Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Seniorenwohnungen für 5,70 Euro pro Quadratmeter

Im Sommer 2023 sollen hier Senioren wohnen, wenn alles nach Plan geht.
Im Sommer 2023 sollen hier Senioren wohnen, wenn alles nach Plan geht.

Der Baubeginn in der Mozartstraße 9a jetzt im November ist der zweite Streich: In allen Orten der Stadt Wörth werden in den nächsten Jahren Wohnprojekte für Senioren umgesetzt. Nach den Kitas für die Jüngsten geht es damit auf einer weiteren Schiene des Demografie-Konzepts von 2017 weiter. Allerdings sind noch nicht alle Projekte in trockenen Tüchern.

Von den 22 neuen Wohnungen in der Mozartstraße werden 17 barrierefrei und von diesen wiederum 5 rollstuhlgerecht sein, so Petra Pfeiffer, Geschäftsführerin der Wohnbau Wörth. Die Wohnungen sind 50 bis 60 Quadratmeter groß und haben ein bis zwei Zimmer. „Aufzug, bodentiefe Duschen, sonniger Westbalkon“, schildert Pfeiffer weitere Vorzüge. Auch städtebaulich soll das Projekt einen Akzent setzen: Die Fassade wird begrünt, auf dem begrünten Dach finden die Mieter einen kleinen Garten. Die Gesamtbaukosten: 3,9 Millionen Euro. Die eigentliche Sensation: Die Kaltmiete beträgt 5,70 pro Quadratmeter, also je nach Größe rund 280 bis 350 Euro im Monat.

Wer eine dieser günstigen Wohnungen will, braucht aber einen Wohnberechtigungsschein. Denn die Miete ist so niedrig, weil der Bau öffentlich gefördert wurde. In diesem Fall von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Die habe den Antrag schnell genehmigt, freut sich Pfeiffer.

Kreis braucht elf Monate für Baugenehmigung

Allerdings sei es eine Herausforderung gewesen, die Daten so aufzubereiten, wie die ISB das wünscht. „Ich kann mir vorstellen, dass Leute, die das nicht so engagiert und professionell wie wir betreiben, daran scheitern.“ Dass es nicht möglich ist, die geforderten Pläne digital zu schicken, macht Pfeiffer beinahe fassungslos: „Wir mussten alles ausdrucken.“ Und ein zweiter Punkt sorgt ebenfalls für Ratlosigkeit: Die Kreisverwaltung hat für die Baugenehmigung elf Monate gebraucht.

Sorge bereiten Pfeiffer auch die derzeitigen enormen Kostensteigerungen bei den Baumaterialien. Im sozialen Wohnungsbau gebe es keine Möglichkeiten, „Mehrkosten durch höhere Mieterträge aufzufangen“, beklagt sie. Die Investoren bräuchten eine dynamische Förderung, die die Folgen von Marktprozessen auffängt.

Demografie-Konzept umgesetzt

Für Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) ist der Baubeginn ein weiterer Schritt bei der Umsetzung der Forderungen aus dem 2017 erstellten Demografie-Konzept. „Wer braucht was?“, habe die Frage gelautet. Und für die Kleinen seien schon viele Kitas gebaut worden, so Nitsche: „Der Bedarf ist gedeckt.“

In der Stadt habe sich aber auch bereits viel für die Senioren getan, sagt Nitsche. Er verweist auf eine ganze Liste von Projekten in den vier Orten:

  • Büchelberg: Ein Investor soll 7 Wohnungen bauen, über den Verkauf der Fläche entscheidet der Ortsbeirat. Zudem solle es Betreuungsangebote der Sozialstation vor Ort geben, zum Beispiel im Alten Rathaus.
  • Schaidt: Im Gesundheitszentrum entstehen 36 Wohnungen, davon 12 seniorengerecht. Baubeginn war im Oktober.
  • Maximiliansau: Pamina (Firmengruppe Konzok) plant 21 Seniorenwohnungen; Baubeginn soll 2023/24 sein. Die Wohnbau Wörth baut in der Tullastraße 65 Wohnungen, alle barrierefrei erschlossen mit Aufzug; Baubeginn voraussichtlich im Herbst 2022. Für „Max im Woog“ werde derzeit mit einem Investor über den Bau kleinere barrierefreier Seniorenwohnungen verhandelt.
  • Wörth: Zum Projekt in der Mozartstraße 9a kommen noch zwei weitere Vorhaben privater Träger hinzu, die Seniorenwohnungen und Pflegeplätze planen. Bei der Konzeptvergabe „Abtswald C“ spielen Aspekte wie Barrierefreiheit, Anpassbarkeit an Lebenszyklen und demografische Entwicklung ebenfalls eine Rolle, so Nitsche.

Mit den Bemühungen um seniorengerechte Wohnungen soll Senioren auch die Möglichkeit gegeben werden, aus ihren vielleicht zu großen Wohnungen auszuweichen, formuliert Nitsche die Hoffnung, das am Ende auch junge Familien profitieren: „Vielleicht wird sogar das eine oder andere Haus auf dem Dorschberg frei.“

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