Gerolsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Radwegebau und Hochwasserschutz: Was 2022 im Dorf ansteht

Wollen ihr Dorf weiterentwickeln: die Mitglieder der Initiative „Gerolsheim bewegt sich“.
Wollen ihr Dorf weiterentwickeln: die Mitglieder der Initiative »Gerolsheim bewegt sich«.

In Gerolsheim ging es im vergangenen Jahr voran in Sachen Infrastruktur. Doch auch in diesem stehen große Anstrengungen bevor. Am Ende bleibt die Frage gen Berlin, wer das eigentlich alles bezahlen soll. Finanzielle Spielräume gibt es aus Sicht von Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG) kaum im Dorf, dafür aber engagierte Bürger.

Ein allerorts leidiges Thema gleich zu Anfang: der Glasfaserausbau. Weyer ist erleichtert, dass der Anschluss ans schnelle Internet „nach allerlei Problemen, mehrfachen Aufrissen und bei noch bestehender Schadensbeseitigung so gut wie fertig ist“. Nur noch einzelne Hausanschlüsse fehlten, unter anderem seien die Einrichtungen der Kommune noch nicht angeschlossen. Dies soll laut Weyer in der ersten Jahreshälfte passieren.

Besonders wichtig für den Ort findet der Bürgermeister den Radweg nach Lambsheim, dessen erster Bauabschnitt kurz vor Weihnachten nahezu abgeschlossen wurde. Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) beginnt im Januar unter Vollsperrung der eigentliche Radwegebau an der K2/K24, die zum Teil dem Rhein-Pfalz-Kreis, zum Teil dem Landkreis Bad Dürkheim gehört. 2022 will der Ortschef die Anbindung des Radwegs nach Lambsheim an den bestehenden Rad- und Wirtschaftsweg nach Heßheim umsetzen. „Dies ist zu unserem Bedauern leider noch nicht ausführungsreif und auch noch nicht ausgeschrieben.“ Schade findet es Weyer zudem, dass der zugesagte Rest der für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern wichtigen Verbindung nach Dirmstein 2021 nicht fertiggestellt wurde. Weyer drängt nun auf ein Treffen mit Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU), um zu erfahren, bis wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist.

Hochwasserschutz gemeinsame Aufgabe

Bei fast all diesen Projekten sei man von höheren Instanzen abhängig. „Bei größeren Vorhaben müssen unzählige Behörden befragt und gehört werden, was alles in die Länge zieht. Ohne Zuschuss von oben kann man nichts mehr gestalten“, erklärt Weyer und nennt als Beispiel den Hochwasserschutz. „Das Hochwasserschutzkonzept ist beschlossen uns muss gemeinsam umgesetzt werden“, sagt der Ortschef mit Blick aufs kommende Jahr. „Wir wollen kein Hin und Her, bei dem der eine es auf den anderen schiebt.“ Es gelte, die Sache gemeinsam anzupacken. „Das Konzept kann nicht beim Planer liegen, bis im Sommer wieder die Keller volllaufen.“

Nach Weyers Eindruck haben die politischen Vertreter im Bund während des Wahlkampfs viel angekündigt. „Mögen sie uns ehrlich sagen, wie sie das Versprochene umsetzen wollen, ohne den Bürger weiter zu belasten. Es bleibt immer die Frage: Wer soll das bezahlen? Daran werden sich unsere Politiker messen lassen müssen“, meint Weyer. Er wünscht sich, dass die Kommunen gefördert und unterstützt werden. Die Gemeinden leiden laut Weyer unter der Abgabenlast der Kreis-, Verbandsgemeinde- und Schulumlage. „Wenn diese von unseren Einnahmen abgezogen sind, bleibt oft zum Gestalten mit eigenem Geld kein großer Spielraum.“

Erwartungen an Lärmaktionsplan

Als Reizthema im Dorf nennt Weyer den zunehmenden Lärm, etwa von den Autobahnen. „Hier sollte der momentan bei unserer Verbandsgemeinde anstehende Lärmaktionsplan Aufklärung und Reduzierung für unsere Bürger ergeben – und zwar hoffentlich nicht nur auf dem Papier“, fordert Weyer. Diskutiert werde auch Tempo 30 im ganzen Ort und mögliche Lösungen für die angespannte Parksituation auf fast allen Straßen.

Stolz ist Weyer auf die Bürger, die Corona zum Trotz 2021 etwas im Dorf bewegt haben, zum Beispiel durch Pflanzaktionen. Jüngere hätten Veranstaltungen pandemiegerecht umgeplant, um das Dorf- und Vereinsleben nicht ganz einschlafen zu lassen. So wurde die Kerwe als Wanderung gestaltet, Dorfflohmarkt, Martins- und Nikolausumzug veranstaltet und neben einer Adventswanderung auch der Weihnachtsmarkt durchgezogen. „Dafür allen vielen, vielen Dank. Es war immer ein bisschen was los“, freut sich Weyer.

Serie

In der Serie „Was war, was kommt“ blicken wir gemeinsam mit den Bürgermeistern kurz auf das Jahr 2021 zurück und etwas länger auf das, was 2022 so ansteht in den Dörfern des Frankenthaler Umlands.

Der Gerolsheimer Bürgermeister Erich Weyer.
Der Gerolsheimer Bürgermeister Erich Weyer.
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