Neu am Pfalztheater RHEINPFALZ Plus Artikel Sopranistin Arminia Friebe feiert am Samstag Premiere

Arminia Friebe spielt in Don Carlo die Elisabeth von Valois.
Arminia Friebe spielt in Don Carlo die Elisabeth von Valois.

Eine neue Theatersaison bringt stets auch neue Gesichter auf und hinter die Bühnen. Diese „Neuen“ stellt die RHEINPFALZ traditionell in loser Folge vor. Heute geht es um die Sopranistin Arminia Friebe aus Euskirchen, die morgen in der Premiere des „Don Carlo“ auf der Bühne steht.

Liebhaber des Musiktheaters, ebenso die Galabesucher zum Saisonbeginn 2024/2025 kennen sie bereits als Sängerin. Denn Arminia Friebe stand Ende Oktober 2022 auf der Bühne des Großen Hauses und sang in Richard Wagners „Tannhäuser“ die Rolle der Elisabeth, der Nichte des Landgrafen. Und nun, nicht zuletzt angeregt durch ihren seinerzeitigen Eindruck vom Pfalztheater, steht sie als Mitglied des hiesigen Ensembles auf eben jener Bühne und singt wieder eine Elisabeth. Dieses Mal jene große Partie der Elisabeth von Valois zwischen dem König von Spanien, Philipp II und seinem Sohn, Don Carlo in Verdis gleichnamiger Oper.

Geboten wird die seltene Aufführung als Fünfakter auf Italienisch und „das bedeutet“, so Friebe mit vorfreudigem Lächeln im Gesicht, „eine immense Herausforderung, da ich in jedem Akt präsent bin, im ersten und letzten sogar ununterbrochen“. Noch mit 20, so erzählt sie, hatte sie nie an eine solche Gesangskarriere gedacht. „Obwohl die Musik immer da war.“ Doch mit ihr erlebte Friebe eine Art des beruflichen Zusammenwachsens, für das immer wieder wohlgesonnene Menschen meinten: „Mach’s doch einfach mal.“

Anfänge mit Jazz und Musical

Zunächst war es das Studium Musikwissenschaften und Musik auf Lehramt, nach dem gescheiterten Versuch als Jazzsängerin wandte sie sich dem Musical und einem Projektchor für die Aufführung von Hoffmanns Erzählungen zu. „Immer war da jemand, der mir den Weg mit Musik zutraute.“ Auch das Teilnehmen an Wettbewerben, etwa an jenem im Jahr 2018, ausschließlich für dramatischen Sopran, eine weltweite Aktion, an deren Ende nur fünf Sopranisten in Australien das Finale bestreiten. Das Ergebnis: Friebe war nicht nur erstmalig als Deutsche dort, sondern mit ihrem dritten Platz erhielt erstmalig eine Deutsche überhaupt einen Preis.

Geboren in Bonn und aufgewachsen in Euskirchen, nennt sie sich selbst „Rheintochter“ und als ihre erste Liebe das Klavier. Das Studium absolvierte sie in Euskirchen und Köln, das erste Engagement gab ihr das Theater in Trier, das zweite der Musentempel der Barbarossastadt. Der positive erste Eindruck hielt, was er versprach. Sie wohnt in „einer netten, kleinen Arbeitswohnung mit netten Nachbarn und fußläufiger Entfernung zum Theater“. Und als „Rheintochter“, so fügt sie an, sei sie sehr empfänglich für die offene und direkte Art der Pfälzer. Allerdings blieben Begegnungen und Freizeitaktivitäten eher rar: „Opern nehmen sehr viel Zeit in Anspruch.“ Das merkt auch, wer das Glück hat ihr zuzuhören und staunend von Aspekten erfährt, wie sehr diese Gesangskarriere zu ihr passt. Sogar, wie sie sich über einen rein optischen Superlativ begeistern kann: Als Elisabeth von Valois trägt sie die imposanteste Robe, die jemals am Pfalztheater angefertigt wurde. Morgen ab 18 Uhr wird auch dieses Ereignis auf der Bühne zu sehen sein.

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