Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg verliert im Drittliga-Kellerkrimi bei der TSG Haßloch

Jonas Dambach traf 13 Mal für den TuS Dansenberg. Doch das reichte nicht für den Sieg in Haßloch.
Jonas Dambach traf 13 Mal für den TuS Dansenberg. Doch das reichte nicht für den Sieg in Haßloch.

Im „Vier-Punkte-Spiel“ im Abstiegskampf der Dritten Liga musste sich der TuS Dansenberg trotz 13-Tore-Mann Jonas Dambach der TSG Haßloch etwas unglücklich mit 33:35 (17:16) geschlagen geben. Der Kampf um den Klassenverbleib spitzt sich weiter zu.

Ein Sieg im Pfalzderby wäre für beide Mannschaften enorm wichtig gewesen. Dansenberg ging nach zwei Heimsiegen in Folge leicht favorisiert in die Partie, „vielleicht war in den Köpfen auch zu viel Selbstvertrauen“, bemängelte Kapitän Sebastian Bösing (29), der im Duell gegen einen seiner Ex-Clubs dreimal traf, allerdings von der Abwehr der Hausherren gut aus dem Spiel genommen wurde. Über 70 Schlachtenbummler begleiteten die Dansenberger ins TSG-Sportzentrum und sorgten in nahezu ausverkauftem Haus für ordentlich Stimmung, feuerten ihre Mannschaft mit sieben Trommeln und etlichen Tröten lautstark an.

„Wir brauchen die Unterstützung der Fans, das heute war richtig geil. Es hat mich sehr gefreut, dass so viele mitgefahren sind“, bedankte sich Trainer Theodoros „Theo“ Megalooikonomou bei den TuS-Anhängern. Der TuS-Trainer musste auf Stammtorhüter Michel Fiedler (20) verzichten – besonders bitter, da Alexander Martinsen (28) keinen guten Tag hatte: „Schade, dass Michel gefehlt hat, mit ihm hätten wir das Spiel vielleicht gewonnen“, hadert Bösing mit dem Ausfall des Keepers.

Sahnetag von Dambach

Der TuS startete sehr fahrig und unkonzentriert in die Partie, brauchte sechs Minuten, um die leidenschaftlich verteidigende Bären-Abwehr zu überwinden, lag da schon 0:3 hinten. Den ersten Treffer für die Gäste erzielte Jonas Dambach (25), der einen echten Sahnetag erwischte, am Ende insgesamt 13 Mal traf, damit eine persönliche Bestleistung aufstellte und auf den sechsten Platz der Torschützenliste der Dritten Liga vorrückte. „Für mich persönlich war es natürlich ein sehr gutes Spiel, allerdings bringt die beste Leistung nichts, wenn wir am Ende verlieren. Da hätte ich lieber auf alle Tore verzichtet, wenn wir am Ende gewonnen hätten“, sagte Dambach und fügte hinzu: „Ich habe zwar 13 Tore geworfen, aber es gibt ja auch Leute, die das vorbereiten müssen. In der Entstehung gehört immer viel mehr dazu, ich habe den einfachsten Part, ich muss den Ball nur ins Tor werfen.“

Defensiv unkonzentriert

Die Gäste kamen nun richtig in Fahrt, angeführt von Dambach drehten sie die Partie mit einem 8:2-Lauf von 1:4 (7.) auf 9:6 (14.) und hatten das Spiel scheinbar im Griff. Offensiv lief nahezu alles am Schnürchen. „Wir haben in der Offensive unsere Qualität gezeigt“, sagte Megalooikonomou. Doch defensiv agierten die Westpfälzer zu unkonzentriert, kassierten viele einfache Gegentore und konnten sich nicht auf mehr als drei Tore absetzen. Insbesondere Philipp Alt kam über die halbrechte Seite immer wieder zu freien Würfen, er war am Ende mit zehn Treffern bester Werfer der Haßlocher. „Wir wollten kompakt verteidigen, noch mehr kämpfen, das haben wir nicht geschafft“, bemängelte Bösing und Dambach kommentierte das Abwehrverhalten: „Das hat sich komisch angefühlt.“ So musste sich der TuS trotz einer starken Offensivleistung mit einer mageren Ein-Tore-Führung (17:16) zur Pause zufriedengeben.

Den Hausherren gelang es, diesen Schwung mit in die zweite Hälfte zu nehmen und so kamen sie bis zum 20:20 (37.) viermal zum Ausgleich, bevor sich die Gäste berappelten und wieder auf drei Tore davonzogen, 20:23 (40.). Doch der Spielverlauf des ersten Durchgangs wiederholte sich, die Bären hielten den Anschluss und konnten in der 52. Minute erneut zum 29:29 ausgleichen. Die Partie war spürbar gekippt, die Halle tobte und die Heimfans peitschten ihre Mannschaft weiter nach vorne.

Nicht ans Konzept gehalten

Das Problem der Dansenberger war, dass jetzt auch offensiv längst nicht mehr alles rund lief, Bösing kritisierte: „Wir haben letztendlich verloren, weil wir vorne immer wieder gedacht haben, wir müssten etwas anderes machen als der Plan war. Immer wieder hatten einige frühzeitig Ideen und haben undiszipliniert abgeschlossen. Immer, wenn wir uns an unseren Plan gehalten haben, waren wir erfolgreich.“ Auch „Theo“ bemerkte, dass „in den letzten acht Minuten die Konzentration weg war. Wir haben uns in der Abwehr nicht an unser Konzept gehalten und waren jetzt auch vorne schlecht.“ Dambach haderte: „Wir haben wieder den Kopf verloren.“

So konnte Haßloch auf 33:30 (58.) davonziehen, doch es sollten zwei dramatische Minuten folgen, in denen es dem TuS tatsächlich gelang, durch Jonas Dambach auf 32:33 (60.) zu verkürzen, die Sensation lag in der Luft, doch ein Siebenmeter für die Bären entschied das Derby, Endstand 35:33.

Dambach resümierte: „Vorne war heute nicht das Problem, aber hinten waren wir deutlich schlechter, weil wir viel zu einfach Gegentore bekommen haben.“ „Theo“ richtet derweil den Blick nach vorne: „Wir müssen den Kopf hochhalten und weiter gehen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die Jungs machen das gut. Heute war eine unglückliche Niederlage.“

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