Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Straßenbau 2023: An welchen Straßen in diesem Jahr gearbeitet wird

Sanierungsbedürftig: die Mainzer Straße/Ecke Donnersbergstraße.
Sanierungsbedürftig: die Mainzer Straße/Ecke Donnersbergstraße.

Viele Straßen in Kaiserslautern und den Stadtteilen sind in marodem Zustand. Jährlich wird ein Bauprogramm aufgelegt, um die Straßen nach und nach zu verbessern. Auch in diesem Jahr sollen 8,6 Millionen Euro fließen – und der Verkehr wird stocken.

Das gesamte Straßennetz der Stadt und der Stadtdörfer – gut 370 Kilometer – liegt im Zuständigkeitsbereich des Referats Tiefbau bei der Stadtverwaltung. Etwa 40 Prozent davon sind „im roten Bereich“, sagt Referatsleiter Sebastian Staab, also sanierungsbedürftig. Grundlage der Einstufung ist eine Straßenzustandserfassung alle fünf Jahre mit einem Spezialfahrzeug. Dabei werden die Straßenoberflächen aufgenommen und ausgewertet. Die Daten sind dann Grundlage für Sanierungen der Infrastruktur. „Diese Arbeitsweise hat uns sogar ein seltenes Lob vom Landesrechnungshof eingebracht“, sagt Baudezernent Peter Kiefer. In den vergangenen Wochen hätten die Straßen besonders gelitten, erklärt Staab: „Wenn es einmal kalt ist und über Wochen frostig bleibt, schadet das dem Asphalt nicht so wie ständige Wetterwechsel.“ Denn wenn die in den Straßenbelag eindringende Nässe gefriere, schade das dem Material. Wenn das immer wieder passiere, umso mehr.

Referat Tiefbau hat 17 Straßenbaumaßnahmen für 2023 geplant

2023 stehen wieder einige größere (und kleinere) Straßenbauprojekte an. Wobei fast kein Straßenneubau auf der Liste zu finden ist. Staab: „Das gibt’s bei uns nur noch in Neubaugebieten.“ Und davon hat Kaiserslautern bekanntlich nicht viele. Die umfangreichsten Bauarbeiten an Straßen werden mit den wiederkehrenden Beiträgen abgerechnet, die zum Jahreswechsel 2023/24 im kompletten Stadtgebiet eingeführt werden müssen. Kiefer zeigt sich von den wiederkehrenden Beiträgen überzeugt, die die lange Zeit üblichen Einmalzahlungen bei Straßenerneuerungen ersetzt haben: „Wir haben die wiederkehrenden Beiträge zunächst in den Stadtteilen eingeführt, jetzt nach und nach in der Innenstadt. Das funktioniert und zeigt Wirkung.“

Beethovenstraße Ecke Brahmsstraße: Wo jetzt in der Bildmitte noch Autos parken, soll eine kleine Grünfläche entstehen. Insgesamt
Beethovenstraße Ecke Brahmsstraße: Wo jetzt in der Bildmitte noch Autos parken, soll eine kleine Grünfläche entstehen. Insgesamt werden dort beim Ausbau der Straßen 19 Bäume neu gepflanzt.

So habe man in den Stadtteilen mit der neuen Beitragsart in den vergangenen Jahren etliche Straßen im Vollausbau sanieren können. Positiver Nebeneffekt laut Kiefer: „Wenn die Straßen gemacht sind, ziehen viele Hausbesitzer nach und sanieren ihre Immobilie.“ Um die finanziellen Verpflichtungen überschaubar zu halten (Kiefer: „Wir wollen die Bürger nicht über Gebühr belasten.“), erstelle das Referat Tiefbau ein mehrjähriges Bauprogramm für jeden Abrechnungsbezirk.

Vollausbau und Deckschichterneuerungen

In den Bauprogrammen stehen für dieses Jahr – teilweise mit Bauzeiten über das Jahr hinaus – beispielsweise der Ausbau der Gut-Heim-Straße von der Dornenstraße bis zur Mennonitenstraße an (Start im Frühjahr, Bauzeit zehn Monate), ebenso der Ausbau der Beethoven-, Brahms-, Schaffner-, Baum- und Saalstraße (Frühjahr, eineinhalb Jahre), der Ausbau der Tulpen-, Lilien- und Hochsandstraße (Frühjahr, sieben Monate) und Ausbau Ellenbrunnerstraße von Otterberger Straße bis „Am Glockenturm“ (erstes Halbjahr, fünf bis sechs Monate). Die genannten Straßen werden allesamt im sogenannten Vollausbau erneuert, müssen also aufgegraben werden. Dazu würden jeweils alle Versorgungsträger angefragt, die bei der Gelegenheit meist neue Leitungen und Glasfaser (oder Leerrohre) verlegt. Entsprechend dauern die Arbeiten länger als reine Deckschichterneuerungen, bei denen lediglich vier Zentimeter Asphalt abgefräst und neu aufgebracht werden, wie im vergangenen Jahr beispielsweise in der Merkurstraße.

Wird in diesem Sommer neu asphaltiert: die Mainzer Straße von der Kreuzung aus bis zum Stadteingang – in beiden Richtungen.
Wird in diesem Sommer neu asphaltiert: die Mainzer Straße von der Kreuzung aus bis zum Stadteingang – in beiden Richtungen.

Solche großflächigen Arbeiten stehen 2023 ebenfalls auf der Liste – unter anderem im Umfeld der Kreuzung Donnersbergstraße und Mainzer Straße. Dort soll noch im ersten Halbjahr damit begonnen werden, die vielbefahrene Mainzer Straße von der genannten Kreuzung bis zum Stadteingang zu erneuern. Staab: „Der Zustand dort ist sehr schlecht, da müssen wir ran.“ Gleichzeitig weiß er, dass es dort zu Verkehrsbehinderungen kommen wird, wenn während der Arbeiten die Fahrbahn von zwei auf eine Fahrspur verengt werden muss. Die Baustelle soll möglichst während der Sommerferien abgewickelt werden. Gar eine Vollsperrung sei für die Deckschichterneuerung der Donnersbergstraße zu erwarten. Die wird von der Kreuzung Mainzer Straße bis zur Walter-Gropius-Straße saniert.

Insgesamt fließen in diesem Jahr 8, 575 Millionen Euro in den Straßenerhalt – je nach Maßnahme von der Stadt und den Bürgern getragen.

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