Kreis Germersheim
Durchfahrtsverbot: Maximiliansau wird dicht gemacht
Wörth/Karlsruhe: Seit Montag stehen Berufspendler vor der Rheinbrücke zweimal täglich im Stau. Ab dem kommenden Montag werden sie auch vor Maximiliansau stehen bleiben müssen. Die Stadt will das seit Jahren geltende morgendliche Durchfahrtsverbot durchsetzen. Mitarbeiter des Ordnungsamt werden den provisorischen Kreisel blockieren.
Acht Kilometer Richtung Kandel, acht Kilometer Richtung Germersheim: In dieser Größenordnung bewegt sich seit Montag die Länge des morgendlichen Staus vor der Rheinbrücke in Richtung Karlsruhe. Abends ist es nicht besser: Der Stau auf der Südtangente in Richtung Pfalz ist locker doppelt so lange und reicht auch mal bis kurz vor die A5. Grundsätzlich wird sich daran nichts ändern, solange die Rheinbrücke saniert wird. Allerdings könnte sich die Situation doch noch entspannen, so die Hoffnung der Polizei. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es die ersten 14 Tage am schlimmsten ist“, sagt Oliver Link, Sprecher der Polizei Wörth. Solange dauere es offenbar, bis sich die Autofahrer auf die Situation eingestellt haben und reagieren, vermutet Link. Dann werden allmählich Fahrten verschoben, der Verkehr entzerrt sich etwas. „Bei der Sanierung im Wörther Trog im letzten Jahr war das auch so“, sagt Link.
Auch Bagatellschäden halten den Verkehr auf
Natürlich ist das ein gutes Stück weit Spekulation. Tatsache ist hingegen, dass Unfälle im Baustellenbereich den Verkehrsfluss zusätzlich hemmen. Die Bilanz am Donnerstag: Ein Pkw streift einen Lastwagen, dabei bekommt nur der Pkw des Verursachers Kratzer ab (300 Schaden). Ein Lastwagen streift einen Pkw und rasiert desen Außenspiegel ab, der Lkw-Fahrer zeigt der Autofahrerin obendrein noch den Mittelfinger. Wie meist also Bagatellschäden, aber sie halten den Verkehr auf. Aus Sicht der Polizei besonders ärgerlich – weil vermeidbar – sind sogenannte „Spiegelunfälle“, bei denen Autos sich streifen und die Spiegel abgefahren werden. „Es wäre schön, wenn die Autofahrer die Beschilderung beachten und versetzt fahren würden“, sagt Link. Außerdem beachten viele Fahrer nicht den Hinweis, dass die linke Fahrspur nur 2 Meter breit ist. „Dort haben Kleinbusse, Transporter und größere Pkw nichts verloren“, so Link.
Ein Blick in die Fahrzeugpapiere genügt nicht
Laut ADAC sind allerdings 70 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge breiter als zwei Meter. So sind zum Beispiel alle Mercedes-Modelle mit Außenspiegel breiter als 2 Meter, so eine Auflistung (www.mercedes-fans.de). Zwar geht es in der Regel nur um 1 bis 10 Zentimeter. Aber der ADAC rät Autofahrern, sich über die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs zu informieren oder selbst nachzumessen – ein Blick in die Fahrzeugpapiere genügt nicht. Ansonsten drohe ein Bußgeld (20 Euro) oder sogar die Einschränkung des Kasko-Schutzes bei Unfällen. Bei einem Unfall mit Fremdverschulden könne wegen Mitverschulden der Schadenersatzanspruch reduziert werden. Unfälle im Stau verlängern nicht nur den Stau, sie nehmen auch die Polizei in Anspruch. „Uns fehlen dann die Kräfte, um beispielsweise Durchfahrtsverbote zu kontrollieren“, sagt Link mit Blick auf das Verkehrschaos am Donnerstag Morgen in Maximiliansau. Die Stadt Wörth hat am Donnerstagabend auf dieses Chaos und die vielen Beschwerden von Bürgern reagiert: Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) will nicht mehr warten, bis die geplanten Schranken an den Ortseinfahrten errichtet werden können. „Ab Montag, 6 Uhr, stehen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts am provisorischen Kreisel an der Orteinfahrt aus Richtung Hagenbach“, so Nitsche. Mit einer Warnbake soll die Straße blockiert werden. Die andere Ortseinfahrt bleibe frei, weil das Ordnungsamt nur zwei Mitarbeiter hat. „Und alleine will ich da niemand hinstellen“, so Nitsche.