Gegenüber RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Leben für Verwaltung und Vereine

Karl Hoffmann feiert am Dienstag seinen 90. Geburtstag.
Karl Hoffmann feiert am Dienstag seinen 90. Geburtstag.

Wer ihn als Gesprächspartner hat, am Telefon oder persönlich, braucht etwas Geduld – aber erfährt auch jede Menge südpfälzische Geschichte und Geschichten von der Kriegs- und Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Der Kuhardter Karl Hoffmann feiert am Dienstag in „altersgemäßer Zufriedenheit“ seinen 90. Geburtstag.

Im Ort ist er bekannt als ehemaliger geschäftsführender Beamter der Gemeindeverwaltungen Kuhardt und Leinsweiler, später als Leiter des Sozial- und Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Rülzheim. Viele Menschen hat er geprägt mit seinem Wirken als ehrenamtlicher Schiedsmann. „An zwei Nachmittagen in der Woche war ich in Leinsweiler“, erinnert sich Hoffmann an die Jahre vor der Verwaltungsreform 1972. Das hat für die Verwaltung des damals 300 Einwohner zählenden Dorfes gereicht. „Die Winzer wollten sowieso nichts von Verwaltungsbürokratie wissen“, erzählt Hoffmann. Da sei Pragmatismus gefragt gewesen. Und wenn es mal Trauungen oder Beerdigungen zu beurkunden gab, „hab ich das abends noch extra gemacht. Aber das war nicht viel bei den wenigen Einwohnern.“

Weit über die Grenzen seines Wohnortes Kuhardt hinaus bekannt gemacht hat ihn in den vergangenen Jahrzehnten das Kürzel „hka“. Unter diesem Kürzel schreibt er seit vielen Jahren für die Lokalredaktion Germersheim der RHEINPFALZ. Auch wenn es in den letzten Jahren altersbedingt etwas weniger wurde. Unzählig sind mittlerweile seine Berichte über Aktivitäten der Vereine und der Kirche in Kuhardt. „Es muss um 1950 gewesen sein“, erinnert sich der gebürtige Göcklinger, als in seinem Heimatort ein schwerer Unfall mit einer Dreschmaschine passierte. Der reguläre Chronist war nicht da, also übernahm Karl Hoffman den Reporterjob. „Mit dem Fahrrad habe ich den Text nach Landau zur RHEINPFALZ gebracht. Dort hat mich der Redakteur gefragt, ob ich das öfter machen will. So hat's angefangen.“

Seine berufliche Laufbahn begann Diplom-Verwaltungswirt Karl Hoffmann 1947 bei der Verwaltung in Göcklingen. „Damals“, so Hoffmann „gab es ja nach dem Krieg noch Zuteilungen von Lebensmitteln und Kleidung. Göcklingen hat zwei Anzüge zugeteilt bekommen. Einen hat der Bürgermeister genommen, einen mein Lehrherr in der Verwaltung.“ Im Jahr 1955 kam er nach Kuhardt, übernahm im Alter von 23 Jahren die Position des geschäftsführenden Beamten parallel zum Job in Leinsweiler. Nach der Gemeindereform leitete er die Ordnungsabteilung der neuen Verbandsgemeinde Rülzheim, zu der später auch die Sozialabteilung hinzukam.

Dass zum 90. Geburtstag „die Bude voll ist“, liegt auch Hoffmanns Vereinsengagement. Im Musikverein „Lyra“, beim Pfälzerwald-Verein, im Kirchenchor und in der Pfarrgemeinde hat oder hatte er führende Positionen inne. Und in Göcklingen war der Hornist 16 Jahre lang Vorsitzender des Musikvereins. Seine schönste Erinnerung als Musiker ist die an ein Konzert in Paris in Notre Dame. „Wir haben eine Schubertmesse gespielt. Die wurde von einem regionalen Radiosender aufgezeichnet und wir haben auf der Heimfahrt im Bus unser Konzert im Radio gehört.“

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