Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Am Naturfreundehaus im Finsterbrunnertal mussten 150 Fichten gefällt werden

Großeinsatz im Finsterbrunnertal: Eine Spezialfirma aus Bayern hat dort 150 Fichten gerodet, die vom Borkenkäfer befallen waren.
Großeinsatz im Finsterbrunnertal: Eine Spezialfirma aus Bayern hat dort 150 Fichten gerodet, die vom Borkenkäfer befallen waren.

Der Borkenkäfer gibt keine Ruhe. Im Finsterbrunnertal zwingt er derzeit den Forst zu einem Großeinsatz. Der Hang oberhalb des Naturfreundehauses im Finsterbrunnertal verwandelt gerade sein Gesicht. Rund 150 Fichten müssen weichen, ein Kahlschlag, den eigentlich keiner will. Auch nicht der Forst.

„Dieses radikale Vorgehen ist leider alternativlos“, erläutert Försterin Britta Pecho, dass sich der Forst die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Bisher sei es gelungen, durch selektive Entnahme von befallenen Bäumen die Kahlflächen im Wald sehr klein zu halten.

Im Waldstück, mit seinem großen Fichtenbestand und den massiven Felsen im Oberhang sieht sich der Forst nun allerdings gezwungen, auf einem größeren Stück gegen den Borkenkäfer vorzugehen. Lediglich vereinzelte Käferbäume herauszuholen, sei an dieser Stelle kaum möglich. Der Oberhang mit seinen Felsen sowie der darunter liegende, etwa zehnjährige Jungwald, verhindere eine normale Fällaktion.

Spezialfirma aus Bayern ist am Werk

Genau deshalb arbeitet dort seit dieser Woche eine Spezialfirma aus Bayern, die die gefällten Baumstämme nach oben abtransportiert. Kein einfacher Job, der zudem eine dicke Portion Ausdauer erfordert. Immer wieder steigen die drei Männer den Hang rauf und runter, sägen Baum für Baum ab, hängen ihn an den Seilkran und befördern ihn oben auf den Weg zum Abtransport. Das Holz der etwa 120 Jahre alten Fichten geht zum Großteil ins Sägewerk nach Ramstein.

„Wir können hier keine Käferbäume stehen lassen, im Umfeld stehen noch viel zu viele Fichten, auf die der Käfer sich sofort ausbreiten würde“, spricht Pecho davon, dass in einem Fichtenlosen Umland, eine Aktion in diesem Ausmaß, nicht notwendig gewesen wäre. „Rund drei Wochen wird es wohl dauern“, bittet die Revierförsterin die Wanderer und Spaziergänger um Verständnis, dass derzeit hinterm und teils vor dem Naturfreundehaus die Wege aus Sicherheitsgründen gesperrt sind.

Eichen, Ebereschen und Kastanien werden gepflanzt

Kahl wird der Hang am Naturfreundehaus aber nicht bleiben. Neben den prächtigen Douglasien, die nicht gefällt werden, darf, was sich bisher schon auf natürliche Weise verjüngt hat, groß werden. Zusätzlich sollen Eichen, Kastanien und Ebereschen gepflanzt werden. „Wir nutzen es als Chance, auch an dieser Stelle einen zukunftsgerichteten Mischwald aufzubauen“, erläutert Dorothea Lehmann, die neue Forstamtsleiterin in Kaiserlautern, dass der momentane Schrecken des Kahlschlages einem guten Schritt in ein klimaangepasstes Waldstück weichen wird.

Und nicht nur das, die Kletterfelsen im Hang, die bislang schon vom Deutschen Alpenverein zum Bouldern genutzt wurden, die werden anschließend für die Kletterer besser zugänglich sein. „Wir pflanzen nicht direkt an den Felsen“, so Pecho. Bei der Pflanzaktion werden sich, genau wie im bereits nachwachsenden Baumbestand im Unterhang, auch diesmal wieder die Naturfreunde beteiligen.

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