Niedermohr RHEINPFALZ Plus Artikel Sonnenblumenfelder erfreuen das Auge und liefern später Vogelfutter

Auf einem Feld bei Schrollbach stehen etliche Sonnenblumen, die später Vogelfutter liefern.
Auf einem Feld bei Schrollbach stehen etliche Sonnenblumen, die später Vogelfutter liefern.

Sonnenblumen in voller Pracht wachsen derzeit auf den Feldern nahe der Niedermohrer Ortsteile Schrollbach und Reuschbach. Was da so bezaubernd aussieht und ganze Scharen Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Co. anlockt, wird nach der Körnerreife im Herbst geerntet. Es handelt sich also nicht um eine Zwischenfrucht, die zur Bodendeckung dient oder als Gründüngung eingearbeitet wird – sondern um Vogelfutter.

Auf zwei Flächen mit insgesamt elf Hektar hat Christian Müller, Landwirt aus Miesau, in diesem Jahr Sonnenblumen angebaut, die er nach der Ernte als Vogelfutter vermarkten wird. „Im vergangenen Jahr hatten wir schon mal Sonnenblumen, es hat sehr gut funktioniert“, sagt Müller. In diesem Jahr hat er sich für eine Ausweitung des Anbaus entschieden. „Weil sie mir gefallen“, antwortet er lachend auf die Frage, warum gerade Sonnenblumen. Aber das war natürlich nicht das ausschlaggebende Argument, die Sonnenblume großflächig in die Westpfalz zu holen.

In der Vorderpfalz und in Rheinhessen üblich

In der Vorderpfalz oder auch in Rheinhessen ist der Körneranbau schon lange gang und gäbe. Dort war es bislang schon warm genug bei einer ausreichenden Anzahl an Sonnentagen, um die Kerne zur Ausreife zu bringen. Das Klima und sein Wandel ermöglichen mittlerweile auch hier in der Region, dass die Sonnenblume ihre Körner zur Reife bringt. „Wenn die Bodenverhältnisse passen“, ergänzt der Bauer. „Die Sonnenblume kommt mit dem wenigen Niederschlag bei uns ganz gut klar“, ist sie für ihn ein deutlicher Gewinner des Klimawandels. Als Tiefwurzler schiebt die Sonnenblume ihre Wurzeln auf der Suche nach Wasser bis auf zwei Meter Tiefe. Auch kommt sie mit wenig Stickstoff im Boden klar und ihr Anbau schreit nicht nach großem Herbizideinsatz.

Westpfälzer Leckerei für Vögel

„Als Kultur passt sie zur neuen, verschärften Düngeverordnung“, formuliert Müller ein weiteres Plus für die Kultur mit den großen, leuchtenden Köpfen. Da wächst also die Sonnenblume, die sich an warmen Sonnentagen der Sonne nachdreht, Insekten und Co. verwöhnt, dem Bauern gefällt und den Spaziergängern sicher auch. Im Herbst, wenn die Natur keinen Strich durch die Rechnung des Bauern gemacht hat, fährt Müller mit einem umgebauten Mähdrescher übers Feld, erntet die Sonnenblumenkerne und wird sie als Vogelfutter verkaufen. Dann können sich die Vögel am Futterhäuschen über die Westpfälzer Leckerei freuen.

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