Bad Dürkheim / Grünstadt
Corona: So ist die aktuelle Lage in den Kliniken
„Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, diese Woche dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
„Von einer angespannten Situation“ aufgrund steigender Fallzahlen von Corona-Infektionen unter den Beschäftigten, Quarantäneregelungen und weil Mitarbeiter ihre Kinder zu Hause versorgen müssen, berichtet auch Barbara Fresenius, Sprecherin des Evangelischen Krankenhauses in Bad Dürkheim. Unter diesen Bedingungen sei viel Flexibilität der Mitarbeiter erforderlich. Doch die reicht nicht aus: Um die Patienten trotz der Ausfälle versorgen zu können, beschäftigt das Bad Dürkheimer Krankenhaus, das derzeit vier Corona-Patienten auf der Normalstation versorgt, laut Fresenius auch externe Leasingkräfte. „Zurzeit können geplante Operationen noch durchgeführt werden“, so die Krankenhaussprecherin. Sollte sich die personelle Situation im Herbst weiter verschärfen, könne dies aber zu Kapazitäts- und Serviceeinschränkungen führen.
Interne Impfkampagnen
Doch wie rüstet sich die Einrichtung gegen eine mögliche weitere Corona-Welle im Herbst? „Wir sind davon überzeugt, dass eine Auffrischimpfung in den allermeisten Fällen den Schutz vor einer Infektion mit schweren Krankheitsverläufen im Herbst und Winter schützt. Insofern bleiben ein möglichst lückenloser Impfschutz unserer Mitarbeitenden und die bewährten Sicherheitsmaßnahmen zentrale Eckpunkte unserer Anti-Corona-Strategie“, so Fresenius. Dies mache man auch immer wieder gegenüber den Mitarbeitern deutlich. „Wir haben Anfang Juni erneute Covid-Impfungen im Krankenhaus angeboten und Mitte des Monats Mitarbeitenden eine Booster-Impfung in einer hiesigen Hausarztpraxis vermittelt. Diese Angebote wurden dankbar angenommen“, berichtet Fresenius. Auch die Grippeschutzimpfung will das Haus seinen Mitarbeitern anbieten. Nach zwei ruhigen Grippe-Saisons sei zu befürchten, dass sich dieser Trend nicht fortsetze, so die Sprecherin.
Und wie ist die Lage am Kreiskrankenhaus in Grünstadt? Dort haben die steigenden Infektionszahlen keine Auswirkungen auf den Betrieb. Das sagen auf Anfrage der neue Verwaltungsdirektor Markus Kieser und der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Hans Münke.
Die Sommerwelle habe nicht zu einer Zunahme der stationären Behandlungen geführt, sagt Kieser und Münke berichtet: „Derzeit liegen nur vereinzelt Covid-Patienten in unserem Haus, darunter keiner auf der Intensivstation.“ Dass Personal wegen Corona nicht arbeiten könne, komme immer wieder vor. „Im Vergleich zu März oder April sind die Ausfälle jedoch signifikant zurückgegangen“, hat der Internist beobachtet.
Keine Sorge, aber wachsames Auge
Pflegekräfte und Ärzte achteten sehr genau auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen, ansonsten laufe alles normal. „Wir können auch sämtliche planbaren Operationen vornehmen“, versichert Münke. Auf die Frage, ob er mit Sorge auf den Herbst schaue, sagt er: „Sorge ist nicht der richtige Ausdruck. Wir blicken wachsamen Auges auf die Entwicklung der nächsten Monate. Entscheidend wird sein, ob und welche neuen Virusvarianten sich durchsetzen und welche Folgen sich daraus ergeben. Darauf werden wir uns dann einstellen.“
Auch mit weiteren Impfungen? Laut Münke gibt es Beschäftigte, die schon vier Spritzen erhalten haben. „Wir werden mit der Verfügbarkeit des neuen Serums – voraussichtlich im September – eine neue Impfkampagne in unserem Krankenhaus starten“, kündigt er an. Bisher seien solche Aktionen von den Mitarbeitern gut angenommen worden.