Meckenheim
Geplantes Baugebiet: Anbindung soll überprüft werden
Vor etwa zwei Jahren ist der Vorentwurf für das Baugebiet M7 vorgestellt worden, nach der öffentlichen Auslage liegen jetzt die Stellungnahmen vor – unter anderem von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Diese hat „grundsätzliche Bedenken“ geltend gemacht. Der Ortsgemeinderat hat nun beschlossen, dass den Einwänden Rechnung getragen werden soll. Es geht zum einen um die Anbindung des Baugebiets, zum anderen um den Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe in der Nachbarschaft.
Die vorgesehene Anbindung an die Böhler Straße sei für landwirtschaftliche Gespanne, die bis zu 18,75 Meter lang sein dürfen, nicht ausreichend, kritisiert die Landwirtschaftskammer. Außerdem gebe es keine belastbare Untersuchung der möglichen Immissionsbelastung, obwohl „störempfindliche Nutzung“ (Wohnen) an die Betriebsstätten in Nachbarschaft des geplanten Baugebietes heranrücken würde. Das Ganze werde nochmals überprüft, verdeutlichte Ortsbürgermeisterin Julia Kren (FWG) im Rat. Unter anderem soll eine alternative Anbindung des Neubaugebietes an die Böhler Straße östlich der Flakhalle überprüft werden. Zudem soll das Ergebnis einer schalltechnischen Untersuchung über mögliche Immissionen aus der Landwirtschaft abgewartet werden.
Vorschlag: Steingärten verbieten
Die Regionalstelle Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt, empfiehlt, wegen des Hochwasser- und Bodenschutzes Steingärten in M7 zu verbieten, dafür Garagendächer zu begrünen. Auch diese Anregung will der Gemeinderat im Bebauungsplanverfahren mitaufnehmen.
Wegen möglicher geschichtlich interessanter Bodenfunde sollen Baggerschürfungen unter fachlicher Begleitung der Landesarchäologie vor Beginn der Bauarbeiten durchgeführt werden.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) und die Pollichia haben generell Bedenken gegen die Errichtung des Neubaugebietes – vor allem mit Blick auf die zahlreichen Leerstände im Dorf. Bauamtsleiterin Nina Lill erklärte im Rat, dass die Gemeinde darauf keinen Einfluss habe, da sich die Häuser und Scheunen in privater Hand befänden. Die Ausgleichsfläche für die Bodenversiegelung soll extern auf einem 1,5 Hektar großen Areal angelegt werden.
Die Stadwerke Neustadt werden eine Bedarfsrechnung für den benötigten Strom der 400 bis 500 Neubürger aufstellen. Es wird mit einer größeren Menge gerechnet, vor allem im Hinblick auf Wärmepumpen und E-Autos.
Das Baugebiet hat eine Fläche von rund neun Hektar. Geplant sind unter anderem 70 Einfamilienhäuser und 20 Doppelhäuser mit unterschiedlicher Geschosszahl. Die Grundstücke haben Flächen zwischen 400 und 450 Quadratmetern. Entlang der Böhler Straße ist ein Bereich vorgesehen, in dem sich örtliche Gewerbebetriebe ansiedeln könnten