independence Phaeton, und jetzt reißt die Reihe der rollenden Museumsstücke nicht mehr ab. Am Ende blitzen und blinken sie alle, Reihe um Reihe aufgestellt in der Nachmittagssonne im Karlstal.