Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Vogelpark: Helfer haben auch während der Schließung viel zu tun

Putzmunter: ein Zebrafink.
Putzmunter: ein Zebrafink.
Auffallend: ein Silberfasan.
Auffallend: ein Silberfasan.
Majestätisch: ein weißer Pfau.
Majestätisch: ein weißer Pfau.
„Fanpost“ am geschlossenen Tor des Vogelparks.
»Fanpost« am geschlossenen Tor des Vogelparks.

Auch der Vogelpark hat während der „Bundes-Notbremse“ erneut geschlossen, gibt sich aber Mühe, den Kontakt zu den Besuchern zu halten – auch online. Welche Überraschungen die fleißigen Helfer erleben, welches Futter den Tieren wirklich hilft und was hinter den Kulissen täglich geleistet wird.

Fröhliches Gezwitscher hier, sonores Quaken dort, Wind in den hohen Baumkronen und ruhiges Geplätscher im Teich: So klingt die Geräuschkulisse des Vogelparks im Frühjahr. Momentan bleibt es leider mal wieder beim Wort Kulisse, denn auch hier ist pandemiebedingt erneut für Besucher geschlossen.

Umso mehr hat es die fleißigen Helfer, die trotz allem hinter den sprichwörtlichen Kulissen weiterarbeiten müssen, um die vielen Vögel, Ziegen und Kaninchen zu versorgen, bewegt, was sie am verschlossenen Tor vorfanden: Eine junge Künstlerin hat ein selbst gezeichnetes Bild dort angebracht, das detailreich einen schönen Tag im Vogelpark zeigt. Darüber steht geschrieben: „Ich vermisse euch“. Ein rotes Herz prangt daneben.

Bei Kindern und Familien besonders beliebt

Der besondere Gruß berühre die Helfer sehr in dieser Zeit, sagt Manuela Bäsel, langjährige Kassenwartin im „Verein für Schutz und Pflege einheimischer und fremdländischer Vögel“. Einlaminiert und mit Kabelbindern am Tor befestigt, ist das Bild wetterfest. So glänzt es in der Sonne, während die Helfer rundherum arbeiten.

„Es zeigt uns halt schon, dass viele Leute und gerade Kinder und Familien den Besuch hier im Vogelpark vermissen“, sagt Vereinsvorsitzender Wilhelm Weidenbach. Die beliebte, bei Öffnung kostenlos zugängliche Anlage hat inzwischen seit 18. April wieder zu. Trotzdem sind die Tiere täglich mit Futter und Wasser zu versorgen, in den Volieren und Gehegen muss alles sauber und in Ordnung sein. Darum kümmern sich vier Mitarbeiter und mehrere Helfer aus dem Vorstand im Wechsel: „Wegen Corona dürfen nicht mehr so viele gleichzeitig vor Ort sein“, sagt Weidenbach.

Vollkornbrot ist die ideale Futterspende

Die Spendenbereitschaft gerade im Bereich Futter ist aber weiter hoch, was dem Verein hilft. „Wir bekommen allerdings gerade zu viel Brot“, sagt Weidenbach, „das können wir, bei aller Freude, gar nicht schnell genug verfüttern.“ Wichtig ist beim Brot, dass es trocken gelagert wird. Dafür hat der Verein am Jugendraum, einem Häuschen vor der Gaststätte, schon immer Tonnen aufgestellt. Plastiktüten sind nicht gut, da sie für Schwitzwasser sorgen, was leider schnell Schimmelbildung fördert, erläutert Weidenbach.

Ideal für die Futterspende ist laut den Vogelschützern besonders Vollkornbrot, ob frisch oder schon trockener. Für die anderen Tiere sind die Helfer dankbar um Salate: Hier hält sich Eisbergsalat oder auch Chicorée besonders lange frisch. Dazu ist anderes „Grünzeug“ wie Karotten und deren Grün hoch willkommen, am besten in Kartons oder Kisten. Vogelfreundliche Körnermischungen sind ebenfalls geeignet. Eine Terminabsprache für das Bringen ist nicht notwendig. Manuela Bäsel weiß: „Auch ein Apfel für zwischendurch wird gern mal als Spende angenommen.“ Allerdings darf das Tierfutter nicht zu süß oder gar blähend sein, weswegen Kohlsorten oder Brokkoli wörtlich nur mit Vorsicht zu genießen seien: „Das müssen wir vorher blanchieren, was sehr aufwendig ist, und trotzdem gut aufpassen.“

Hohe Resonanz auf Instagram

Bäsel, die zudem den Facebook-Auftritt des Vereins betreut, und Vorsitzender Weidenbach freuen sich über die zusätzliche Resonanz, die ihr Instagram-Account erzielt. Schülerin Maggy Klaus stellt seit ein paar Monaten fast täglich Bilder in die Story ein und reichert die Fotos mit sinnvollen Basteltipps an, zum Beispiel für einen fasanengerechten „Moosburger“ in einem Tongefäß. Die 18-jährige Schülerin kümmert sich jeden Tag um diese Aufgaben, obwohl sie gerade unter pandemieerschwerten Bedingungen fürs Abitur paukt. Die Social-Media-Kanäle haben dem Vogelpark aber regen Schriftwechsel auch mit Tierfreunden in anderen Ländern eingebracht, erzählt die junge Haßlocherin, etwa zu einem Vogelzüchter in den Niederlanden.

Leider engagierten sich nicht alle Leute so für das Tierwohl, bedauert Vorsitzender Weidenbach: „Manchmal werden wieder die Zäune aufgeschnitten oder die Volieren beschädigt“. Zum Glück sind wenigstens keine Tiere abhanden gekommen oder verletzt worden. Dennoch sind die Folgen von Vandalismus kostspielig.

Volieren werden saniert

Besser eingesetzt ist das Geld in der geplanten Renovierung der Volieren, sagen Weidenbach und Bäsel. Die Fasanerie des 1953 gegründeten Vereins ist in die Jahre gekommen und wird von Holz auf Metall umgestellt. Eine Doppelvoliere, erstellt in Eigenleistung, ist schon fertig, so Weidenbach. Acht weitere sollen folgen, die neben Fasanen auch Kiebitze, Säbelschnäbler, Tauben, Zebrafinken und andere Vögel beherbergen. Durch Materialkosten für Draht, Metall und Stein kostet das jeweils 5000 Euro, schätzt er. Doch der Vogelpark muss fit für die Zukunft gemacht werden, betont er: „Bei uns ist jeder Euro gut angelegt, nicht allein in Futter.“

SPENDEN UND KONTAKT

Der zurzeit geschlossene Haßlocher Vogelpark informiert über seine Arbeit auf www.vogelpark-hassloch.de sowie auf Instagram und Facebook, auch über jeweils benötigtes Baumaterial. Der Verein freut sich über Sachspenden nach Absprache, neue Mitglieder oder eine Geldspende. Spendenkonto des Vereins bei der Sparkasse Rhein-Haardt: DE14 5465 1240 0001 0010 07.
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