Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Restaurant Pirsch wieder geöffnet

Stephan Kaiser serviert als Kneipenwirt seinen Gästen auch gerne ein Feierabendbier.
Stephan Kaiser serviert als Kneipenwirt seinen Gästen auch gerne ein Feierabendbier.

Stephan Kaiser ist seit Oktober neuer Pächter des Restaurants Pirsch in Ramstein. Eine plötzliche Krankheit bestärkte den gebürtigen Niedermohrer in seinem radikalen Richtungswechsel. Nach einem Jahr Pause wagte er den Neustart in seiner Heimat. Für den Sommer hat er bereits Erweiterungspläne.

Er war bis vor einem guten Jahr zuständig für Restaurants sowie Bars in Frankfurt am Main mit bis zu 800 Sitzplätzen und kochte schon in Israel. Stephan Kaiser, 38 Jahre alt, ist neuer Pächter des Restaurants Pirsch in Ramstein. Der gelernte Koch und Metzger wagt damit einen Neuanfang. Denn durch eine plötzliche Krankheit „wurde ich von Tempo 180 auf Null gebremst“. Der aus Niedermohr stammende Koch blieb stets mit seiner Heimat in Kontakt. Als er in der Zeit seiner Neuorientierung auf einem Immobilienportal von der Pacht-Möglichkeit gelesen hatte, ging alles ganz schnell: Vom ersten Gespräch mit dem Eigentümer bis zur Eröffnung vergingen 27 Tage. Nach elf Jahren ist seit Oktober die Pirsch bewusst unter altem Namen neu eröffnet, denn der Name sei hier einfach bekannt. Kaisers Leitspruch: „Taste the Pfalz“ – schmecke die Pfalz.

Auch aus dem Orient inspiriert

Sein Stil als Koch hat er über Jahre entwickelt. Er erzählt von Mitarbeitern aus Marokko. „Wir haben zusammen Ramadan gemacht. Den ganzen Tag nichts gegessen und getrunken. In der Pause haben wir zusammen nach Sonnenuntergang das Fasten gebrochen. Da hatte jeder Essen von zu Hause dabei“, berichtet Kaiser von seinen Einflüssen und weiter: „Auch wenn man es nicht direkt merkt, sind meine Gerichte bis heute auch aus dem Orient inspiriert, beispielsweise bei der Auswahl der Gewürze.“ Er hat so auch eine Vorliebe für das Fermentieren entwickelt, dass Viele vor allem vom heimischen Sauerkraut kennen. „Bei mir ist alles verarbeitet“, sagt der erfahrene Koch. Einfach nur Tomatenviertel oder Gurkenscheiben finden bei ihm nicht den Weg auf den Salatteller. Alles muss handwerklich gut zubereitet sein und schick aussehen, sagt Kaiser. Was dabei herauskommt sei: „Essen, das Spaß macht. Gerichte die einem vertraut sind und die man bei mir trotzdem neu kennenlernen darf.“

Seine Begeisterung für die Zubereitung von Essen hat Kaiser früh entdeckt. Ein Freund seines Vaters sei Metzger gewesen, das habe ihn interessiert. Ein Schulpraktikum in einer Metzgerei habe ihn in seinem Ausbildungswunsch bestätigt. Durch einen weiteren Bekannten sei er auf die Idee bekommen, eine Lehre als Koch anzuschließen. Er habe eine Affinität zu Essen und das mache für ihn neben einem guten Geschmack und viel Selbstdisziplin einen guten Koch aus.

Biergarten in den Startlöchern

Neben einer gut arrangierten pfälzer Mahlzeit liegt ihm der Erhalt der Kneipenkultur am Herzen. Deswegen habe er schon täglich ab 16 Uhr – pünktlich zum Feierabendbier – geöffnet. Für das neue Jahr hat er sich einiges vorgenommen: Ab Frühjahr will er frisch geräucherte Forellen anbieten und einen Biergarten der besonderen Art im Sommer eröffnen. Er habe da schon ein paar ausgefallene Ideen, möchte aber noch nicht zu viel verraten. „Wer mich kennt, der weiß: Ich bin nie im Stillstand.“ Dennoch hat er einen Gang zurückgeschaltet: „Ich finde es gut, dass das hier organisch wächst. Ich möchte mich darauf konzentrieren, den Laden hier einfach gut zu machen und eben diese Gemütlichkeit an meine Gäste weitergeben.“

Info

Mehr zu „Pirsch – Taste the Pfalz“ gibt es im Internet auf www.pirsch-ramstein.de; Telefonnummer 06371 9466239.

Nach elf Jahren Pause wird in der Pirsch wieder gekocht.
Nach elf Jahren Pause wird in der Pirsch wieder gekocht.
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