Deidesheim
„Mel Hair“: Friseursalon als Atelier
Melanie Schüpphaus strahlt. Wenn sie durch ihre Räume im Erdgeschoss geht, wirkt sie einfach glücklich. Und das ist kein Zufall. Denn die Friseurmeisterin, die vor knapp 20 Jahren mit ihrer Familie von Mannheim nach Deidesheim zog, hat sich im Winzerhaus des Weinguts Biffar einen Traum verwirklicht. In den historischen Räumen, die vom Weingut nicht mehr genutzt werden, hat sie nach ihren eigenen Vorstellungen einen Salon errichtet, der sich von anderen unterscheidet. „Es war nicht einfach, so eine Location zu finden. Ich wollte etwas Historisches mit Modernem verbinden und meine persönlichen Akzente setzen“, sagt Schüpphaus.
Die Möglichkeit hat sie im ehemaligen Weingutsgebäude gefunden. Die Räume sind restauriert, Schüpphaus’ Handschrift ist deutlich erkennbar. Die 45-Jährige kennt die Wünsche ihrer Kunden, die vorwiegend aus der Metropolregion Rhein-Neckar kommen, aber auch aus dem benachbarten Ausland. Schüpphaus hat sich als Stylistin international einen Namen gemacht, und deshalb will sie ihren Kunden neben dem Handwerklichen auch eine Wohlfühloase bieten.
Ihr Salon „Mel Hair“ ist nach ihren Angaben in der Metropolregion der einzige Sassoon-Partnersalon, der in der Tradition des verstorbenen englischen Friseurs Vidal Sassoon arbeitet. Dieser hat die Haarmode in den Sechziger Jahren revolutioniert und auch den Bob, einen einfachen Haarschnitt mit gerader, kinnlanger Konturlinie, wiederbelebt. Sassoon-Partnerbetriebe dürfen bestimmte Schnitte exklusiv anbieten.
In Mutters Fußstapfen
Aber auch die Philosophie des japanischen Friseurmeisters und Make-Up-Künstlers Shu Uemura spielt in Schüpphaus’ Salon eine große Rolle. Friseurmeister, die danach arbeiten, werden speziell dafür ausgebildet, die Salons nennen sich „Atelier“. Das ist auch bei „Mel Hair“ der Fall. Es geht darum, das Haar zu „perfektionieren“. Für Schüpphaus ist es eine spannende Herausforderung, bei jedem ihrer Kunden sowohl beim Schnitt als auch bei der Farbe die Kunst der beiden Pioniere der Haarkunst in Haar und Make-up zu zelebrieren. „Das ist meine Leidenschaft und dafür tue ich alles, weil es mir auch sehr viel Freude bereitet“, sagt Melanie Schüpphaus. Tochter Laura (16) hat sie damit angesteckt. Sie soll in Mutters Fußstapfen treten und absolviert gerade ihre Ausbildung zur Friseurin. Sohn Marco, (21), der im Fernstudium Volkswirtschaft studiert, kümmert sich parallel zum Studium als Salonmanager um den administrativen Bereich.
Für Schüpphaus ist die Beratung das A und O. „Es geht um die Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen“, sagt sie. Den Look will sie in einer Atmosphäre der Harmonie und Achtsamkeit gestalten. „Meine Aufgabe ist es, die Ästhetik, die in jedem Menschen innewohnt, herauszuarbeiten“, erklärt Schüpphaus. In ihrem Salon umgibt sie sich mit exklusiven Wohnaccessoires aus dem Süden Frankreichs.
Und mit dem Weg nach Frankreich schließt sich auch wieder der Kreis in der Niederkirchener Straße. Denn die früheren Eigentümer, die Weingutsfamilie Biffar, stammte ursprünglich aus der Gegend von Lyon. Ob das ein Zufall ist?